Vorstoß gegen Marketingmythen Delmenhorster Labor analysiert Zusätze in Getränken

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Die Auswahl an Getränken ist auch bei sogenannten Energy Drinks groß. Doch was steckt eigentlich drin?Imago Stock & People/GeisserDie Auswahl an Getränken ist auch bei sogenannten Energy Drinks groß. Doch was steckt eigentlich drin?Imago Stock & People/Geisser

Delmenhorst. Was steckt eigentlich in Getränken drin, geht von einigen gar eine Gesundheitsgefahr aus? Dieser Frage spürt das Delmenhorster Lafu-Labor nach.

Nanopartikel als Farbstoff, BPA in Plastikflaschen, Pestizide im Saft oder auch krebserregende Farb-, Süß- und Konservierungsstoffe: Wenn Gary Zörner vom Labor für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) über Getränke spricht, kann einem der Durst schon mal vergehen.

Zörner sieht ein generelles Problem

„Oftmals ranken sich um die Rezepturen sorgfältig orchestrierte PR-Legenden wie beispielsweise das ,geheime Originalrezept‘ von Coca-Cola“, sagt er. Dabei enthält auch dieses Rezept nach seiner Meinung „bedenkliche Inhaltsstoffe“.

Damit nicht genug. Zörner, der sagt, dass er früher selbst „Getränke für die Industrie komponierte“, sieht ein generelles Problem: Wirtschaftliche Interessen verhinderten häufig eine umfassende Bewertung von Getränken entlang des gesamten Produktlebenszyklus’. Auch wenn sogenannte Grenzwerte eingehalten würden, werde der Verbraucher manipuliert, indem ihm eine angebliche Sicherheit vorgetäuscht werde.

Bedenken auch beim Bier

Zum Bier etwa sagt Zörner: „Die auch in den Medien breit veröffentlichten Ergebnisse von Bieruntersuchungen ergaben, dass nur Bio-Biere frei von Glyphosat waren. Jegliche Biersorten, deren Rohstoffe aus konventionellem Anbau hergestellt wurden, waren mit dem krebserregenden Glyphosat verseucht.“

Was bringen probiotische Shakes?

Was davon zu halten ist, will er mit Kollegen Ende Januar während eines Vortragsabends in der Volkshochschule darlegen. Dann soll auch der Frage nachgegangen werden, ob probiotische Shakes, isotonische Sportlerdrinks und sogenannte Infused Water das halten, was sie versprechen.

Plädoyer für das Vorsorgeprinzip

Doch schon jetzt fordert der Diplom-Ingenieur: „Besonders für krebserregende Stoffe sollte hier das Vorsorgeprinzip angewendet werden. Das heißt, sie sollten vollkommen aus dem Lebensumfeld des Menschen verschwinden, da jedes kleinste bisschen solcher Substanzen das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen können.“


Der Vortrag „Getränke – von gesund und munter machend bis zum gesundheitsschädlichen Schadstoff-Cocktail und krankheitserregenden Keimen“ läuft am Freitag, 25. Januar, von 18 bis 20.15 Uhr in Raum 08 der Volkshochschule auf der Nordwolle. Anmeldungen dort unter Telefon (04221) 981800 oder per Mail an info@vhs-delmenhorst.de; die Gebühr beträgt neun Euro. Es referieren Ann-Kathrin Seiz, Renate Seyfert, Gary Zörner und Frauke Heimsoth von der Lafu GmbH.

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