Diamantene Hochzeit Ortwin und Ursula Zielke gibt es seit 60 Jahren nur im Doppelpack

Auch nach 60 Jahren sind Ortwin und Ursula Zielke glücklich verheiratet, die Nachtwächterführungen ist zu einem geliebten Hobby geworden. Foto: Mareike BaderAuch nach 60 Jahren sind Ortwin und Ursula Zielke glücklich verheiratet, die Nachtwächterführungen ist zu einem geliebten Hobby geworden. Foto: Mareike Bader

Delmenhorst. Jan Tut und Mett Siewers sind in ganz Delmenhorst bekannt. Ohne die schnelle Hochzeit vor 60 Jahren hätte es die Stadtoriginale aber fast nicht gegeben.

Was sich liebt, das neckt sich: Das Ehepaar Zielke ist ein Paradebeispiel dafür – und das seit 60 Jahren. Das ist bei den Nachtwächterführungen mit ihnen in den Rollen als Jan Tut und Mett Siewers zu erleben. Seit fast 20 Jahren spielt Ortwin Zielke schon den Nachtwächter. Seit zehn Jahren kündigt er seine Ursel als „histerische, ähm historische Marktfrau“ an. (Weiterlesen: Wie die Zielkes zu Delmenhorster Originalen wurden)

Auch nach 60 Jahren sind Ortwin und Ursula Zielke glücklich verheiratet. Die Nachtwächterführungen ist zu einem geliebten Hobby geworden. Foto: Mareike Bader

Vor 60 Jahren, am 30. Dezember 1958, heirateten die beiden im Standesamt in Celle. Denn Ortwin war bei der Bundeswehr, sollte nach Delmenhorst versetzt werden. Um Trennungsgeld zu erhalten hatte Ortwins Vorgesetzter geraten, noch vor dem Jahreswechsel zu heiraten. „Wir wären aber auch so zusammen geblieben“, betont Ursula Zielke.

Zuhause in Delmenhorst

In Delmenhorst sind die beiden bis heute geblieben, haben hier ihre Familie gegründet, mit drei Kindern, vier Enkeln und vier Urenkeln. Ende August feierte Ortwin seinen 80. Geburtstag. „Das ist unser Zuhause“, sagt er. Und das kennen sie nur zu gut.

Kennengelernt haben sich die beiden während einer Zugfahrt. „Von da an hab ich sie nicht wieder gehen lassen“, sagt Ortwin. Eine räumliche Trennung kam für ihn auch mit der Versetzung nach Delmenhorst nicht in Frage. Und so mietete er kurzerhand ein möbliertes Zimmer an der Langen Straße an – dort, wo später eine kleine Jan-Tut-Statue stand. Und so blieb Ursula nichts anderes übrig als in Delmenhorst zu bleiben. Unverheiratet hätten sie damals allerdings keine Wohnung bekommen.

Jährlicher Besuch in der Heimat

„Uns gibt es nur im Doppelpack“, steht für beide fest. Ohne einander kann man sich die beiden auch nicht vorstellen. Sie haben vieles miteinander durchgemacht, angefangen von Ursulas Heimweh nach Celle. Aber schnell wollte sie wieder zurück in das neue Zuhause in Delmenhorst. Trotzdem fahren beide jedes Jahr nach Celle, besuchen die Stadt und die Alte Kirche in der Neustadt. Dort feierten sie einige Monate nach der standesamtlichen dann auch die kirchliche Hochzeit. „Weil das alles so im Galopp ging“, erklärt Ursula. (Weiterlesen: Nachtwächterrundgang verändert Blick auf Delmenhorst)

Eine Reise gibt es auch zur Diamanten Hochzeit. „Das ist unser Tag, den genießen wir alleine“, sagen die beiden. Zur Ruhe wollen die beiden auch als Nachtwächter kommen, doch nach wie vor finden sie keinen Ersatz. Sie sind nunmal Originale – und das seit 60 Jahren.


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