Waffen, Drogen, falsche Kennzeichen Polizei will mit Großkontrolle gegen Einbrecher vorgehen

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Zeichen setzen gegen Einbrecher: Bei einer Großkontrolle hat die Polizei am Mittwochabend in Heidkrug 50 Menschen kontrolliert. Foto: Melanie HohmannZeichen setzen gegen Einbrecher: Bei einer Großkontrolle hat die Polizei am Mittwochabend in Heidkrug 50 Menschen kontrolliert. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Waffen im Auto, Marihuana im Körper, Täuschung bei der Urinabgabe: Die Delmenhorster Polizei hat am Mittwochabend im großen Stil Autofahrer kontrolliert. Der Einsatz soll vor allem Einbrecher abschrecken.

Mit einer groß angelegten Aktion gegen Einbrecher hat die Delmenhorster Polizei am Mittwoch auf die steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen in der dunklen Jahreszeit reagiert. Die Beamten positionierten sich dabei im Bereich der Bremer Straße/ Bremer Heerstraße in Heidkrug. Nach Polizeiangaben verzeichnen die niedersächsischen Polizeiinspektionen die meisten Taten im Bremer Grenzbereich. Das Ziel der Großkontrolle: Straftaten aufklären, kriminelle Strukturen erkennen und weitere Erkenntnisse für künftige Ermittlungen gewinnen.

110 Fahrzeuge gestoppt, 50 Menschen kontrolliert

Die Delmenhorster Polizei stoppte bei der Kontrolle in Heidkrug zwischen 18 und 23 Uhr stadteinwärts wie stadtauswärts 110 Fahrzeuge. Dabei wurden 35 von ihnen untersucht. 50 Menschen mussten sich einer Kontrolle unterziehen lassen. Illegale Waffen, Drogen, falsche Kennzeichen oder fehlende Führerscheine stellten die Polizisten fest.

Dabei wurden Verstöße gegen das Fahrerlaubnisrecht, das Waffen-und das Betäubungsmittelgesetz festgestellt. Zudem lagen Urkundenfälschungen, missbräuchliche Nutzungen von Kennzeichen und Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz vor.

Autofahrer wollen sich vereinzelt der Kontrolle entziehen

  • Besonders krass stellt sich der Fall eines 28-jährigen Bremers dar: Bei der Kontrolle seines VW Polo um 22.25 Uhr stellte die Polizei gleich mehrere Verstöße gegen das Waffenrecht fest. Zwei verbotene Messer, einen Elektroschocker und einen Schlagstock stellte die Polizei sicher.
  • Besonders dreist verhielt sich auch der Fahrer eines SUV: Der 36-Jährige aus Bremen fiel gegen 19 Uhr zunächst auf, weil er bei der Fahrt sein Smartphone bediente. Bei der Kontrolle selbst ließ der Mann einen Beutel Marihuana fallen, den er unter sein Auto schieben wollte. Das fiel den Beamten aber auf. Weil sie bei dem 36-Jährigen Drogenkonsum vermutete, sollte der Bremer einen Urintest ablegen. Stattdessen spuckte der Mann aber Mineralwasser aus seinem Mund in den Testbecher. „Diese Täuschung war nicht von Erfolg gekrönt“, schreibt die Polizei. Die Weiterfahrt war für den Bremer vorbei. Er muss sich einem Straf- und Bußgeldverfahren stellen.
  • Ebenfalls viel auf dem Kerbholz hatte ein 55 Jahre alter Delmenhorster: Weil er in der Vergangenheit schon mehrfach ohne Fahrerlaubnis gefahren ist, war er der Polizei bereits bekannt. Gegen 18.30 Uhr bog der Mann vor der Kontrollstelle erst in eine Nebenstraße ab. Diese Flucht gelang aber nicht, die Polizeibeamten waren laut Mitteilung auf solche Fälle vorbereitet. Am Herrmannsweg wurde der 55-Jährige gestoppt. Er muss nun mit einem wiederholten Strafverfahren rechnen.
  • Dreist verhielt sich auch ein 21 Jahre alter Bremer. Den Beamten fiel bei der Kontrolle um 22.15 Uhr auf, dass sein Ford nicht mehr zugelassen war. Der junge Mann hatte zudem Kennzeichen angebracht, die für ein anderes Auto bestimmt waren. Auf ihn wartet ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung.
  • Und gleich nach Beginn der Kontrolle gegen 18.10 Uhr ging den Polizisten ein 35 Jahre alter Mann aus Delmenhorst ins Netz, der wahrscheinlich unter Drogeneinfluss fuhr. Ein Schnelltest wies auf den Konsum von Marihuana hin. Die Weiterfahrt wurde untersagt.

Weiterhin stellte die Polizei insgesamt 19 Verkehrsordnungswidrigkeiten fest. Zudem schreibt sie in einer Mitteilung von „vielen Erkenntnissen“, die „bei zukünftigen Ermittlungen im Bereich der Einbruchskriminalität hilfreich werden können“. Details nennt die Polizei in diesem Bereich aber nicht.


Parrallel zu der Großkontrolle in Delmenhorst war die Polizei Diepholz in Stuhr an der Varreler Landstraße aktiv. Den Beamten zufolge gilt sie als Verbindungsstrecke zwischen Bremen und Delmenhorst. 150 Fahrzeuge und 185 Personen wurden hier überprüft. Zweimal fehlte eine erforderliche Fahrerlaubnis. Viermal fuhren die Autofahrer ihren Wagen unter Alkohol- oder Marihuana-Einfluss. Einmal wurden wenige Gramm Marihuana sichergestellt. Und zweimal mussten Autofahrer ihre Fahrt abbrechen, weil sie ihren Wagen derart umgebaut hatten, dass ihre Betriebserlaubnis erloschen war. fred

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