Demografischer Wandel Wo Senioren in der Delmenhorster Innenstadt wohnen könnten

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Ulf Kors, Vorsitzender des Seniorenbeirats, fordert seniorengerechte Wohnungen in der Innenstadt. In Frage komme das Grundstück des ehemaligen Krankenhauses, für das erst kürzlich Vorschläge gemacht wurden. Foto: Sascha Sebastian RühlUlf Kors, Vorsitzender des Seniorenbeirats, fordert seniorengerechte Wohnungen in der Innenstadt. In Frage komme das Grundstück des ehemaligen Krankenhauses, für das erst kürzlich Vorschläge gemacht wurden. Foto: Sascha Sebastian Rühl

Delmenhorst. Bis zu 1000 Senioren mehr sollen bis 2025 in Delmenhorst leben. Sie werden selbstbestimmt und nah am Zentrum leben wollen. Der Seniorenbeirat hat ein paar Ideen, wo gebaut werden könnte.

Ohne altersgerechte Wohnungen in der Innenstadt droht Delmenhorst eine Abwanderung, mahnt der Seniorenbeirat. „Seniorengerecht heißt nicht nur, dass die Wohnungen barrierefrei sind“, betont Vorsitzender Ulf Kors. Dazu gehöre auch ein Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Einzelhandel, Ärzte- und Sanitätshäusern sowie zu Kulturstätten. 

Senioren favorisieren Innenstadt

Eine Umfrage unter Senioren hatte ergeben, dass die meisten von ihnen, sollten sie umziehen müssen, am liebsten in die Innenstadt oder ins Neue Deichhorst ziehen würden. Eine Vorstellung, wo seniorengerechte Wohnungen entstehen können, hat der Beirat auch: Auf dem Gelände des ehemaligen Hertie-Kaufhauses und des bereits abgerissenen Parkhauses oder auf dem Areal des ehemaligen Lichtspielhauses an der Cramerstraße. Und auch auf dem Areal des ehemaligen Josef-Hospitals, für das Studierende der Jade-Hochschule vor Kurzem mutige Entwürfe vorgestellt hatten, könnten zukünftig Senioren leben. „Wir wollen, dass das Thema ins Gespräch kommt und bearbeitet wird. Das darf nicht übersehen werden“, fordert van Ohlen. 

Auch Bauten am Wollepark-Areal denkbar

Wichtig sei auch, bei Bauprojekten auf eine gemischte Altersstruktur der Bewohner zu achten. „Wir wollen, dass Senioren noch Teil des Lebens sind und nicht gedrängt an einem Ort leben müssen“, betont Angelika van Ohlen. Ein gutes neues und altersgemischtes Quartier wäre auch am Wollepark möglich, findet der Seniorenbeirat. „Von der Lage her wäre das gut geeignet. Auch wenn man einen Blick auf den anliegenden Park wirft. Das Gelände wird so wieder attraktiv“, findet Angelika van Ohlen. „Das könnte man nach dem Abriss der Blöcke mit Alt und Jung mit Leben füllen. Aber andere Projekte gingen schneller“, findet Vorsitzender Ulf Kors, der angesichts des demografischen Wandels die Politik zur Eile mahnt. Das Hertie-Gelände sinnvoll zu nutzen, sei ein schnellerer Weg. 

Gut jeder fünfte Delmenhorster über 65 Jahre alt

Momentan seien 17 407 von 81 981 Delmenhorstern über 65 Jahre alt. „Das sind 21,25 Prozent der Bevölkerung“, rechnet Sprecherin Ursula Reimers vor. „Wir gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2025 etwa 600 bis 1000 Senioren mehr in der Stadt leben werden. Die große Mehrzahl davon wird selbstbestimmt leben und erst im letzten Moment ins Heim gehen wollen.“  Wichtig sei der Bau von entsprechenden Wohnungen auch, da die anschließend leer stehenden großen Einfamilienhäuser von jungen Familien genutzt werden könnten. Delmenhorster wohnen im Alter immer öfter alleine. 

Stadt verweist auf Grundstückseigentümer

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wird bei Bauplanungen bereits Rücksicht auf den demografischen Wandel genommen. „Neue Wohnungen sollten immer barrierearm sein. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um Wohnungen für alte oder junge Menschen handelt. Hierfür setzt sich die Stadtverwaltung mit den ihr vorhandenen Möglichkeiten ein“, heißt es von Sprecher Timo Frers. Zuerst müssten aber Grundstückseigentümer aktiv werden. „Wohnstandorte in der Innenstadt sind für Senioren besonders gut geeignet, da alle Infrastruktureinrichtungen vorhanden sind – und insbesondere eine gute öffentliche Verkehrsanbindung gegeben ist. Zu beachten ist aber, dass die Initiative für den Bau von Wohnungen von den Grundstückseigentümern ausgehen muss. Die Stadtverwaltung unterstützt derartige Wünsche nachhaltig.“


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