Aktion der Delmenhorster Kaufleute Nikolauslauf: Wer sich Mühe gibt, wird auch belohnt

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Ein Mann wirft Süßigkeiten in einen Beutel. Nikolauslaufen, Martinslaufen, Beutel, Symbolbild: Sascha Sebastian RühlEin Mann wirft Süßigkeiten in einen Beutel. Nikolauslaufen, Martinslaufen, Beutel, Symbolbild: Sascha Sebastian Rühl

Delmenhorst. Am Nikolaustag geben sich die Kaufleute viel Mühe, um Kindern eine Freude zu bereiten. Wenn sich auch die Kinder Mühe geben, freuen sich am Ende beide Seiten. Aber auch Kritik am Nikolauslauf wird in Delmenhorst laut.

Heute Abend werden wieder zahlreiche Kinder von Tür zu Tür laufen und auf kleine Geschenke hoffen. Die Vorbereitung dazu treffen die Kaufleute für sich, sagt Christian Wüstner, Sprecher der Innenstadt-Kaufleute. „Wir haben da generell keine gemeinsam konzipierte Aktion.“ Aber ihm persönlich mache der Nikolaustag viel Freude. „Ich mache das auch gerne selbst und höre mir die Lieder und Gedichte an.“ Wie angenehm das sei, hänge natürlich auch immer von den Darbietungen und der Mühe der Kinder ab. „Den armen schwarzen Kater habe ich zu oft gehört, aber das gehört eben dazu.“ Er selbst und auch andere Kaufleute belohnen auch diejenigen mehr, die sich besonders viel Mühe geben. „Das ist tatsächlich so, das lohnt sich.“

Kinder auch zum Betteln geschickt

Unangenehm seien Eltern, die ihre Kinder zum Süßigkeiten-Einsammeln schickten. „Das habe ich letztes Jahr erlebt. Da hat sich ein Kind im Laden mit seiner Mutter gestritten, es wollte hier nicht betteln.“ Wenn die Kinder keine Lust zum Nikolauslaufen hätten, sollten sie auch nicht dazu gedrängt werden, findet Wüstner. Trotzdem sei das Nikolauslaufen ein schöner Brauch, der gepflegt werden sollte. In seinem Geschäft gebe es Süßes und Gesundes in den Beutel.

Mühe beim Singen und Aufsagen lohnt sich

„Natürlich kostet das Nikolauslaufen ein bisschen Geld“, gibt Innenstadtkaufmann Julian Flocke auf Nachfrage zu. In seinem Geschäft Intersport Strudthoff wird heute ein Nikolaus die Gedichte und Lieder der Kinder annehmen und im Gegenzug Geschenke verteilen. „Es gibt viele Kinder, die das sehr nett machen und sich viel Mühe geben. Das finden wir sehr schön“, betont Flocke. Außerdem würden am Nikolaustag nicht nur Kinderaugen strahlen. „Da an Nikolaus auch verschenkt wird, ziehen zwei bis drei Tage vorher in den Geschäften die Umsätze an.“ Das erlebt auch Christian Wüstner zunehmend. „Früher gab es zu Nikolaus eine Kleinigkeit. Heute gibt es auch mal eine größere Kleinigkeit.“

Kritik an Gang von Geschäft zu Geschäft

Kein Freund des Marschs von Tür zu Tür ist Marion Schröder, Leiterin des katholischen Kindergartens St. Marien. „Dass die Kinder abends durch die Geschäfte ziehen, finden wir nicht so schön. Das thematisieren wir hier nicht, denn das hat mit dem eigentlichen Nikolaustag nichts zu tun.“ Bei diesem Brauch handele es sich um eine neuartige Tradition. „Das sieht aus wie Betteln und am Ende wird noch einiges weggeworfen. Das hat mit dem heiligen St. Nikolaus nichts zu tun aus meiner Sicht.“

Nikolaus und Weihnachtsmann sollen getrennte Wege gehen

In ihrem Kindergarten gebe es heute eine „winzige Kleinigkeit“ als Geschenk an die Kinder, es werde gesungen und Geschichten erzählt und es gebe eine Andacht. „Damit halten wir die Tradition aufrecht.“ Und das Gedenken an den heiligen Bischof Nikolaus, der bedürftige Kinder beschenkte, Zeit mit ihnen verbrachte und so zum Liebling der Kinder wurde. „Und er ist nicht der Weihnachtsmann. Das ist uns wirklich wichtig.“


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