Landkreis Oldenburg Ackerland wird deutlich teurer, Grünland billiger

Die Preise für Ackerland sind im Landkreis Oldenburg deutlich angezogen – zudem wurde viel weniger verkauft als im Vorjahr. Symbolfoto: Friso Gentsch dpa/lnwDie Preise für Ackerland sind im Landkreis Oldenburg deutlich angezogen – zudem wurde viel weniger verkauft als im Vorjahr. Symbolfoto: Friso Gentsch dpa/lnw

Landkreis Oldenburg/Ganderkesee. Die Preise für Ackerland sind im Landkreis Oldenburg deutlich angezogen – zudem wurde viel weniger verkauft als im Vorjahr. Trotzdem fällt die Teuerung lange nicht so stark aus, wie in Nachbarregionen.

Ackerflächen sind im Landkreis Oldenburg im vergangenen Jahr deutlich teurer geworden. Ihr Preis stieg um 8 Prozent im Vergleich zu 2017 an. Gleichzeitig sind sehr viel weniger Flächen verkauft worden. Das teilte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte (GAG) Oldenburg-Cloppenburg am Mittwoch mit.

Markt für landwirtschaftliche Flächen im Landkreis scheinbar eingebrochen

Der Markt für landwirtschaftliche Flächen im Landkreis scheint regelrecht eingebrochen zu sein, geht man nach den Zahlen des GAG. Zählten die Gutachter 2017 noch 218 Verkäufe, waren es 2018 nur noch 158. Ein drastischer Rückgang von 28 Prozent. Zudem wurde fast 40 Prozent weniger Fläche verkauft. Die verwendete Geldmenge sank hingegen nur um 15 Prozent – es werden also weniger aber dafür teurere Flächen verkauft. „Es herrscht ein relativ hohes Preisniveau. Landwirte verkaufen ihre Flächen nicht mehr so schnell, weil sie dann selbst ja neues bräuchten. Stattdessen halten sie ihr Land“, sagt Rolf Rösler, stellvertretender Vorsitzender des GAG. In der Region hingegen wuchs der Handel mit landwirtschaftlichen Flächen, wie etwa in den Landkreisen Ammerland (+8 Prozent mehr Verträge), Cloppenburg (+9 Prozent) oder Wesermarsch (+35 Prozent). In der gesamten Region des GAG blieben die Verkäufe stabil (+2 Prozent; 899 Verkäufe).

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Ackerland wird teurer, Grünland günstiger

Nach Flächen differenziert zeigt sich, dass im Landkreis Oldenburg besonders die Preise für Ackerflächen angezogen haben (+8,4 Prozent). Grünland hingegen ist günstiger geworden (-5,8 Prozent). Ein Quadratmeter Ackerland kostete 2018 im Mittel zwischen 5 und 6 Euro. Bei Grünland waren es 2,15 Euro. Auf Gemeindebereiche aufgeteilt stiegen die Preise für Ackerflächen in Ganderkesee, Dötlingen und Harpstedt am stärksten: Der Quadratmeter Ackerland kostete dort 6,70 Euro. Das entspricht nun etwa dem Niveau in Wildeshausen.

Nachbarlandkreise noch teurer geworden

Generell befindet sich die Teuerung von Ackerland auf hohem Niveau: Laut GAG hat sich Ackerlandpreis seit 2010 im Landkreis Oldenburg mehr als verdoppelt (+106 Prozent). Noch stärker war die Teuerung in den Landkreisen Cloppenburg und Wesermarsch: Dort haben sich die Ackerpreise seit 2005 verdreifacht beziehungsweise verfünffacht. Wie krass die Preisunterschiede ausfallen können, zeigt ein Vergleich zwischen Wardenburg und Garrel: Ein Quadratmeter Ackerboden kostet in Wardenburg 5,10 Euro, wenige Meter weiter in Garrel hingegen 9,50 Euro.


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