Rückblick Mai bis August Das Jahr 2018 in Delmenhorst: Die Stadt hält den Atem an

Gutes Ende nach einem Ausnahmezustand in der Stadt: Sprengmeister Hans Mohr (3. von links) und sein Team konnten im Mai den Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bergen und entschärfen. 5000 Menschen mussten zuvor aus Sicherheitsgründen Wohnungen und Häuser verlassen. Foto: Kai HasseGutes Ende nach einem Ausnahmezustand in der Stadt: Sprengmeister Hans Mohr (3. von links) und sein Team konnten im Mai den Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bergen und entschärfen. 5000 Menschen mussten zuvor aus Sicherheitsgründen Wohnungen und Häuser verlassen. Foto: Kai Hasse

Delmenhorst . Aufregende Sommermonate: Eine Fliegerbombe mit enormer Sprengkraft musste im Mai in Delmenhorst geborgen und entschärft werden. Auch der Sommer brachte hitzige Momente.

Ausnahmesituation: Am 18. Mai hat die Stadt über Stunden den Atem angehalten. Rund 5000 Menschen im Stadtosten mussten den Sperrbezirk in einem Radius von 1000 Metern um den Fundort einer Weltkriegsbombe an der Langenwischstraße aus Sicherheitsgründen verlassen. Um exakt 13.49 Uhr haben dann Sprengmeister Hans Mohr und seine Kollegen vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen Entwarnung geben können. Den Blindgänger, eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, satte fünf Zentner schwer, hatten sie exakt zu diesem Zeitpunkt erfolgreich entschärft.

230 Einsatzkräfte bei Entschärfung dabei

„Nach Einschätzung des Sprengmeisters wären die Splitter bei einer Detonation 1000 Meter weit geflogen. Wenn du so ein Ding abkriegst, bist du tot“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz nach dem erfolgreichen Abschluss der Entschärfung noch unter dem Eindruck der Ereignisse. Rund 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen sowie 30 zivile Helfer waren für einen weitgehend reibungslosen Ablauf der Evakuierung zuständig. Die Bürger, auch das fand Lob von den Experten, haben die Situation rund um die Evakuierung und Entschärfung gelassen hingenommen.

Dürresommer macht der Stadt zu schaffen

Eine Ausnahmesituation bildete auch der lange, heiße und extrem trockene Sommer. Mit dem Trinkwasser sollte man sparsam sein, Wasserläufe wie die Heidkruger Bäke trockneten aus, die Waldbrandgefahr stieg, Landwirte klagten über Ernteverluste.

Dürre: Durch die anhaltende Hitze und Trockenheit ist die Heidkruger Bäke in diesem Sommer teilweise ausgetrocknet. Tiere verendeten. Foto: Jan Eric Fiedler


Viele Großveranstaltungen in der Innenstadt

Doch auch anhaltende Hitze hat das Stadtleben nicht lahmlegen können. Die Delmenhorster und ihre Gäste zeigten auch im Sommer immer wieder, dass sie auch feiern können. Ein Fest zum Abschluss der Innenstadt-Sanierung, das mehrtägige Stadtfest, Graf Gerds Stadtgetümmel und viele Veranstaltungen mehr boten Gelegenheit, zu zeigen, wie lebenswert die Stadt ist.

Party pur: Beim Delmenhorster Stadtfest im Juni war mal wieder die Hölle los. Foto: Melanie Hohmann


Alte Fabrik verschwindet aus dem Stadtbild

Hitzefrei gab es auch für die Arbeiter nicht, die den Abriss der Delmod-Fabrik vorangebracht haben. Wo an der Brauenkamper Straße Bagger ganze Arbeit verrichteten, erstreckte sich einst der Gebäudekomplex des Moderiesen Delmod – ein Unternehmen, das über viele Jahre den Ruf Delmenhorsts als bedeutender Standort der Bekleidungsindustrie mitprägte.

