Arbeitsmarkt in Delmenhorst Arbeitslosenquote nähert sich acht Prozent an

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Immer weniger Menschen müssen den Gang zum Arbeitsmarkt antreten. Symbolfoto: dpaImmer weniger Menschen müssen den Gang zum Arbeitsmarkt antreten. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst. Mit dem Arbeitsmarkt geht es konstant bergauf: Die Quote sinkt im November auf 8,3 Prozent in der Stadt Delmenhorst. Jobs gibt es immer noch genug. Potenzial haben auch Menschen mit Behinderungen.

Der Arbeitsmarkt in Delmenhorst und Umgebung entwickelt sich nun mit zunehmender Konstanz günstig – schon seit zwei Monaten unter der Neun-Prozent-Marke, und nun mit Volldampf Richtung acht Prozent. Derzeit liegt die Quote der Arbeitslosen in der Stadt bei 8,3 Prozent – und damit 0,4 Prozent niedriger als im Vormonat und 1,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Grund ist unter anderem ein auch im Winter stabileres Baugeschäft.

Weihnachtsgeschäft zieht an

Wo früher Baufirmen ihre Mitarbeiter entlassen hätten, weil im Winter weniger Arbeit möglich ist, halten die Baufirmen nun ihre Mitarbeiter zunehmend auch in den frostigen Monaten, wie Regina Krumpe, Teamleiterin im Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur erklärt. Arbeit wäre mittlerweile auch im Winter länger möglich als früher, und das Baugeschäft brummt. Unter den sogenannten „Außenberufen“, bei denen es typischerweise zu Beginn des Winters saisonal Entlassungen gebe, fallen damit mittlerweile nur noch vor allem Gartenbau oder die Landwirtschaft ins Gewicht. Parallel zieht zum Winter das Weihnachtsgeschäft an, mit entsprechenden Neueinstellungen. So sinkt auch die Arbeitslosenquote unter Frauen derzeit stärker als bei Männern – weil Frauen eher im Verkauf arbeiten, wie die Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur, Karin Kayser, feststellt.

Kayser wie Krumpe weisen auf Potenzial für Menschen mit Behinderungen hin: Gut 200 Menschen mit Schwerbehinderung würden von der Agentur bei der Arbeitsuche unterstützt. Kaysers und Krumpes Appell an Unternehmen: Wenn ein Mensch mit Behinderungen fachlich Potenzial in der Firma hat – die Agentur kann Förderungen für nötige Umbauten am Arbeitsplatz organisieren, von der Rampe zum Spezialmonitor.

Insgesamt 3806 Arbeitslose

Die Arbeitslosenzahl im Geschäftsbereich Delmenhorst samt Ganderkesee liegt derzeit bei 3806 – 185 Personen und 4,6 Prozent weniger als im Vormonat sowie 579 Personen beziehungsweise 13,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote im selben Bereich liegt bei 6,8 Prozent. Im Vorjahr waren es 7,8 Prozent. Von den 3806 Arbeitslosen im Geschäftsbereich sind 3253 aus der Stadt Delmenhorst allein. Die Arbeitslosen verteilen sich grob auf zwei Drittel im Bereich der Hartz-IV-Empfänger und ein Drittel von Empfängern von Arbeitslosengeld I.

Auch Rückgang bei Unterbeschäftigung

Parallel sinkt auch die Zahl der „Unterbeschäftigten“ – also Arbeitslose und zusätzlich die Menschen, die nicht als arbeitslos gelten, aber derzeit keine Beschäftigung haben, also Menschen in Fortbildungen, Qualifizierungsmaßnahmen, Integrationskursen oder Ein-Euro-Jobs. Ihre Zahl umfasste im November nach bisherigen Zahlen der Arbeitsagentur insgesamt 5236 Menschen. Das sind 83 Personen und 1,6 Prozent weniger als im Oktober, sowie 515 Personen und neun Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil der Unterbeschäftigten an allen sogenannten „zivilen Erwerbspersonen“ beträgt damit 12,8 Prozent – vor einem Jahr waren es 14,1 Prozent.

Noch viele Stellen offen

Konstant ist nach wie vor der hohe Bedarf von Arbeitskräften vonseiten der Unternehmen. 822 offene Stellen gibt es. Das sind zwar 16 weniger als im Oktober, aber 75 mehr als im November 2017. Die größte Nachfrage mit aktuell 341 Stellen gibt es in den Berufsbereichen der Produktion und Fertigung. An zweiter Stelle folgen die Berufe aus den Bereichen Verkehr und Logistik mit 145 Stellen.


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