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Frauenklinik Delmenhorst Aufsichtsrat spricht sich für geburtsmedizinische Abteilung aus

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Der Aufsichtsrat des JHD spricht sich einstimmig für den Erhalt einer geburtsmedizinischen Abteilung aus. Foto: Marco JuliusDer Aufsichtsrat des JHD spricht sich einstimmig für den Erhalt einer geburtsmedizinischen Abteilung aus. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. In der Debatte rund um den Wechsel in der Leitung der Frauenklinik am Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) meldet sich jetzt der Aufsichtsrat des Krankenhauses zu Wort.

Dabei reagiert Axel Jahnz als Aufsichtsratsvorsitzender vor allem auf die Befürchtungen, die Geburtshilfe in Delmenhorst sei durch den Abgang der bisherigen Chefin Dr. Katharina Lüdemann gefährdet. „Dem Aufsichtsrat ist die Bedeutung einer wohnortnahen geburtsmedizinischen Versorgung sehr bewusst, und er spricht sich einstimmig für den Erhalt einer geburtsmedizinischen Abteilung am Josef-Hospital aus“, heißt es in der von Jahnz unterzeichneten Mitteilung. Er selbst habe sich mit JHD-Geschäftsführer Florian Friedel über das Thema ausführlich ausgetauscht und kann daher versichern, „dass die Geschäftsführung diese Ansicht teilt und die geburtsmedizinische Versorgung im Josef-Hospital auch weiterhin in der gewohnt bewährten Qualität angeboten wird“.

Jahnz betont zudem noch einmal, dass personelle Angelegenheiten allein in der Entscheidung des Geschäftsführers liegen. So sei es im Gesellschaftsvertrag geregelt. Zum Wechsel in der Leitung der Frauenklinik heißt es weiter: „Der Aufsichtsrat steht hinter der Entscheidung des Geschäftsführers, der sich mit dem ärztlichen Direktor Dr. Frank Starp abgestimmt hat.“

Keine wirtschaftlichen Erwägungen

Jegliche Vorwürfe, das Josef-Hospital wolle aus wirtschaftlichen Erwägungen die Kaiserschnittrate steigern, seien falsch, „denn selbstverständlich treffen die verantwortlichen Ärzte eine solche Entscheidung allein unter medizinischen Gesichtspunkten“, teilt Jahnz mit und ergänzt: „Der Geschäftsführer teilt diese Auffassung und hat versichert, dass er sich in der Vergangenheit nie in die medizinische Indikationsstellung eingemischt hat und dies auch in der Zukunft nicht tun wird.“

Appell an Politik und Öffentlichkeit

Die Mitteilung des Aufsichtsrats endet mit einem Aufruf: „Der Aufsichtsrat appelliert an Teile der Politik, die Öffentlichkeit und die Medien, bei allem Verständnis für die emotional geführte Debatte, die Diskussion wieder zu versachlichen und den respektvollen Umgang miteinander zu wahren.“

Oberärztin geht

Unterdessen ist bekannt geworden, dass in Folge des Abgangs von Dr. Lüdemann die Oberärztin Anna Fabianowski ihre Kündigung eingereicht hat, eine enge Vertraute Lüdemanns. Geschäftsführer Friedel bestätigt die Kündigung der Oberärztin. Auch eine Assistenzärztin werde das JHD verlassen, diese Entscheidung habe aber nichts mit dem Wechsel in der Leitung zu tun. Zuvor hatten bereits – wie berichtet – fünf Hebammen, die in Teilzeit beschäftigt sind, ihre Kündigung eingereicht, was unter anderem Hebammenverbände alarmiert hat. Sie sehen aufgrund des Fachkräftemangels große Schwierigkeiten, vakante Stellen wieder zu besetzen.

Große Auswirkungen auf den laufenden Betrieb der Frauenklinik erkennt Friedel hingegen nicht: „Uns liegen Initiativbewerbungen von Ärzten vor. Insgesamt macht uns die Besetzung in der Frauenklinik keine Sorgen, weil wir dort etwaige temporäre Unterbesetzungen durch Honorarkräfte auffangen können.“


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