Umbau bis Februar Delmenhorster Kläranlage soll Selbstversorger werden

Von Sascha Sebastan Rühl

Die Biogasanlage der Stadtwerkegruppe Delmenhorst soll künftig Klärgas nutzen. SWD-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen (rechts) und Bereichsleiter Jens Kramer zeigen hier neue Technik an den Nachklärbecken der Kläranlage, die 2018 für 10,6 Millionen Euro saniert wurde. Foto: Sonia VoigtDie Biogasanlage der Stadtwerkegruppe Delmenhorst soll künftig Klärgas nutzen. SWD-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen (rechts) und Bereichsleiter Jens Kramer zeigen hier neue Technik an den Nachklärbecken der Kläranlage, die 2018 für 10,6 Millionen Euro saniert wurde. Foto: Sonia Voigt

Delmenhorst. Nach gut zwei Jahren soll die Biogasanlage am Delmenhorster Klärwerk wieder in Betrieb genommen werden. Künftig will die Stadtwerkegruppe mit Gas aus Klärschlamm Strom und Wärme produzieren.

Voraussichtlich ab Ende Februar wird die Biogasanlage der Stadtwerke Delmenhorst am Donneresch wieder genutzt. Sie war 2007 in Betrieb genommen und 2016 wieder abgeschaltet worden, als sie unrentabel wurde. 3,2 Millionen Euro Baukosten waren für die Anlage damals geplant. Um Wärme und Elektrizität zu produzieren, war Biomasse wie Mais nötig, der zugekauft werden musste und zum Schluss zu teuer geworden war. Zeitweise mussten pro Tag 50 Tonnen „Futter“ aus der Region angeliefert werden.

Klärwerk versorgt sich selbst mit Strom

Nun wurde laut Stadtwerke-Sprecherin Britta Fengler ein anderer Weg gefunden, um die Biogasanlage rentabel nutzen können. „Sie wird derzeit umgebaut, um den Klärschlamm der Kläranlage effizient aufzubereiten. Er wird in der Anlage behandelt und aufbereitet, sodass eine optimierte Nutzung erfolgt – sowohl im thermischen Bereich als auch im Prozess der Gasnutzung.“ Jedes Jahr fallen in Delmenhorst laut Angaben der Stadtwerkegruppe 7000 Tonnen Klärschlamm an. Das Klärgas werde im eigenen Blockheizkraftwerk „verstromt“ und diene teilweise zur Deckung des elektrischen Energieverbrauchs der Kläranlage. Vor dem Umbau waren 1200 Haushalte in Delmenhorst von der Anlage mit Strom versorgt worden. Unter anderem lieferte das in der Anlage produzierte Gas über ein Blockheizkraftwerk den Grundbedarf an Wärme für das Delfina und später die Grafttherme. Nach seiner Bearbeitung wird der Klärschlamm abgeholt, um verbrannt oder von Zementwerken genutzt zu werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN