Reicher künstlerischer Nachlass Vor 40 Jahren starb der Delmenhorster Maler Willi Oltmanns

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Ein produktiver Maler in seinem Atelier: Willi Oltmanns, hier im Jahr 1956, hat bei seinem Tod vor 40 Jahren mehr als 300 Ölbilder und über 1000 Aquarelle hinterlassen. Archivfoto: Hermann WeizsäckerEin produktiver Maler in seinem Atelier: Willi Oltmanns, hier im Jahr 1956, hat bei seinem Tod vor 40 Jahren mehr als 300 Ölbilder und über 1000 Aquarelle hinterlassen. Archivfoto: Hermann Weizsäcker

Delmenhorst. Vor 40 Jahren ist der Delmenhorster Maler Willi Oltmanns verstorben. Sein reicher künstlerischer Nachlass erfreut die Kunstfreunde noch heute.

Immer wieder mal öffnen sich die Türen seines Hauses am Klosterdamm für kunstinteressierte Besucher, die sich von den farbenfrohen Gemälden in ihren Bann ziehen lassen. Schließlich hat Willi Oltmanns in Delmenhorst den Gipfel seiner künstlerischen Schaffenskraft erreicht. Sein Renommee als Maler reichte weit über die Stadtgrenzen hinaus, auch im Ausland waren seine Bilder bekannt. Als er am 3. Januar 1979 im Alter von 73 Jahren verstarb, hinterließ er mehr als 300 Ölbilder und über 1000 Aquarelle. Dass dieser reiche künstlerische Nachlass für die Öffentlichkeit in seinem Atelierhaus am Klosterdamm zugänglich bleibt, sichert die 1985 gegründete Willi-Oltmanns-Stiftung.

Geboren in Bant

Oltmanns wurde am 29. September 1905 in Bant, heute ein Stadtteil Wilhelmshavens, geboren. Nach einer Malerlehre zog es ihn ins Riesengebirge, in die Künstlerkolonie Schreiberhau, wo sein Bruder ein Kunst- und Antiquitätengeschäft führte. Dort eignete er sich große Kunstfertigkeit vor allem in der Bemalung von schlesischen Bauernmöbeln an. Einige Zeit später wählte er das Leben als freischaffender Künstler und schloss sich der Künstlervereinigung Sankt Lukas an. Die Teilnahme an ersten Ausstellungen folgte, zudem gestaltete der junge Künstler Bühnenbilder für Stücke von Carl Hauptmann.

Ab 1933 wehte der Künstlerszene ein scharfer politischer Gegenwind ins Gesicht, auch Willi Oltmanns geriet infolge der braunen Kulturpolitik unter Druck. Ausstellen durfte er nicht mehr, und 1942 wurde er zum Kriegsdienst in einer Nachrichteneinheit in Russland eingezogen. Aquarelle, die in dieser Zeit entstanden, konnten über die Zeit gerettet werden. 1947 aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen, führte ihn sein Weg nach Delmenhorst.

Hier wurde er mit Ehefrau Lilo heimisch, 1954 konnte das künstlerische Domizil am Klosterdamm bezogen werden. Von 1953 bis 1967 unterrichtete Oltmanns an der hiesigen Volkshochschule.


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