Autobetrug vo vier Gerichten Geständnis rettet ehemaligen Delmenhorster vor Haft

Von Ole Rosenbohm

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Wegen günstiger Sozialprognose und eines Geständnisses hatte der Angeklagte nochmal Glück. Symbolbild: dpa+Wegen günstiger Sozialprognose und eines Geständnisses hatte der Angeklagte nochmal Glück. Symbolbild: dpa+

Oldenburg/Delmenhorst. Der Verkauf eines Autos mit falschem Tachostand und gefälschtem Serviceheft hat einem 45-Jährigen einstigen Delmenhorster eine Bewährungsstrafe eingebracht. Es war das Ende eines langen Verfahrens: Der Betrug hatte sich schon 2015 ereignet.

Die Verhandlung um Betrug hat eine lange Geschichte: Bereits 2016 hatte das Amtsgericht Delmenhorst den Mann unter Einbeziehung eines anderen Urteils (vier Monate wegen Diebstahls) zu 13 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt – ein Strafmaß geschuldet den Vorstrafen, einer laufenden Bewährung und der (inzwischen überwundenen) Drogenabhängigkeit des Angeklagten. Das Landgericht verwarf die Berufung des Angeklagten, aber die Revision vor dem Oberlandesgericht ließ das Verfahren wieder zur zweiten Instanz zurückgehen. Und die entschied nun auf zwölf Monate Haft – aber mit Bewährung.

Käufer zahlte 2500 Euro zu viel

In einem ehemaligen Studenten, der das erste Mal ein Auto kaufte, hatte der 45-Jährige damals sein Opfer gefunden. Er wusste, dass die Mercedes C-Klasse 100000 Kilometer mehr gefahren war als der Tacho angab. Und er wusste um das gefälschte Serviceheft. Der Käufer zahlte damals laut eines Gutachters 2500 Euro zu viel, 9600 Euro insgesamt.

Angeklagter zahlte bar an das Opfer

Der Angeklagte gab die Vorwürfe zu, ihm ging es nur um das Strafmaß. Auch das Auto hatte der damalige Käufer zurückgeben können. Offen blieben 250,80 Euro Fahrtkosten, auf denen der Käufer damals sitzengeblieben war. Der Angeklagte zahlte nach dem Urteilsspruch das Geld bar an sein damaliges Opfer aus.

Einigkeit um günstige Sozialprognose

Der Richter begründete die Bewährung mit der günstigen Sozialprognose des Angeklagten, der neben einer Familie auch eine feste Arbeit gefunden hat. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft hatten gleichlautende Anträge gestellt. Allerdings hätte die Kammer auch ein „revisionsfestes Urteil ohne Bewährung“ sprechen können, stellte der Richter klar. „Ohne das Geständnis hätten wir über eine Haft nicht lange nachdenken müssen.“


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