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27.02.2019, 09:23 Uhr KOLUMNE

Quergedacht: Veterinär, Veteran, Veganer

Von Marco Julius


Das ist nicht Friedrich Nietzsche, sondern der ehemalige Handball-Bundestrainer Heiner Brand. Archivfoto: Daniel Reinhardt/dpaDas ist nicht Friedrich Nietzsche, sondern der ehemalige Handball-Bundestrainer Heiner Brand. Archivfoto: Daniel Reinhardt/dpa

Delmenhorst. In der neuen Folge unserer kleinen Kolumne geht es um einen großen Philosophen und Missverständnisse in der Kommunikation.

Als Friedrich Nietzsche sagte, über das Wetter, über Krankheiten und über Gut und Böse glaubt jeder Mensch mitreden zu können, da hat er natürlich den Fußball vergessen. Nun mag man ihm zu gute halten, dass in seiner Zeit die Fußlümmelei noch gar nicht richtig den Weg von England über den Kanal in unsere Gefilde gefunden hatte.

Nietzsche, das nur nebenbei gesagt, ist nämlich kein Berliner Jungschauspieler aus einer neuen Netflix-Serie, sondern ein Philosoph des 19. Jahrhunderts. Er hat mal Gott für tot erklärt, also den echten, nicht den Fußballgott. Tot ist er aber nun selber, der Nietzsche, der einen Bart trug, bei dem der Ex-Handball-Bundestrainer Heiner Brand vor Neid ebenso erblasst wie das NDR-Walross Antje.

Wobei: Antje lebt ja auch nicht mehr. Nur Heiner Brand ist zum Glück noch ganz fidel.

Im Gespräch bleiben

Doch zurück zum Eigentlichen: Mitreden, das geht beim Wetter, bei Krankheiten, bei Gut und Böse und beim Fußball leicht von der Zunge. Beim Handball geht das immer nur, wenn grad WM ist.

Geredet wird aber ständig – und oft aneinander vorbei, wie folgendes Gespräch belegt: „Haben Sie schon gehört, die Frau Müller von gegenüber ist jetzt mit einem Veterinär zusammen!“ „Das ist ja schrecklich! Mit so einem alten Knacker!?“ „Nee. Was Sie meinen, das ist doch jemand, der kein Fleisch ist.“

Nun ja, Veterinär, Veteran, Veganer. Soll noch einer durchsteigen. Wichtig ist: Lieber im Gespräch bleiben als ins Gerede kommen.


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