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Parkdeck am Vorwerk bleibt Streitpunkt Viel Zustimmung für neue Entwürfe zum Hertie-Komplex

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Derzeit noch mehr Schatten als Licht: Die Hertie-Immobilie ist seit März 2009 verwaist. Foto: Thomas BreuerDerzeit noch mehr Schatten als Licht: Die Hertie-Immobilie ist seit März 2009 verwaist. Foto: Thomas Breuer

Delmenhorst Die neuen Entwürfe des Hertie-Investors Werner Uhde (Deutsche Immobilien Holding) stoßen bei der Delmenhorster Lokalpolitik auf Anklang. Ein mögliches Parkhaus am Vorwerk bleibt ein Streitpunkt.

Neue Entwürfe für eine Wiederbelebung des Hertie-Kaufhauses liegen auf dem Tisch. Erstmals wird nun auch ein (Teil-)Abriss in Erwägung gezogen. Die Politik lobt die Planungen, die insgesamt weitaus kleinteiligere Ladenzeilen vorsehen, mehrheitlich. Ein altes Problem bleibt aber das Parken am Vorwerk.

Kalmis: Ich habe den Schandfleck satt

Hört man sich in der Politik um, klingt der Fraktionschef der FDP, Murat Kalmis, als einer der leidenschaftlichsten Fürsprecher für eine Umsetzung einer der vorgestellten Varianten. „Wir haben nun die Chance, die Innenstadt wieder neu zu beleben, auch den östlichen Teil. Die Politik muss dem Investor nun eine Chance geben.“ Kalmis sagt auch deutlich: „Ich habe diesen Schandfleck satt.“ Die Gefühlslage teilt auch der Fraktionschef der UAD, Peter Stemmler, der seine Forderung wiederholt: „Reißt die Bude ab.“ Dieses Votum für einen radikalen, baulichen Schnitt, auch in Form eines Teilabrisses, machten auch Eva Sassen (Bürgerforum/Freie Wähler/ Unger) oder Marianne Huismann (Grüne) deutlich. Entsprechend positiv gestimmt sind diese Befragten über die neuen Entwürfe. Auch Edith Belz von der Linken sieht einen großen Fortschritt, weil es gelungen sei, kleinteiliger und „ganz neu zu denken“.

CDU und SPD begrüßen neu angestoßene Debatte

Etwas verhaltener äußern sich die Fraktionschefs der CDU, Kristov Ogonovski, der SPD, Bettina Oestermann, und der AfD, Lothar Mandalka. Sie sprechen von Ansätzen, über die gesprochen werden könne. „Es ist gut, dass überhaupt wieder eine Debatte ins Rollen kommt“, sagt Ogonovski. Er und Oestermann betonen aber beide, dass seit dem interfraktionellen Treffen vor zwei Wochen, als die Politik über die Hertie-Pläne im kleinen Kreis informiert worden ist, bislang wegen der Haushaltsberatungen keine Zeit gewesen sei, sich weiter mit den Entwürfen zu befassen.

Alter Konflikt wird wieder aufbrechen

Trotzdem deutet sich bereits jetzt an, dass sich wieder der alte Konflikt um das Parken am Vorwerk anbahnt. Kalmis und Oestermann weisen beide auf das Leid der Kaufleute im Ostteil der City hin und sehen Handlungsbedarf. Während die Sozialdemokratin die Debatte vom Vorwerk lösen will und auch eine Tiefgarage unter Hertie als Lösung betrachtet, sagt Kalmis: „Eine Hertie-Wiederbelebung gelingt nur mit einem Parkdeck am Vorwerk. Kriegen wir das nicht hin, können wir einpacken.“ Er fordert ein Umdenken bei der Politik. „Es ist keine Schande, seine Meinung zu ändern.“ Auch für Ogonovski ist eine große Lösung am Vorwerk nicht gänzlich vom Tisch.

Belz: Niemand hat die Parkplätze des City-Parkhauses in der Bauphase vermisst

Hier ist allerdings mit kräftigem Widerstand zu rechnen: Belz, Stemmler, Mandalka, Huismann und Sassen sprechen sich mit Nachdruck gegen ein Parkdeck aus. Belz sagt beispielsweise: „Ich glaube nicht, dass jemand während der Bauphase die fehlenden Parkplätze des City-Parkhauses überhaupt vermisst hat. Einen Bedarf für ein Parkdeck am Vorwerk sehe ich darum nicht.“ Und Mandalka ergänzt: „Das neue City-Parkhaus hat 440 Plätze. Da müssen wir die City nicht weiter zupflastern.“ Oestermann hält dagegen: „Ein City-Parkhaus löst die Probleme der Händler im Osten der Innenstadt nicht.“


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