Furcht vor Verkehrsinfarkt Das macht eine neue B212 mit den Delmenhorstern

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Zieht eine neue Bundesstraße noch mehr Schwerverkehr in den Delmenhorster Norden? Im Bild die stark belastete Einmündung Stedinger Landstraße/Stromer Landstraße. Foto: Melanie HohmannZieht eine neue Bundesstraße noch mehr Schwerverkehr in den Delmenhorster Norden? Im Bild die stark belastete Einmündung Stedinger Landstraße/Stromer Landstraße. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Viermal so viele Laster könnten mitten durch Delmenhorst donnern, wenn die neue Bundesstraße 212 von Berne nach Bremen fertiggestellt ist. Am Dienstag, 15. Januar, gibt es öffentliche Informationen im Rathaus, was auf die Anwohner von Cramerstraße bis Stedinger Landstraße zurollt.

Delmenhorst droht unter einer dramatischen Verkehrslast zu ersticken, wenn die neue Bundesstraße B212 wie derzeit geplant gebaut wird. Das hat Martin Clausen von der Interessengemeinschaft im Vorgriff auf Beratungen im Planungsausschuss des Stadtrates am morgigen Dienstag bekräftigt. Clausen rechnet mit drastischen Zahlen vor, wie sich vor allem der Schwerverkehr von der Cramerstraße über Friedrich-Ebert-Allee, Stedinger Straße und Landstraße sowie auch auf der Dwostraße zulasten der betroffenen Anwohner um ein mehrfaches erhöht.

Neue B212 schon in Bau

Derzeit wollen die Straßenbauer eine neue B212 Höhe Stromer Landstraße mitten durch den Delmenhorster Stadtnorden legen. Ihr Ziel: Die Bundesstraße, die bei Berne bereits in Bau ist und sich immer weiter in Richtung Delmenhorst frisst, an die neue Autobahn A 281 auf Bremer Gebiet anschließen und so vor allem den Schwerverkehr in Richtung Güterverkehrzentrum ansaugen. Mit Auf- und Abfahrten im Delmenhorster Norden würde die Verkehrsader laut Gutachten beispielsweise auf der Stedinger Straße in Höhe der Atlas-Maschinenfabrik das Lkw-Aufkommen mehr als vervierfachen: Statt derzeit rund 1200 Laster würden dann 5300 Laster am Tag über die Straße donnern. Erheblich leiden würden auch die Anwohner der Dwostraße: Sie müssten statt der jetzt 500 Brummis täglich 2700 ertragen! Clausen: „Eine Variante der B212 nördlich von Deichhausen mit einem Teilanschluss würde dieses Verkehrsdesaster vermeiden, dazu die umliegenden Straßen vor zusätzlichen Verkehren weitestgehend bewahren und verhindern, dass die Wohnqualität im Norden von Delmenhorst durch eine autobahnähnliche Straßentrasse völlig entwertet würde.“

Streit um Streckenführung

Seit vier Jahren tobt nunmehr eine Kontroverse um die genaue Streckenführung der neuen Bundesstraße, die vor allem die Häfen in Brake und Nordenham mit den Logistikunternehmen im GVZ verbinden soll. Bei Spille an der Ochtum ist bislang der Grenzübergang Niedersachsen/Bremen geplant. Dazu gibt es aber mehrere Varianten, wo genau die B212 auf Delmenhorster Gebiet verlaufen soll. Sie kreuzt in jedem Fall die Stedinger Landstraße und je nachdem, ob und wie viele Auf- und Abfahrten gebaut werden, ergeben sich starke oder minder starke Folgen für das Verkehrsaufkommen in Delmenhorst. Deichhauser Anwohner im äußersten Stadtnorden erwarten dagegen eine Verkehrsentlastung, falls die B212 südlich von ihnen kommt. In einem regelmäßig tagenden „Dialogforum“ tauschen sich Delmenhorst, Ganderkesee, Bremen und die Kreise Oldenburg und Wesermarsch über die nächsten Schritte aus.

Infos im Planungsausschuss

Morgen im Planungsausschuss (öffentlich ab 17 Uhr im Rathaus) berichtet die Verwaltung über die Untersuchungsergebnisse hinsichtlich Verkehr, Lärm, Landwirtschaft und Naturschutz. Wann die genaue Streckenführung festgelegt wird, ist offen: „Eine abschließende Positionierung der Stadt Delmenhorst zum Ergebnis des Variantenvergleiches kann erst nach Abschluss des aktuell laufenden Moderationsverfahrens erfolgen. Derzeit liegen lediglich Ergebnisse einzelner fachlicher Untersuchungen vor. Eine Gesamtbetrachtung und -bewertung der darin gewonnenen Erkenntnisse steht jedoch noch aus. Dieses abschließende Ergebnis des Variantenvergleiches ist vor einer Positionierung seitens der Stadt Delmenhorst abzuwarten“, heißt es in der Vorlage. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 sollen zur Information der Öffentlichkeit Veranstaltungen in Lemwerder und Delmenhorst stattfinden.


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