Bewerbertag im Krankenhaus JHD auf der Suche nach neuen Pflegekräften

Olaf Mehlis (3. von rechts) und sein Team informierten am JHD-Bewerbertag über den Pflegeberuf. Foto: Christopher BredowOlaf Mehlis (3. von rechts) und sein Team informierten am JHD-Bewerbertag über den Pflegeberuf. Foto: Christopher Bredow

Delmenhorst. Das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) hat am Samstag um neues Personal für den Pflegeberuf geworben. Beim Bewerbertag konnten sich Interessierte über Ausbildungsmöglichkeiten und offene Stellen am JHD informieren.

Für die Suche nach neuen Kollegen hat sich das Team der Gesundheits- und Krankenpfleger am Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) etwas Besonderes ausgedacht. Im Rahmen eines Bewerbertages konnten sich am Samstag im Besuchercafé bereits ausgebildete Pflegekräfte über Einsatzmöglichkeiten am JHD informieren und jungen Menschen wurde die Ausbildung zum Pfleger näher gebracht.

Bewerbertag für Pflegekräfte wie ein Speed-Dating

"Für mich ist das wie eine Art Speed-Dating", erklärt Krankenpfleger Olaf Mehlis, der den Informationstag in seiner Tätigkeit als Mitarbeiter für Personalmarketing und -entwicklung organisiert hat. Bereits am Morgen warteten etwa 35 Interessierte vor dem Café, um sich in Gesprächen mit Pflegern und Auszubildenden von der Arbeit im Stadtkrankenhaus erzählen zu lassen. "Wir haben für jedes Anliegen einen Gesprächspartner, der Auskunft geben kann", sagt Mehlis. Der Ort sei dabei ganz bewusst gewählt worden: "Hier gibt es die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen ein offenes Gespräch zu führen. Diese Atmosphäre sorgt für einen lockeren Austausch." (Lesen Sie hier: "Hygiene-Polizei" im Delmenhorster Krankenhaus.)

Großes Interesse an der Pflegeausbildung

Tatsächlich wurde das Informationsangebot von einigen Menschen wahrgenommen, wie Mehlis begeistert erzählt: "Wir sind selbst sehr positiv von der Resonanz überrascht." Dabei seien sowohl examinierte Pflegekräfte, die am JHD eine neue Herausforderung finden könnten, als auch Schülerinnen und Schüler, die noch vor der Wahl ihrer beruflichen Zukunft stehen, vor Ort gewesen. "Die größte Nachfrage gibt es bei der klassischen Pflegeausbildung", sagt Mehlis dazu. Zudem sei auch nach Möglichkeiten, am JHD ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD) zu absolvieren, gefragt worden:

"Man merkt, dass das Interesse am Pflegeberuf sehr groß ist."Olaf Mehlis, Krankenpfleger

Bei der Rekrutierung von neuem Personal geht es nach den 130 Entlassungen des insolventen Krankenhauses im vergangenen Jahr weniger um die Schaffung neuer Stellen, sondern um die Besetzung von Stellen, die zum Beispiel aufgrund von zeitlichen Ausfällen wie Erkrankungen oder Schwangerschaften offen sind. Etwa zehn Stellen seien hier derzeit zu besetzen, erklärt Mehlis: "Das ist eine normale Fluktuation."

Schüler erzählen von ihrer Ausbildung zur Pflegekraft

Die Belegung der jährlich ausgeschriebenen 20 Ausbildungsplätze an der hauseigenen Schule für Pflegeberufe sei derweil überhaupt kein Problem: "Bei uns gibt es keinen klassischen Nachwuchsmangel", sagt Mehlis: "Es gibt Gott sei Dank noch genug Menschen, die die Wichtigkeit des Pflegeberufs erkennen und ihn für sich entdecken.“

Um die Pflegekräfte der Zukunft kümmerten sich am Informationstag vier Auszubildende selbst: "Es ist einfach viel authentischer, wenn Schülerinnen und Schüler selbst von ihrer Ausbildung berichten", sagt Mehlis. So haben Julia Fischer und Chantal Heimburger, die sich bereits in ihrem letzten Ausbildungsjahr befinden, interessierten jungen Menschen von ihrer Ausbildung erzählt und eine Führung durch das Krankenhaus gegeben. Beide loben die guten Weiterbildungsmöglichkeiten und die schon früh übertragene Verantwortung, die der Pflegeberuf mit sich bringt. (Lesen Sie hier: JHD hilft Jungen aus Afghanistan.)

"Es ist schön, in diesem Team zu arbeiten. Es herrscht ein sehr familiäres Verhältnis", erzählt Julia Fischer über die Arbeit am JHD. Zudem sei die Bezahlung gut, wenngleich die beiden Pflege-Azubis nicht verhehlen, dass es auf der Arbeit "immer stressig und die Belastung sehr groß" ist. Dennoch sei die Ausbildung sehr interessant und breit gefächert, weswegen die beiden weiterhin junge Leute von der Arbeit als Pflegekraft begeistern wollen.


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