Ende eines Traditionsstandorts: Bagger bahnen sich ihren Weg durch die Trümmer: Die Produktionshalle des früheren Delmod-Geländes ist Geschichte. Foto: Frederik Grabbe



Die Monate Mai bis August im Überblick:

Mai

  • 1. Mai: Die Demo zum Tag der Arbeit nimmt die Entlassungen im JHD in den Fokus. 
  • 4. Mai: Ratspolitik stellt Weichen für neues urbanes Viertel auf freiem Wolleparkgelände. 
  • 4. Mai: Fünf Bronzewappen der Partnerstädte auf dem Rathausplatz eingelassen. 
  • 4. Mai: Niederdeutsches Theater Delmenhorst feiert sein 90-jähriges Bestehen. 
  • 5. Mai: Der von einer Rechtspopulistin aus Leer initiierte „Frauenmarsch“ rund um den Bahnhof ruft massive Gegenreaktionen aus dem linken politischen Lager hervor. Einem Großaufgebot der Polizei gelingt es, die ideologisch verfeindeten Lager weitgehend auseinanderzuhalten. 
Der von einer Rechtspopulistin aus Leer initiierte „Frauenmarsch“ rund um den Delmenhorster Bahnhof hat massive Gegenreaktionen aus dem linken politischen Lager provoziert. Einem Großaufgebot der Polizei gelang es, die ideologisch verfeindeten Lager auseinanderzuhalten. Foto: Thomas Breuer


  • 5. Mai: Abschluss der Sanierung der Innenstadt mit einem großen Programm gefeiert.

Die Bauarbeiten in der City hatten endlich ein Ende: Anfang Mai ist mit einem bunten Programm an der Langen Straße der Abschluss der Innenstadtsanierung gefeiert worden. Foto: Melanie Hohmann


  • 18. Mai: Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst können Blindgänger an der Langenwischstraße entschärfen. 5000 Menschen mussten zuvor Wohnungen und Häuser verlassen.
  • 21. Mai: Großes Feuer zerstört Holzhaus am Dwoberger Heuweg.

Voll in Flammen stand dieses Haus am Dwoberger Heuweg an Pfingsten. Foto: Günther Richter


  • 30. Mai: Delmenhorster Krankenhaus spürt Folgen der Hitzewelle.

Juni

  • 2. Juni: Delme Expo läuft am Eröffnungstag gut an.
  • 7. Juni: Stadtfest Delmenhorst startet sommerlich.
  • 8. Juni: City-Parkhaus nimmt Konturen an. Treppenhaus-Elemente stehen.
  • 8. Juni: Beim Abriss der ehemaligen Delmod-Fabrik muss Asbest entsorgt werden.
  • 10. Juni: Komiker Otto Waalkes überrascht Schüler des Gymnasiums an der Willmsstraße.

Die Schüler des Gymnasiums an der Willmsstraße führten „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ als Theaterstück auf. Der Vater der Geschichte, Otto Waalkes, kam spontan vorbei und überraschte die Schüler. Foto: Manuel Titze


  • 16. Juni: Burginsel-Lauf zieht Sportler in die Graft.

Juli

  • 7. Juli: Grad Gerds Stadtgetümmel bietet wieder eine Zeitreise ins Mittelalter. Rund 12 000 Besucher sind insgesamt dabei.
  • 21. Juli: Besucherrekord bei den „Burginselträumen“: 1900 Gäste lassen sich in diesem Jahr inspirieren.
  • 25. Juli: Trockenheit zehrt an den Flüssen. Teile der Heidkruger Bäke ausgetrocknet.
  • 31. Juli: Dürre: Delmenhorster Bauern leiden unter Futterknappheit für die Tiere und finanziellen Einbußen.
  • 31. Juli: Jugendhaus Wittekindstraße feiert 40-jähriges Bestehen.

August

  • 4. August: Gut Dauelsberg feiert Richtfest für zwei neue Wohnprojekte.
  • 6. August: Delmod-Gebäude sind jetzt endgültig abgerissen.
  • 14. August: Festwoche zum zehnjährigen Bestehen der Palliativ-Station im Krankenhaus startet.
  • 24. August: JHD stellt Ärzte und Pflegeschüler ein und sieht sich im Aufwind und für Neubau gerüstet.
  • 24. August: Rockfans trotzen Regenguss bei Dire Strats-Konzert auf dem Burginsel-Festival.


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