Praxiswoche im JHD Schülerinnen leiten Delmenhorster Chirurgiestation in Eigenregie

Praxiswoche auf Station 31 (v.li.): Allegra Hasselberg, Patientin Helga Reinhardt, Aimee Stewart, Lilly Gadau, der Leiter der Schule für Pflegeberufe Rüdiger Lange und Lorena Bankmann. Foto: Marco JuliusPraxiswoche auf Station 31 (v.li.): Allegra Hasselberg, Patientin Helga Reinhardt, Aimee Stewart, Lilly Gadau, der Leiter der Schule für Pflegeberufe Rüdiger Lange und Lorena Bankmann. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Das Projekt Schülerstation im Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) ist längst zu einer festen Einrichtung geworden. Das eigenverantwortliche Handeln steht dabei im Vordergrund.

Für Aimee Stewart hat es einen ganz besonderen Moment gegeben in dieser Praxiswoche auf Station 31 mit den Fachbereichen Thoraxchirurgie und Unfallchirurgie. „Eine Patientin hat zu mir gesagt, dass sie besonders Glück gehabt habe, ausgerechnet in dieser Woche ins Krankenhaus zu müssen“, sagt die Pflegeschülerin.

Zum bereits elften Mal stand bis das Projekt Schülerstation im Josef-Hospital Delmenhorst an. 15 Schülerinnen des dritten Ausbildungsjahres der Schule für Pflegeberufe am JHD übernahmen für eine Woche eigenverantwortlich die Leitung in einem Teilbereich der Station 31. „Natürlich unter dem wachsamen Blick von Lehrkräften, Praxisanleitern und examinierten Pflegekräften“, sagt Rüdgier Lange, Leiter der Schule für Pflegebereiche.

Mit Spaß und Freude bei der Sache

„Diese Woche hat unheimlich viel Spaß gemacht“, sagt Pflegeschülerin Sidney Schmidt. Warum? „Weil man die Erfolge sieht“, betont sie. Das bestätigt auch Aimee Stewart: „Es gab eine Patientin, die nicht laufen konnte. Nach drei Tagen war sie mit unserer Unterstützung wieder mobil.“

Die angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen absolvieren Früh-, Spät- und Nachtdienste. „Sie bringen die Unterrichtsinhalte, aber auch eigene Pflegekonzepte mit ein. Während der vergangenen Monate erfolgte im Unterricht bereits eine intensive Vorbereitung und auch der Auswertung des Projekts wird eine große Bedeutung zukommen“, berichtet Lange. Medikamentenausgabe, Frühstück, Überprüfung der Vitalfunktionen, Ausgabe des Frühstücks, Schmerzbehandlung, Therapievorschläge: Das Aufgabenfeld der Schülerinnen in der Praxiswoche ist stets umfangreich.

Der enge Kontakt zu den Patienten, die Schülerinnen haben in der Praxiswoche mehr Zeit für die persönliche Betreuung als später im Berufsalltag, aber auch der gute Austausch mit den behandelnden Ärzten sei eine Erfahrung, die auf den Beruf hervorragend vorbereite, sind sich die Schülerinnen einig. Im Team habe man sich auch unterstützt, so habe jede Schülerin auch vom Wissen der Mitschülerinnen profitieren können. Der Transfer von der Theorie in die Praxis sei bestens gelungen. „Streit gab es bei uns nicht, auch wenn es mal ein Problem gab“, sagt Sidney Schmidt.

Gefragt auf dem Arbeitsmarkt

Um ihre berufliche Zukunft müssen sie sich übrigens nicht sorgen. Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sind derzeit stark nachgefragt. „Wer bei uns die Ausbildung absolviert und geeignet ist, der bekommt auch direkt im JHD ein Angebot“, sagt Lange. Die Schülerinnen des dritten Ausbildungsjahres jedenfalls sehen sich durch ihre Ausbildung und die Praxiswoche bestätigt, dass sie sich für das richtige Berufsbild entscheiden haben.

Ausbildung dauert drei Jahre

Die Schule für Pflegeberufe bildet übrigens in drei Kursen etwa 60 Gesundheits- und Krankenpfleger und pflegerinnen aus. Die Ausbildung startet immer zum 1. Oktober. Wer dabei sein möchte, muss zu Beginn der Ausbildung oder kurz nach Ausbildungsbeginn mindestens 18 Jahre alt sein. Ein mittlerer Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung ist ebenfalls Voraussetzung. Die Ausbildung dauert drei Jahre (inklusive sechsmonatiger Probezeit) und wird mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen, die aus einem praktischen, einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht.

Weitere Informationen unter www.krankenpflegeschule-delmenhorst.de. Dort finden sich auch Hinweise zum Bewerbungsverfahren.


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