Grundstückswerte im Vergleich Bauland in Delmenhorst ist in acht Jahren 43 Prozent teurer geworden

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Hoffen auf den Bremer Postweg: 20 Häuser sollen in Stickgras entstehen. Erste Bauplätze sind bereits verkauft. Im gesamten Jahr 2018 wurden nur 34 Baugrundstücke in Delmenhorst veräußert. Foto: Frederik GrabbeHoffen auf den Bremer Postweg: 20 Häuser sollen in Stickgras entstehen. Erste Bauplätze sind bereits verkauft. Im gesamten Jahr 2018 wurden nur 34 Baugrundstücke in Delmenhorst veräußert. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst / Region Die Preise beim Bauland und bei gebrauchten Wohnungen ziehen in Delmenhorst beispiellos an. Trotzdem: Bodenlos teuer ist die Stadt im Vergleich mit der Region aber nicht.

Für Häuslebauer ist die Lage 2018 am Baulandmarkt noch immer angespannt gewesen. In der Folge zogen die Preise – auch bei Bestandsbauten – kräftig an. Die Teuerung war gerade bei Eigentumswohnungen immens. Das sind die Kernbotschaften des Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) Oldenburg-Cloppenburg, der am Mittwoch seinen neuen Grundstücksmarktbericht vorgestellt hat. Der Vergleich mit der Region zeigt aber auch, dass Delmenhorst auch seine günstigen Seiten hat.

(Weiterlesen: Baulandmarkt in Delmenhorst fast eingeschlafen)

Hohe Nachfrage nach Grundstücken in Delmenhorst

Dass grundsätzlich weiterhin ein kräftiges Interesse daran besteht, in Delmenhorst Grundstücke zu erwerben, zeigen die GAG-Zahlen deutlich: Zählt man sämtliche Verträge zusammen, wurden in Delmenhorst 2018 fast 1000 Verkäufe gezählt. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent. Bei keiner anderen Stadt und keinem anderen Landkreis in der Region ist die Nachfrage 2018 derart angestiegen.

Warten auf die Freigabe bei geplanten Baugebieten

Dieses Wachstum lässt sich aber nicht auf den Verkauf von Bauplätzen übertragen: Gerade einmal 34 Baugrundstücke sind 2018 verkauft worden. „Das ist zwar eine Verdoppelung der Verkäufe aus dem Vorjahr. Trotzdem liegen die Bauplatzverkäufe auf einem niedrigen Niveau“, sagt Christine Stubbemann, beim GAG für Delmenhorst zuständig. Der Hintergrund sei, dass die Stadt Delmenhorst wenig neue Baugebiete ausweise. Stubbemann nennt aber geplante Baugebiete an der Langenwischstraße oder am Bremer Postweg, bei denen sich 2019 etwas tun könnte. „Die ersten Verkäufe von Baugrundstücken am Bremer Postweg sind bereits in die Zahlen eingeflossen“, sagt Stubbemann.

Bauland wird kleiner und teurer

Zudem machen die Zahlen deutlich, dass in der Situation des Mangels das Bauland immer kleiner und trotzdem immer teurer wird: GAG-Dezernatsleiter Holger Seifert weist darauf hin, dass die durchschnittliche Bauplatzgröße in Delmenhorst 2017 bei 821 Quadratmeter lag. 2018 waren es 650. Gleichzeitig stieg der Preis pro Quadratmeter von 143 auf 182 Euro an. Das sind im Jahresvergleich 18 Prozent mehr – damit liegt Delmenhorst in der Region wieder weit vorne.

Bauland seit 2010 43 Prozent teurer geworden

Im Vergleich aber scheint Delmenhorst bei der Preis-Teuerung nur Boden zu Nachbarkreisen gut zu machen, sagt Stubbemann. Bauland in der Delmestadt ist zwar seit 2010 insgesamt um satte 43 Prozent teurer geworden. In den Landkreisen Oldenburg (+56 Prozent), Cloppenburg (+60), Vechta (+72) – und vor allem in der Stadt Oldenburg (+118) – fiel die Teuerung insgesamt noch höher aus.

Verkäufe von Wohnungen ziehen seit Jahren an

Im Bereich der Eigentumswohnungen hingegen scheint die Lage angespannt zu sein: Seit Jahren zieht die Zahl der Verkäufe beispiellos an (2018: 407). Seifert dazu: „Vielen scheinen kein Geld für ein Haus zu haben und weichen stattdessen auf eine Wohnung aus.“ Das hat auch Folgen auf die Preise: Mit 1269 Euro pro Quadratmeter einer gebrauchten Wohnung ist in einem Jahr der Kaufpreis 40 Prozent angestiegen. Trotzdem: In der Region lebt es sich nur in Lemwerder günstiger (930 Euro). Und auch bei den Neubauwohnungen (pro Quadratmeter 2145 Euro) ist es nirgendwo so günstig wie in Delmenhorst.

Ein- und Zweifamilienhäuser vergleichsweise günstig

Und: Blickt man auf verkaufte Ein- und Zweifamilienhäuser – 2018 waren es insgesamt 258 – kostete ein solches Grundstück im Mittel 200.000 Euro. Nur im Landkreis Cloppenburg (190.000 Euro) und in der Wesermarsch (140.000 Euro) waren die Preise günstiger. Genau so verhält es sich übrigens bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften, von denen eines 2018 in der Delmestadt im Mittel 165.000 Euro kostete und insgesamt 143 verkauft wurden.


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