Projekt in Delmenhorst Zeit schenken, wenn anderen die Luft zum Atmen fehlt

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Seit 2014 koordiniert die Sozialpädagogin Petra Gieseking das Projekt „Rückenwind“ der Caritas, das Familien mit kleinen Kindern entlasten soll. Weil es so gut läuft, werden jetzt weitere Helfer gesucht. Foto: Bettina Dogs-PrößlerSeit 2014 koordiniert die Sozialpädagogin Petra Gieseking das Projekt „Rückenwind“ der Caritas, das Familien mit kleinen Kindern entlasten soll. Weil es so gut läuft, werden jetzt weitere Helfer gesucht. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Delmenhorst. Zu helfen kann so einfach sein: Mit dem Caritas-Projekt „Rückenwind“ schenken Menschen Zeit, um anderen zu helfen, die davon viel zu wenig haben. Vor allem junge Eltern sollen profitieren. Weitere Helfer in Delmenhorst, Ganderkesee und Hude werden gesucht.

Sich mal eine Auszeit nehmen oder ohne Kind zum Arzt, die erste Zeit mit Zwillingen überstehen oder einfach nur das Kind abholen lassen, wenn mal wieder von vorne bis hinten die Zeit nicht reicht: Ohne Hilfe von außen ist es für junge Familie schwer, unbeschadet durch den Alltag zu jonglieren. Doch nicht immer stehen Oma und Opa, Freunde oder Nachbarn zur Seite. „Es gibt viele junge Eltern, die ohne familiäres Netzwerk auskommen müssen“, schildert Diplom-Sozialpädagogin Petra Gieseking von der Caritas Delmenhorst. „Und genau für die ist unser Projekt gedacht.“

Auszeit ermöglichen

Seit 2014 koordiniert Petra Gieseking bei der Caritas Delmenhorst das Projekt „Familienpaten“, das jetzt „Rückenwind“ heißt, weil der alte Name irgendwie nicht mehr in die Zeit passte. „Es geht darum, Familien mit kleinen Kindern zu entlasten, ihnen Zeit für anderes zu verschaffen und eine Auszeit zu ermöglichen“, schildert die Sozialpädagogin. „Es geht nicht darum, die Familien zu verändern.“

Besondere Belastungen überstehen

Aber auch nicht nur um einen bloßen Babysitter-Service. Das Projekt „Rückenwind“ hilft Familien, die durch bestimmte Situationen besonderen Belastungen ausgesetzt sind. „Das können Eltern mit Zwillingen sein, die noch weitere Kinder haben, oder Eltern mit mehreren Kindern, von denen eines eine Behinderung hat“, schildert Gieseking.

Paten nehmen sich Zeit für das Kind

In vielen Fällen sind es allerdings alleinerziehende Mütter, die durch „Rückenwind“ entlastet werden. „Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Mal wird ein Kind zum Turnen begleitet oder einfach nur mit ihm gebastelt, mal werden Kekse gebacken oder es geht zusammen auf den Spielplatz“, schildert Gieseking. Wichtig sei immer: Die Zeit gehöre ganz dem Kind, während sich die Mutter auf etwas anderes konzentrieren könne.

Einsatz in Delmenhorst, Ganderkesee und Hude

Im Einsatz sind die Familienpaten in Delmenhorst, Ganderkesee und Hude, aktuell stehen sechs Frauen und ein Mann zur Verfügung. Die Ehrenamtlichen arbeiten kostenlos und unterstützen die Familien einmal in der Woche für zwei bis drei Stunden. „Wir arbeiten nicht für das Jugendamt und bieten auch keine Erziehungshilfen“, betont die Koordinatorin.

Wichtig für berufliche Weiterentwicklung

Denn gerade für Alleinerziehende gebe es immer noch viel zu wenig Hilfe. „Will man sich dann noch beruflich weiterentwickeln, wird das schwierig“, so Gieseking. Darüber hinaus sei heute der Anspruch ans Elternsein gestiegen. „Ich bin mir sicher, es könnten noch viel mehr eine Entlastung gebrauchen.“ Viele trauten sich jedoch nicht, Hilfe von außen anzunehmen. Gieseking: „Dabei ist auch das eine gute Erfahrung: Zu spüren, dass es andere gibt, die einem gerne helfen.“ Und im Notfall immer auch ein offenes Ohr haben.

Erst Probetreffen und Vorbereitung

Vor ihrem Einsatz in den Familien werden die Ehrenamtlichen seitens der Caritas umfangreich geschult und auf ihre Aufgabe vorbereitet. In der Startphase werden sie von Petra Gieseking begleitet. Dabei achtet sie immer auch darauf, dass beide Parteien gut miteinander zurechtkämen. „Ich muss der anderen Person schon meine Kinder anvertrauen wollen. Ansonsten macht es keinen Sinn.“ Die ersten sechs Treffen sind auf Probe, ist man sich sympathisch, geht es weiter. Bis die Betreuung nicht mehr benötigt wird. Regelmäßig tauschen sich die Familienpaten untereinander aus, dazu kommen kostenlose Fortbildungen zu verschiedenen Themen ihrer Arbeit durch die Caritas.

Ehrenamtliche gesucht

Für Personen, die Lust haben, sich ehrenamtlich für junge Familien in besonderen Situationen zu engagieren, veranstaltet die Caritas am Dienstag, 12. Februar, ab 17 Uhr im Gemeindehaus an der Louisenstraße 25 einen Info-Abend, bei dem die Details des Projekts vorgestellt werden. Weitere Informationen bei Petra Gieseking unter Telefon (04221)983490. Um Anmeldung wird gebeten.


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