Auf gute Mischung gesetzt Delmenhorster Nachwuchs-Parlament wählt Vorstand

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Das neue Delmenhorster Kinder- und Jugendparlament hat seinen Vorstand gewählt: (vorne von links) André Sommer, die Sprecher Ali Pektürk und Susanne Haidar, Somaya Saidani und Ceyda Pala. Foto: Sonia VoigtDas neue Delmenhorster Kinder- und Jugendparlament hat seinen Vorstand gewählt: (vorne von links) André Sommer, die Sprecher Ali Pektürk und Susanne Haidar, Somaya Saidani und Ceyda Pala. Foto: Sonia Voigt

Delmenhorst. Auf eine gute Mischung hat das zwölfte Kinder- und Jugendparlament der Stadt Delmenhorst bei der Wahl seines Vorstands gesetzt. Ali Pektürk bringt als dreifacher Vorsitzender Kontakte mit, Susanne Haidar als Neuzugang frischen Wind.

Ali Pektürk (19) will seine Kontakte aus sieben Jahren Kinder- und Jugendparlament nutzen, um die Interessen junger Menschen in der Stadt durchzusetzen. Susanne Haidar (14) möchte als Neuzugang den Umweltschutz voranbringen und Ceyda Pala (17) die Belange gehandicapter Jugendlicher vertreten. Die 23 Schüler im neuen zwölften Kinder- und Jugendparlament haben in der gestrigen Auftaktsitzung im Rathaus einen Vorstand mit einem breiten Spektrum an Erfahrungen, Wissen und Interessen gewählt.

Jugendcafé als Erfolgsbeispiel

Das beginnt schon bei den mehrheitlich gewählten Sprechern Ali Pektürk und Susanne Haidar und setzt sich bei den übrigen Vorstandsmitgliedern des auf zwei Jahre gewählten Gremiums fort. Ceyda Pala, André Sommer (20) und Somaya Saidani (14) stehen den neuen Vorsitzenden als Team zur Seite.

Mit zwölf Jahren hat Ali Pektürk mit der politischen Arbeit begonnen. „Anfangs muss man alles lernen, jetzt sieht man schon richtige parlamentarische Züge bei uns“, sagt der 19-Jährige, der gerade an den BBS II aufs Fachabitur hinarbeitet. Mit Open-Air-Kino und Podiumsdiskussionen habe das Jugendparlament viele junge Menschen erreicht, zudem die Idee eines Jugendcafés im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Neben Erfolgen gebe es Herausforderungen. „Durch die Papierberge in den Fachausschüssen durchzukommen, ist schwierig“, sagt der dreifache Vorsitzende und denkt über eine Paten-Lösung mit Ratsmitgliedern nach.

Veränderungswille und Umweltbewusstsein

Für seine Co-Vorsitzende Susanne Haidar ist all dies Neuland. Die 14-Jährige hat sich bisher an der Realschule Delmenhorst als Streitschlichterin engagiert und recht spontan zur Kandidatur im Kinder- und Jugendparlament entschlossen. „Ich möchte wirklich gern etwas verändern“, sagt die junge Delmenhorsterin, „und die Umwelt betrifft uns alle.“

27.000 Euro für Projekte mit Kinder-Beteiligung

Während die Vertreter der Jungparlamentarier aus den Klassen 5 bis 13 der Delmenhorster Schulen in den Ausschüssen des Stadtrats Rede- und Antragsrecht haben, haben sie als sogenanntes Jugendforum des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ volles Stimmrecht – und sogar ein Budget von 27000 Euro. „Ab Januar können Träger dem Jugendforum Projekte vorstellen, die nicht nur für Jugendliche sind, sondern diese auch schon in der Planung einbinden“, erklärt Annika Uhrbach. Zuletzt habe das Delmenhorster Jugendforum zu den erfolgreichsten landesweit gehört und die volle Fördersumme „in tolle Projekte vergeben“.

Oberbürgermeister lädt ein

Dazu gratulierte auch Oberbürgermeister Axel Jahnz und betonte: „Ihr seid die Interessenvertretung der jungen Menschen für eine ganze Stadt.“ Verschiedene Altersstufen und Interessenlagen seien vertreten, nun gehe es darum, gute Entschlüsse zu fassen und Demokratie zu leben, sagte das Stadtoberhaupt. Und hinterließ den Jugendlichen gleich einen Arbeitsansatz: „Es wäre toll, wenn Ihr Euch nächstes Jahr an den Feierlichkeiten zu 70 Jahren Grundgesetz beteiligen würdet.“


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