Wie eine Kampagne helfen soll Komasaufen in Delmenhorst: 2018 sieben Minderjährige behandelt

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Mit einem Vollrausch ins Krankenhaus: Das sogenannte Komasaufen ist ein Problem. Foto: Marcus Führer/dpaMit einem Vollrausch ins Krankenhaus: Das sogenannte Komasaufen ist ein Problem. Foto: Marcus Führer/dpa

Delmenhorst. Kinder und Jugendliche, die exzessiv Alkohol trinken, bleiben ein Problem – auch in Delmenhorst. Mit einer Kampagne will die DAK erneut Aufklärung und Prävention fördern.

Beim sogenannten Komasaufen hat es im Jahr 2017 in der Region Delmenhorst mit 18 Betroffenen einen Anstieg um 20 Prozent gegeben. 2018 war die Zahl hingegen deutlich niedriger. Bundesweit sind 2017 21.721 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden, 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit ist die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen erneut leicht gesunken. In Niedersachsen mussten 2017 2055 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus – im Vergleich zum Vorjahr 2,8 Prozent weniger. Diese Zahlen legt die DAK jetzt zum Start ihrer Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ zur Alkoholprävention vor.

Experten fordern trotz der rückläufigen Zahlen weiter eine verstärkte Aufklärung über die Risiken des Rauschtrinkens. „Eine regionale Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibt für uns unverzichtbar, um Kindern und Jugendlichen die Gefahren von Alkoholmissbrauch aufzuzeigen. Wichtige Gesundheitsthemen wie dieses sollten im Schulalltag diskutiert werden“, sagt auch Monique Hessel von der DAK-Gesundheit in Delmenhorst.

Lebenswichtige Organe überwachen

Für das Jahr 2018 liefert Dr. Matthias Viemann, Chefarzt der Kinderklinik am Josef-Hospital Delmenhorst, auf Nachfrage ganz aktuelle Zahlen. Die Ärzte im Krankenhaus behandelten demnach „nur“ sieben Minderjährige, die eine Alkoholvergiftung erlitten hatten. In den Jahren davor lagen die Zahlen auch schon mal zwischen 20 und 35. Ob schon ein Trend zu erkennen ist, vermag Viemann aber nicht zu sagen: „Unsere Zahlen sind generell so niedrig, da lässt sich nicht sagen, ob das ein statistischer Trend oder nur Zufall ist.“ Zudem beziehe sich die Zahl auch nur auf die Fälle, in denen „lediglich“ eine Alkoholvergiftung behandelt wurde. Sind auch andere Drogen im Spiel, fließt die Behandlung gar nicht in die Alkohol-Statistik ein.

Wer mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommt, befindet sich laut Viemann in einem Zustand, der einer Narkose gleicht. „Wir überwachen dann alle lebenswichtigen Organe. Es besteht auch die Gefahr, dass Patienten am eigenen Erbrochenen ersticken.“

Der jüngste Patient, der in der Dienstzeit Viemanns, die im JHD vor zwei Jahren begann, behandelt werden musste, war gerade einmal zwölf Jahre alt. Ein Junge aus schwierigen familiären Verhältnisse. Viemann sagt, dass seiner Erfahrung nach jugendliche Patienten oft mehrfach in ihrem Leben mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert werden müssten. Das JHD arbeitet eng mit der Drogenberatungsstelle Drob zusammen, um Aufklärung zu leisten und sich für Prävention stark zu machen.

Aufklärung und Prävention

Aufklärung und Prävention, dafür steht auch die DAK-Kampagne für Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren. Bereits im zehnten Jahr sucht die Krankenkasse die besten Plakate gegen das Rauschtrinken. Seit 2010 haben bundesweit mehr als 95.000 junge Künstlerinnen und Künstler bunte Plakate gegen das Komasaufen gestaltet, darunter auch viele aus der Region Delmenhorst.

„Bei ‚bunt statt blau‘ werden junge Künstler selbst zu glaubwürdigen Botschaftern gegen das Rauschtrinken. Das macht diese Präventionskampagne so besonders“, sagt Hessel. Verbunden mit der Kampagne ist die „Aktion Glasklar“, die seit 14 Jahren Schüler, Lehrer und Eltern über Alkohol aufklärt.


nEinsendeschluss für den Wettbewerb „bunt statt blau“ ist der 31. März. Anschließend werden in allen Bundesländern die besten Plakate ausgezeichnet. Im Juni wählt eine Bundesjury den Bundesgewinner. Weitere Informationen und die Teilnahmebedingungen gibt es unter www.dak.de/buntstattblau

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