Einbruchshoch Einbrüche in Delmenhorster Kitas: „Bestenfalls finden sie Süßigkeiten“

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Einbrüche in Kitas haben sich zuletzt gehäuft. Symbolfoto: Frank Rumpenhorst/dpaEinbrüche in Kitas haben sich zuletzt gehäuft. Symbolfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

Delmenhorst. Der November war der Schwerpunktmonat für Einbrüche in Kitas. Das zeigen Zahlen der Polizei. Dabei gibt es in den Kindertagesstätten kaum etwas zu holen.

Am Montag nach dem Einbruch war die Polizei im Haus. Mal wieder. Ende November haben sich Einbrecher die Kindertagesstätte (Kita) Villa Kunterbunt am Schollendamm als Ziel ausgesucht. „Sie haben eine Scheibe eingeschlagen, sind so eingedrungen und haben in alle Schränke reingeguckt“, beschreibt Gerrit Gieseler-Mahlmann, die Leiterin der Kita. Den Kindern durfte das Erzieher-Team anschließend erklären, warum die Polizei im Hause war: um den Einbruch aufzunehmen nämlich.

Dreimal war eine Lebenshilfe-Kita von Einbrüchen betroffen

Es war die zweite Tat bei der Lebenshilfe-Kita innerhalb kürzester Zeit: Erst Anfang November brachen Einbrecher im selben Gebäude mehrere Türen auf. Und bei der Kita Süd an der Südstraße, ebenfalls in Trägerschaft der Lebenshilfe, drangen die Täter Mitte November ebenfalls über ein eingeschlagenes Fenster ein.

November ist Schwerpunktmonat für Einbrecher

Hat Delmenhorst es mit einer Serie von Einbrüchen in Kitas zu tun? Der Begriff sei im polizeilichen Sprachgebrauch nicht definiert, teilt Sprecherin Daniela Seeger auf Nachfrage mit. Alt bekannt sei aber, dass es jedes Jahr in der dunklen Jahreszeit zu einer Häufung von Einbrüchen komme. Das gelte für Wohnungen, Firmengebäude und öffentlichen Einrichtungen – worunter eben Kitas zählen. Wie die Statistik der Polizei zeigt, war der November der Monat mit den meisten Kita-Einbrüchen in diesem Jahr: Insgesamt fünf Taten zählte die Polizei. Insgesamt waren es bislang acht. Serie oder nicht: Der November scheint Schwerpunktmonat für Einbrüche in Kitas zu sein. Diese Tendenz zeigt auch die Statistik für 2017 auf, in dem der November mit drei Einbrüchen in Kitas den Jahreshöchstwert darstellte. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter gefasst werden, ist übrigens gering: Laut Kriminalstatistik 2017 wird nur etwa jeder dritte Einbruch aufgeklärt.

Kaum Wertvolles in Kitas zu holen

„Die Objekte sind unbewohnt und es ist davon auszugehen, dass sich niemand im Gebäude aufhält“, erklärt Seeger, warum Kitas überhaupt als Ziel ausgewählt würden. Kita-Gelände seien oft weitläufig und unbeleuchtet. Kriminalistisch gesehen handelte es sich eher um Einzeltäter als um Banden, die damit zum Beispiel ihre Drogensucht finanzierten. Seeger sagt aber auch, dass der Einbruch in die Kita wenig lohnenswert sei: Wertgegenstände oder Bargeld seien kaum zu erlangen.

Das bestätigt auch die Leiterin der Kita Kunterbunt Gieseler-Mahlmann: „In Kitas gibt es nichts zu holen. Bestenfalls finden die Täter Süßigkeiten.“ Große Unsicherheit verspürt man in der doppelt betroffenen Kita übrigens nicht: „Wir sind ja schließlich nicht über Nacht hier.“


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