IGS-Delmenhorst Aller guten Dinge sind für Austauschschüler drei

Von Birgit Stamerjohanns

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Trayana, Michelle und Lou (von links) arbeiten an einem Lied, das typische Klischees aufgreift. Foto: Birgit StamerjohannsTrayana, Michelle und Lou (von links) arbeiten an einem Lied, das typische Klischees aufgreift. Foto: Birgit Stamerjohanns

Delmenhorst. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) hat ein Experiment gewagt und einen Schüleraustausch mit Gymnasien in Bulgarien und Frankreich organisiert. Besonders freuen sich die Gäste auf den typisch deutschen Weihnachtsmarkt.

Sandalen mit Socken. Darüber müssen Trayana, Michelle und Lou nicht lange nachdenken. Sandalen mit Socken sind typisch deutsch. „Wir dichten an einem dreisprachigen Lied, das Klischees unserer drei Herkunftsländer aufgreift“, erklärt die Delmenhorsterin Michelle. Die 17-Jährige sitzt mit Altersgenossinnen aus dem bulgarischen Veliko Tarnovo und dem französischen Vizille vor einem Laptop und tippt ab und zu eine Textzeile in den Rechner. Zu Deutschland fällt dem Trio noch der typisch deutsche Ordnungssinn ein.

Frankreich: Baguette und Käse

Mit Frankreich verbinden sie Baguette und Käse. Ein bulgarisches Klischee haben die Drei auch ausgemacht: „Die Sprache erinnert wegen der Schrift an Russisch, ist aber tatsächlich ganz anders“, hat Michelle von Trayana erfahren. Ein weiteres Klischee: In Bulgarien essen die Leute ständig Joghurt. Genügend angeblich Typisches haben die Schülerinnen für ihren Text gefunden – die Reimform bereitet ihnen allerdings noch Kopfzerbrechen.

Franzosen lernen nicht gern Deutsch

Dass die insgesamt 21 Schüler überhaupt gemeinsam in einem Klassenzimmer sitzen und sich Gedanken zum Thema „Die Rolle der Musik in der französischen Verständigung“ machen können, verdanken sie ihren Lehrern. Für die IGS hat Französischlehrer Werner Kramper den Austausch organisiert. „Für deutsche Schulen ist es schwer, französische Schulen für Austauschprogramme zu finden“, so der Pädagoge. Hierzulande ist das Schulfach Französisch sehr beliebt, in Frankreich lernen aber längst nicht so viele Schüler deutsch.

Neue Aspekte durch Partnerschaft

Durch den bulgarischen Partner, ein Sprachgymnasium, kommen nun ganz neue Aspekte dazu: Die Schüler sprechen nicht nur gemeinsam französisch, sondern erfahren auch viel über Leben und Kulturen von gleich zwei anderen Ländern. Zum Auftakt des Austauschprogramms waren die Oberstufenschüler in Frankreich zu Gast, Mitte März geht es für eine Woche nach Bulgarien. „Für die Schüler ist es eine wichtige Erfahrung, wenn sie sich in einem fremden Land zurechtfinden müssen“, findet Werner Kramper. Im Unterricht sollen die Jugendlichen miteinander französisch sprechen – privat unterhalten sich viele lieber auf Englisch: „Das können alle wirklich gut“, lobt Lehrer Kramper.

Schnee in der Heimat gelassen

Neben dem gemeinsamen Unterricht sind natürlich auch Ausflüge geplant: Den Delmenhorster Weihnachtsmarkt haben die Schüler bereits besucht. „Einen deutschen Weihnachtsmarkt wollten unsere Gäste unbedingt kennen lernen“, so Werner Kramper. Außerdem besucht die Gruppe eine Ausstellung im Haus Coburg und die Musikschule. Zum Abschluss wollen die Jugendlichen nach Bremen fahren – und auch dort über den Weihnachtsmarkt bummeln. Auf Schnee müssen sie dabei leider verzichten – der liegt momentan nur in der Heimat der Jugendlichen aus Bulgarien.


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