Mittel für Sanierung Geldsegen für Delmenhorster Stadtkirche

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Stadtkirchen-Pfarrer Thomas Meyer freut sich auf die Sanierung und Neugestaltung des Gotteshauses. Foto: Marco JuliusStadtkirchen-Pfarrer Thomas Meyer freut sich auf die Sanierung und Neugestaltung des Gotteshauses. Foto: Marco Julius 

Delmenhorst. Sie haben lange warten müssen, die Verantwortlichen der Stadtkirchen-Gemeinde in Delmenhorst. Doch jetzt kann das Innerere des Gotteshaus wohl im großen Stil saniert werden.

Als Stadtkirchen-Pfarrer Thomas Meyer die gute Nachricht am Sonntag am Ende des Gottesdienstes verkündete, da ist es richtig laut geworden in der Stadtkirche. Applaus brandete auf. Kein Wunder, viele Mitglieder der Stadtkirchengemeinde wünschen sich seit Langem eine umfassende Sanierung des Gotteshauses. Und auch Meyer selbst hat sich „scheckig gefreut“, wie er selbst sagt. Seine Kollegin Sabine Lueg, der Gemeindekirchenrat, alle seien „happy“. Die Summe kann sich schließlich sehen lassen. 650.000 Euro fließen nach Delmenhorst. Die Landeskirche hat für das laufende Jahr 350.000 Euro und für 2020 noch einmal 300.000 Euro bewilligt – für die Sanierung des Innenraums der Stadtkirche.

Stadtkirchen-Pfarrer Thomas Meyer verdeutlicht: "Ein neuer Anstrich muss her". Foto: Marco Julius

Lange Wartezeit

Damit tragen die Bemühungen der Delmenhorster Früchte. Als 2010 das Dach der Kirche für 220.000 Euro saniert werden musste – 100.000 Euro trug die Gemeinde selbst und verbrauchte so alle Rücklagen – da gab es die Zusage, auch den Innenraum mittelfristig angehen zu können, erinnert sich Meyer. Doch dann musste 2015 der Kirchturm saniert werden, der sich zur Straßenseite leicht gesenkt und so Risse im Mauerwerk verursacht hatte, auch im Kirchenschiff. Neue Pfähle haben den Turm stabilisiert. 250.000 Euro kostete die umfangreiche Sanierung. „2016 waren dann andere Gemeinden mal dran. Für den Innenraums gab es also kein Geld“, sagt Meyer. 2017, im Jubiläumsjahr der Reformation, wollte man keine Dauerbaustelle in der Kirche. „Wir haben auf 2018 gesetzt“, sagt Meyer. Doch 2018 hat die Landeskirche überhaupt keine Mittel vergeben. Nicht für Delmenhorst, nicht anderswo. 

Ins Rollen kam die Sanierung der Kirche dann Ende August 2018, als ein Ausschuss der Landeskirche sich selbst ein Bild vor Ort gemacht hat.


„Die haben zum Teil die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen ob der Zustände.“


Neues Lichtkonzept

Jetzt also ist es soweit. „Wir können im großen Stil arbeiten“, freut sich Meyer. Fast die gesamte Elektrik im Haus stamme aus den sechziger Jahren. Auch die Beleuchtung entspreche längst nicht mehr den Standards einer Kirche, in der auch Konzerte veranstaltet werden. „Da gehen wir ran“, sagt Meyer. „Wir bekommen eine hochmoderne Veranstaltungstechnik. Die Funzeln aus den sechziger Jahren verschwinden. Es gibt dann ein richtiges Lichtkonzept.“ Einen neuen Anstrich bekommt der Kirchenraum auch. Dann sollen auch die Wasserschäden aus dem Jahr 2010 nicht mehr zu sehen sein.

Meyer sagt: „Wenn wir eine so große Summe ausgeben können, dann soll am Ende ein Aha-Effekt stehen.“ Es müsse erkennbar sein, das Geld in die Hand genommen worden sei. „Ideen gibt es viele. Noch bedarf es der Abstimmung“, sagt Meyer. Die gläsernen Windfänge an den Seitentüren könnten weg, lose Fußbodenplatten, Stolperfallen derzeit, sollen befestigt werden. Das Turmzimmer, das derzeit einer Rumpelkammer gleicht, könnte ein Ausstellungsraum werden, der an die Bekennende Kirche und den Widerstand in der Nazi-Zeit erinnert.

Ende Oktober in neuem Glanz?

In die Überlegungen fließt auch mit ein, welche Bilder künftig noch oder wieder in der Kirche hängen sollen. Ein Bild des „Auferstandenen“ aus dem Jahr 1789 zum Beispiel, dass derzeit versteckt in einem Aufgang zur Toilette hängt, solle wieder ins Blickfeld gerückt werden. Geht es nach Meyer, dann erstrahlt die Stadtkirche Ende Oktober, wenn an den 400. Todestag von Graf Anton II. erinnert werden soll, bereits in neuem Glanze.


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