Böllerkauf auf der Jute Feuerwerkfreunde strömen zu Hunderten nach Delmenhorst

Von Thomas Breuer und Manuel Titze

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Delmenhorst. Faszination Feuerwerk: Auf der Jute herrschte in der Nacht zu Freitag, 28. Dezember, der Ausnahmezustand. Dabei legte die Kundschaft für ihre Einkäufe teilweise viel Geld auf den Tisch.

350 Kilogramm Sprengstoff maximal. Mehr darf es nicht sein, der zu ein und derselben Zeit beim andauernden Feuerwerksverkauf des Postenhandels Nord in dessen Räumlichkeiten im Jute-Center gelagert wird. Für Christoph Pawlowski, den Chef des Unternehmens, und sein 35-köpfiges Verkaufsteam stellt dies seit dem Verkaufsstart um 0.05 Uhr in der Nacht zum gestrigen Freitag eine logistische Herausforderung dar. Denn bereits zum Start drängten Hunderte in das Geschäft, sicherten sich ihre Wunschartikel und schoben nicht selten mit prall gefüllten Einkaufswagen davon.

Nachschub kommt aus dem Bunker

Wo sich die ersten Lücken abzeichneten, musste schnell aufgefüllt werden. Ausreichend Waren hat die Firma in einem Bunker im Landkreis Oldenburg stehen, immer wieder wird Nachschub antransportiert.

Hunderte stehen in der Kälte

Hunderte waren es, die sich am Donnerstagabend in die Schlange der Wartenden einreihten, die schließlich bis zum Aldi-Markt auf der gegenüberliegenden Seite des Parkplatzes reichte. Schon gegen 20 Uhr standen die Ersten vor den verschlossenen Türen der Jute-Passage. Als der Einlass begann, erfolgte er in kleinen Gruppen, um niemanden zu gefährden.

Auf Qualität aus

Was bloß reizte die Menschen nachts, kurz vor Silvester lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen? Für manche waren was Neuheiten des noch relativ jungen Anbieters Funke, der ein besonderes Qualitätsfeuerwerk verspricht. Andere wollten einfach zu den Ersten gehören, die ihren Einkaufswagen füllen.

Angereist aus Dortmund und Hamburg

Ein Paar aus Dortmund berichtete, dass es auf der Durchfahrt gewesen sei und über das Internet vom Verkaufsstart erfahren habe. Eine Clique von jungen Männern wiederum kam aus Hamburg, andere aus Aurich oder Hannover.

Junge Frau wird ohnmächtig

Überschattet wurde die Veranstaltung von einem Rettungseinsatz gegen 0.50 Uhr. Eine junge Frau sei ohnmächtig geworden, berichteten Augenzeugen.

1400 Euro zu dritt investiert

Welche Mengen mitunter im Einkaufswagen landete, ließ so manchen staunen. Tim, Jascha und Malte, alle drei in den Zwanzigern, investierten satte 1400 Euro in Feuerwerksartikel. „Silvester lassen wir es immer richtig krachen“, sagte Malte, „da kennen wir kein Pardon.“

Drei Stunden warten aufs Feuerwerk

Immerhin noch 380 Euro gab Sven Siebert aus Aurich aus, der es vor allem auf bestimmte Funke-Produkte abgesehen hatte. Drei Stunden Wartezeit nahm er dafür in Kauf.

Geöffnet durchgehend bis Freitagabend

So groß der nächtliche Andrang auch war, für Postenhandel-Chef Pawlowski kam er nicht überraschen. „Das war wie vor einem Jahr“, meinte er. Dass er sein Geschäft nach dem nächtlichen Verkauf durchgehend bis Freitagabend geöffnet ließ, rentierte sich ebenfalls. „Ganz früh am Morgen kamen viele Handwerker auf ihrem Weg zur Arbeit vorbei“, freute er sich.

Behörden sind wachsam

Und auch die Behörden waren nach seinen Worten schon dreimal da. Um zu kontrollieren, dass die zulässige Menge an Sprengstoffen vor Ort nicht überschritten wird.


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