Kritik am Josef-Hospital wächst Nicht nur Hebammen in Sorge um Delmenhorster Geburtshilfe

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Kritik an der Entscheidung, an der Spitze der Frauenklinik des Josef-Hospitals Delmenhorst einen Wechsel vorzunehmen, zieht immer größere Kreise. Symbolfoto: Holger Hollemann/dpaDie Kritik an der Entscheidung, an der Spitze der Frauenklinik des Josef-Hospitals Delmenhorst einen Wechsel vorzunehmen, zieht immer größere Kreise. Symbolfoto: Holger Hollemann/dpa

Delmenhorst . Berufsverbände und Vertreter Bremer Kliniken kritisieren den Wechsel an der Spitze der Frauenklinik in Delmenhorst – und stellen eine Forderung.

Die Kritik an der Entscheidung, an der Spitze der Frauenklinik des Josef-Hospitals Delmenhorst einen Wechsel vorzunehmen, zieht immer größere Kreise. In einer gemeinsamen Erklärung fordern unter anderem Vertreter von Berufsverbänden und führende Vertreter von Bremen Kliniken die Geschäftsführung des JHD auf, die „Entscheidungen mit allen Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung von Frauen und Neugeborenen der Region Delmenhorst zu überprüfen und gegebenenfalls die Entscheidung zu revidieren“.

Große Besorgnis

Mit großer Besorgnis, so heißt es in der Erklärung, nehme man den Umgang mit der bisherigen Chefärztin Dr. Katharina Lüdemann zur Kenntnis. Deren fachliche Kompetenz sei weit über die Landesgrenzen hinaus geachtet. So gehöre Lüdemann zu den wenigen Expertinnen, die zur Zeit in der Leitlinienkommission an der medizinischen Leitlinie „Die vaginale Geburt am Termin“ und „Die Sectio caesarea“ mitarbeiten. „Ihren großen geburtshilflichen und gynäkologischen Kenntnissen und dem guten Ruf der von ihr geleiteten Frauenklinik ist es zu verdanken, dass sie trotz Insolvenzverfahren und Fachkräftemangel viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Oldenburg und Bremen für das Josef-Hospital gewinnen konnte“, heißt es in der Erklärung. Da jetzt Hebammen und Ärzte kündigen werden, sei es absehbar, „dass die Abteilungen der Frauenklinik ab April nicht mehr aufrecht erhalten werden können“. Der Verlust von Mitarbeitern sei auf dem Arbeitsmarkt nicht zu kompensieren. „Für uns ist unverständlich, besonders vor dem Hintergrund, in dem sich das JHD zur Zeit befindet, wie eine sehr gut funktionierende Frauenklinik bewusst in eine Katastrophe gesteuert wird“, heißt es wörtlich.


Die Unterzeichner: Dr. Kerstin Schwarzer, Landesvorsitzende des Berufsverband der Frauenärzte Bremen; Hebammenverband Niedersachsen; Hebammenlandesverband Bremen; Bremer Bündnis natürliche Geburt; Dr. Wladimir Pauker, Klinikdirektor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Bremen-Nord; Dr. Torsten Frambach, Chefarzt der Frauenklinik am St. Joseph-Stift Bremen.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN