Patientenvortrag in Delmenhorst Schonender Gelenkersatz für Knie und Hüfte

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Dr. Markus Philipp, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am Josef-Hospital Delmenhorst, berichtet in einem Vortrag über den Einsatz von künstlichen Gelenken. Foto: Marco JuliusDr. Markus Philipp, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am Josef-Hospital Delmenhorst, berichtet in einem Vortrag über den Einsatz von künstlichen Gelenken. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. In der Reihe „Gesund in Delmenhorst“ will Chefarzt Dr. Markus Philipp unter dem Titel „Schnell wieder mobil: Schonender Gelenkersatz für Knie und Hüfte“ erläutern, wie ein künstliches Gelenk dazu beitragen kann, die Mobilität zu erhalten oder sogar wieder zurückzuerlangen.

Die Schmerzen können am Ende nahezu unerträglich werden. Wenn Knochen an Knochen reibt, dann geht so mancher die Wände hoch. Wobei: Das Gehen fällt schwer, wenn einen die Arthrose erwischt hat. Die Verschleißerkrankung der Gelenke, besonders häufig im Knie und in der Hüfte, ist längst eine Volkskrankheit. Dr. Markus Philipp, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am Josef-Hospital Delmenhorst, weiß das. Er hat bereits unzähligen Patienten geholfen, wieder schmerzfrei und mobil zu werden.

In der Patientenvortragsreihe „Gesund in Delmenhorst“ will Philipp, der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Facharzt für Chirurgie ist, am Donnerstag, 14. Februar 2019, unter dem Titel „Schnell wieder mobil: Schonender Gelenkersatz für Knie und Hüfte mit minimalinvasiver Endoprothetik“ erläutern, wie ein künstliches Gelenk dazu beitragen kann, die eigene Mobilität zu erhalten oder sogar wieder zurückzuerlangen.

Erfahrenes Team am JHD

Hunderttausende werden jedes Jahr in Deutschland an Hüfte oder Knie operiert. Rund 250 Operationen mit Gelenkersatz stehen am JHD jährlich zu Buche. „Wir verfügen hier über viel Erfahrung“, sagt Philipp. Doch nicht immer ist gleich eine OP fällig. „Wir schauen vorher ganz genau auf den Patienten. Sind alle Therapiemöglichkeiten ausgereizt?“, erläutert der Mediziner. In einigen Fällen stelle sich nämlich nach einer genaueren Untersuchung durchaus heraus, dass eine OP umgangen werden kann. „Manchmal führt Physiotherapie zum Erfolg“, sagt Philipp. Er betont: „Ich operiere keine Röntgenbilder, ich operiere Menschen.“ Heißt im Klartext: Zeigt das Röntgenbild zwar den Verschleiß, der Patient kann sich aber schmerzfrei bewegen, dann gibt es auch keinen Eingriff.

Ist eine OP dann doch das Mittel der Wahl, setzt man im JHD auf minimalinvasive und gewebeschonende Eingriffe, wenn eine Gelenkprothese, auch Endoprothese genannt, eingesetzt wird. „Sehnen und Muskeln werden während des Eingriffs geschont, das Risiko für Schäden des gesunden Gewebes so gering wie möglich gehalten. So kommen die Patienten schnell wieder auf die Füße“, erläutert der Chefarzt.

Die künstlichen Knie- oder Hüftgelenke halten laut Philipp etwa zwölf bis 15 Jahre und können dann ausgewechselt werden. „Manche halten auch nur fünf, andere wiederum 30 Jahre, das kommt ganz auf die individuelle Belastung an“, sagt der Mediziner. Lockert sich der Gelenkersatz, ist ein Austausch fällig. Auch diese OP wird am JHD vorgenommen.


Ein künstliches Hüftgelenk im Modell. Foto: Marco Julius


Gelenkersatz brauchen dabei nicht nur ältere Menschen. „Der jüngste Patient, dem wir hier geholfen haben, war Anfang 20“, sagt Philipp. Arthrose könne nämlich auch durch angeborene Fehlstellungen entstehen. Zudem komme der Gelenkersatz auch zum Tragen, wenn sich etwa Unfallopfer Brüche zuziehen.

Ziel der OP: Der Patient soll anschließend schmerzfrei und wieder mobil sein. Für Philipp hat das auch eine soziale Komponente: „Gerade ältere Menschen, die unter Arthrose leiden, ziehen sich oft zurück, weil sie sich nicht ohne Schmerzen fortbewegen können. Mit einem neuen Hüftgelenk verlieren sie nicht nur den Schmerz, sondern gewinnen auch Lebensqualität wieder, weil sie wieder mehr am Leben teilnehmen können.“

Den richtigen Sport betreiben

Wer möglichst schon im Vorfeld dafür Sorge tragen möchte, dass er nicht eines Tages unters Messer muss, für den hat Philipp auch Tipps: „Übergewicht ist schädlich, der falsche Sport ebenso. Alles, was auf die Gelenke geht.“ Philipp empfiehlt neben dem Blick aufs Körpergewicht Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen. „Der richtige Sport schafft Stabilität durch Muskelaufbau. Das ist wichtig, um Gelenke zu entlasten.“

Wer dennoch ein neues Gelenk braucht, der bleibt laut Philipp „acht Tage, plus minus zwei“ im Krankenhaus. Schon im Vorfeld wird über den Sozialdienst die Nachsorge geregelt. Üblich sei eine Reha, die stationär oder ambulant erfolgen könne. „Mit den minimalinvasiven Eingriffen sind die Patienten sehr früh wieder in der Lage, zu gehen“, betont der Mediziner.

In seinem Vortrag will der Chefarzt umfassend die verschiedenen Behandlungsmethoden vorstellen. Philipp verzichtet dabei auf Fachchinesisch. Und zwei Dinge liegen ihm besonders am Herzen. Er will Ängste abbauen und Perspektiven aufzeigen. Auch bei denen, die neben der Arthrose über weitere Erkrankungen verfügen. Der Vorteil einer OP am JHD sei nämlich, dass eine Intensivstation vor Ort ist. Einen Umstand, den Fachkliniken nicht immer bieten könnten.


„Gesund in Delmenhorst“

Patientenvortrag

Die kostenlose Vortragsreihe „Gesund in Delmenhorst“ richtet sich an interessierte Bürger aus Delmenhorst und Umgebung. Die Vorträge zu ausgesuchten Gesundheitshemen finden jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 18 bis 19 Uhr im Besucher Café (Café Dia) am Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) statt. Als kleine Stärkung können sich die Besucher über kostenlose Brezeln und Getränke freuen. Der Eintritt ist stes frei. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht erforderlich.

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