Geständnis vor dem Landgericht Trunkenheitsfahrt hat für Delmenhorster viele Folgen

Von Ole Rosenbohm

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Delmenhorst / Oldenburg Der Gang in die zweite Instanz hat sich für einen Delmenhorster gelohnt. Die Strafe gegen ihn ist zur Bewährung ausgesetzt worden.

Seine Autofahrt mit reichlich Alkohol im Blut doch noch zugegeben hat ein 46-jähriger Delmenhorster vor dem Oldenburger Landgericht. Besser so. Denn die Kleine Strafkammer änderte eine sechsmonatige Haftstrafe gegen den Mann aus erster Instanz gestern in der einzigen Strafsache zwischen den Feiertagen in eine Bewährungsstrafe um. Der Mann bleibt frei. Das dürfte ihm am wichtigsten gewesen sein.

Pinkelnd und betrunken angetroffen

Während der nächtlichen Kontrolle im April 2017 und vor dem Amtsgericht Delmenhorst hatte der 46-Jährige jegliche Fahrt noch bestritten. Sein Bruder habe am Steuer gesessen, soll er gesagt haben, als ihn die Polizei nach Mitternacht pinkelnd und mit 1,68 Promille im Blut aufgefunden hatte. Vom Bruder aber fehlte jede Spur, und der Schlüssel des mit vollen und leeren Bierflaschen angefüllten, warmen und immer noch offenen Wagens fand sich in der Hosentasche des laut polizeilicher Aussagen stark schwankenden Mannes. Vor der Kontrolle hatte eine Tankstellenangestellte die Polizei per Notruf über den für sie offensichtlich Betrunkenen informiert, der bei ihr zwei Halbliter-Dosen Bier erstanden und sich danach wieder in den Wagen gesetzt und seine Fahrt fortgesetzt hatte.

Durch Jobverlust bereits gestraft

Das Gericht folgte im Urteil sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft. Der Mann, ein vierfacher Vater, sowie seine gesamte Familie sei bereits gestraft durch den Verlust des Führerscheins, durch den er seinen Job als Lastwagenfahrer verlor und in arge finanzielle Schwierigkeiten gekommen war. Auch glaubte das Gericht dem Angeklagten, nicht mehr zu trinken. Den Anstoß dazu, erklärte der Mann, habe er durch einen mehrmonatigen Gefängnisaufenthalt bekommen, den er wegen einer vorsätzlichen Körperverletzung (auch unter Alkoholeinfluss) kurz nach der jetzt verhandelten Trunkenfahrt abgesessen habe. Wichtig für die Entscheidung war auch, dass der Mann zwei lange zurückliegende Bewährungsstrafen wegen Trunkenheitsfahrten ohne Auffälligkeiten überstanden hatte.

Viermonatige Sperrzeit verhängt

Die Sperrzeit bis zu einer möglichen Neubeantragung setzte das Gericht von sieben auf vier Monate herunter. Bekommt der Delmenhorster seinen Führerschein zurück, will er wieder eine Stellung in seinem Beruf anstreben. Für den sollte er trocken bleiben.


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