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JHD will Thema transparent behandeln Patienten in Delmenhorster Intensivstation mit Keimen infiziert

Von Jan Eric Fiedler und Marco Julius

Zwei Patienten im JHD sind mit einem Keim infiziert. Foto: dk-ArchivZwei Patienten im JHD sind mit einem Keim infiziert. Foto: dk-Archiv

Delmenhorst. Auf der Intensivstation des Josef-Hospitals Delmenhorst sind zwei Patienten mit einem VRE-Keim infiziert. Bei sieben weiteren wurde der Keim nachgewiesen. Dies gab das Krankenhaus am Freitag bekannt.

„Zum Glück gibt es, anders als bei anderen Krankenhauskeimen, noch genügend Antibiotika, mit denen man effektiv behandeln kann“, sagt Dr. Bernd Miele, Chefarzt der Klinik für Interdisziplinare Intensivmedizin. Inzwischen beherrsche man die Infektion, der Keim sei im Blut und der Wunde nicht mehr nachweisbar. 

Gesundheitsamt umgehend informiert

Da VRE nicht zu den Erregern zähle, die gemäß der Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts routinemäßig bei der Aufnahme gescreent werden, lasse sich nicht eindeutig feststellen, ob einer der betroffenen Patienten den Keim mitgebracht oder ob er im JHD übertragen wurde. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurde umgehend das Gesundheitsamt informiert, teilt das Krankenhaus mit. Bei allen Patienten sei Screening auf den VRE-Keim durchgeführt wurden. Bei sieben weiteren Personen sei so eine Besiedlung nachgewiesen worden. „Hier wurde der Keim also nachgewiesen, es sind aber keine Symptome einer Infektion vorhanden“, sagt Dr. Klaus Gutberlet, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Man habe die betroffenen Patienten isoliert.

Desinfektion der gesamten Intensivstation

Da der Keim häufig über Flächen übertragen werde, habe man eine Desinfektion der gesamten Intensivstation und in der aktuellen Situation die Erhöhung der Frequenz der routinemäßigen Desinfektionsmaßnahmen veranlasst. Außerdem wurde eine Typisierung beauftragt, um zu klären, ob die Keime zum selben Bakterienstamm gehören. „Einige Fakten, wie zum Beispiel die unterschiedliche Antibiotikaresistenz der nachgewiesenen Erreger, deuten darauf hin, dass einige Patienten eventuell bereits schon vor dem Klinikaufenthalt den Keim im Darm getragen haben könnten“, sagt Gutberlet.

VRE gehört zu Krankenhauskeimen

VRE steht für Vancomycin-resistente Enterokokken. Sie werden zu den sogenannten Krankenhauskeimen gezählt. „Einige wenige Spezies davon können unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel bei stark abwehrgeschwächten Menschen, eine Infektion auslösen“, heißt es seitens des JHD.

Zusätzliche Hygienemaßnahmen

Um die Patientensicherheit zu gewährleisten, richte man sich nach der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts. Die wichtigste Maßnahme sei dabei die konsequente Umsetzung der Basishygiene. Dazu gehört neben der Handdesinfektion das Tragen von Schutzkitteln und Handschuhen. „Da das auf der Intensivstation zur Routine gehört, ändert sich für das Personal wenig. Wir haben aber noch einmal ausführlich nachgeschult und haben aktuell zusätzlich noch das Tragen eines Mundschutzes veranlasst“, erklärt Gutberlet. Darüber hinaus werden jetzt auch die Besucher in der Basishygiene geschult.

JHD will Thema transparent behandeln

„Wir bedauern sehr, dass die aktuelle Situation für Patienten und Angehörige eine zusätzliche emotionale Belastung darstellt“. sagt Dr. Frank Starp, Ärztlicher Direktor. Mit der Thematik wolle man transparent umgehen. „Eine Übertragung von VRE oder anderen Krankenhauskeimen lässt sich leider nie zu 100 Prozent verhindern.“.


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