Feier für Helfer Dickes Danke für Ehrenamtliche der Delmenhorster Diakonie

Dankten zahlreichen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz: Die Koordinatorinnen Wiebke Machel (re.) und Anette Melerski. Foto: Frederik GrabbeDankten zahlreichen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz: Die Koordinatorinnen Wiebke Machel (re.) und Anette Melerski. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Die Diakonie hat ihren Ehrenamtlichen bei einem Fest am Mittwoch sprichwörtlich den roten Teppich ausgerollt. Mit der Feier sollte ihnen für ihren Einsatz für die Integrationsarbeit gedankt werden. Dieser sei nicht selbstverständlich.

Dickes Dankeschön für zahlreiche Ehrenamtliche: Die hiesige Diakonie hat am Mittwochnachmittag mit einer Feier ihren Helfern ein großes Danke für ihren Einsatz in der Integrationsarbeit in der Stadt ausgesprochen. Insgesamt 147 Aktive machen sich in diesem Bereich bei dem Wohlfahrtsverband aktuell unentgeltlich verdient. "Die meisten haben einen sehr langen Atem und sind schon seit Jahren dabei", sagte Wiebke Machel, eine von zwei Ehrenamtskoordinatorinnen bei der Diakonie. "Sie sind die Wichtigsten. Ohne Sie würde das alles hier nicht funktionieren", lobte Machels Kollegin Anette Melerski die Helfer im vollen Saal des Gemeindehauses der Stadtkirche. 

Herzliches Verhältnis prägt Zusammenarbeit

Wie sehr das Verhältnis zwischen den beiden Diakonie-Mitarbeiterinnen und den Ehrenamtlichen von Herzlichkeit geprägt ist, war schon gleich am Eingang bei der Begrüßung zu erkennen. Eine feste Umarmung hier, ein lautes Lachen da – man kennt sich mittlerweile sehr gut. Die Diakonie ist zum Beispiel mit den beiden Nachbarschaftsbüros auf der Nordwolle und in Düsternort schon lange am Platz, ein großer Schwung an Ehrenamtlichen kam mit der Flüchtlingszuwanderung 2015 dazu. Im Zuge dessen hatte der Verband zwischenzeitlich die Ehrenamtsarbeit neu aufgestellt und die Stellen der Koordinatorinnen erst geschaffen. Und seit Dezember 2017 wird mit einer großen Feier der Hilfe dieser "Engel", wie die Ehrenamtlichen bei der Premiere bezeichnet worden sind, gedankt. 

Bei der zweiten Auflage der Feier würdigte Machel nun die persönliche Beziehung der Ehrenamtlichen zu den Menschen, egal bei welchem Projekt – sei es in der Fahrradwerkstatt im Wollepark, bei insgesamt 13 Sprachtreffs, Schwimmkursen, der Hausaufgabenhilfe oder vielen anderen Angeboten. Der gute persönliche Kontakt lasse die Integration gelingen. 

Diese Ehrenamtlichen setzen sich ein

Bianca Franken (49) etwa setzt sich seit November 2018 als Trauerbegleiterin für das neue Internationale Trauercafé der Diakonie ein. "Menschen egal welcher Herkunft sollen darin in ihrer Trauer begleitet werden. Ob ein Angehöriger, die Heimat, das frühere soziale Umfeld verloren worden ist, ist dabei erst einmal egal", so Franken.  Mittelfristig sollen solche Treffen in mehreren Stadtteilen angeboten werden.  "Wir versuchen gerade, das Angebot auszubauen. Derzeit findet es jeden dritten Dienstag im Monat statt", sagte Franken.

Bianca Franken (49) engagiert sich für das Internationale Trauercafé der Diakonie. Foto Frederik Grabbe


Ewa Brüggemann (60) engagiert sich seit fünf Jahren für das Bundesprogramm "Demokratie leben!", das vor Ort von der Stadt und der Diakonie verantwortet wird. "Als Vorsitzende des Begleitausschusses bin ich etwa an der Bewilligung von Geldern für demokratiefördernde Projekte beteiligt." Auf diese Weise sei unter anderem eine interkulturelle Woche für geflüchtete Frauen ins Leben gerufen worden. Bis vor Kurzem hat Brüggemann auch die Nähstube in der Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne geleitet.

Ewa Brüggemann (60) setzt sich beim Projekt "Demokratie Leben!" ein. Foto: Frederik Grabbe


Asghar Rezai (31) klärt Geflüchtete einmal die Woche im Nachbarschaftsbüro Düsternort über Eigenheiten der deutschen Kultur auf. Wie Flüchtlinge zum Beispiel Kontakt mit Strom- oder Wasserversorgern  aufbauen, was sie bei der Mülltrennung hierzulande zu beachten haben oder wie sie in Deutschland erste Schritte gehen – zum Beispiel über Sprachkurse – all das erklärt Rezai. Die meisten Fragezeichen stellten sich übrigens zum Radverkehr ein. Der Afghane gibt auch Sprachkurse im Nachbarschaftsbüro. "Meine ersten deutschen Worte habe ich dort gelernt." 

Asghar Rezai (31) engagiert sich in einem Kurs, der Geflüchtete über die Eigenheiten der deutschen Kultur aufklärt. Foto: Frederik Grabbe


Kreispfarrer Dietrich Jaedicke lobte die "strahlenden Gesichter" Ehrenamtlichen bei der Feier ("Das sind keine verkniffenen Arbeitnehmergesichter"). Wolfgang Pape aus dem Vorstand der  Diakonie sprach von einem "unbezahlbaren Dienst an der Allgemeinheit".




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