Zunehmende Problemdichte Appell für mehr Sozialarbeiter an Delmenhorster Schulen

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Gewalt auf dem Schulhof und andere Probleme unter Schülern sind ein zunehmendes Problem an der BBS I. Sie Die Berufsschule fordert darum mehr Raum für Sozialarbeit. Symbolfoto: Foto: Jan-Philipp StrobelGewalt auf dem Schulhof und andere Probleme unter Schülern sind ein zunehmendes Problem an der BBS I. Sie Die Berufsschule fordert darum mehr Raum für Sozialarbeit. Symbolfoto: Foto: Jan-Philipp Strobel

Delmenhorst. Drogen, Mobbing, Schule schwänzen: Die Aufgaben für Sozialarbeiter an Schulen wachsen ständig. Die BBS I und die Förderschule an der Karlstraße fordern darum mehr Personal.

Einen Appell für mehr Sozialarbeit an Schulen haben Vertreter der Berufsbildenden Schulen I (BBS I) im jüngsten Sozialausschuss am Mittwoch gegeben. Die BBS I und die Förderschule an der Karlstraße haben beide entsprechende Anträge gestellt. Eine Berufsschülerin betonte, wie sehr Sozialarbeiter gebraucht werden, um bei Problemen von Schülern zu unterstützen.

Großer Hilfebedarf auf 1300 Schüler zählenden Schule

Bei der BBS I kommen Sozialarbeiter unter anderem dann zum Einsatz, wenn Lösungen bei Mobbing, sexuellen Übergriffen oder häuslicher Gewalt gebraucht werden, schilderte der Lehrer Joachim Pregler. Die zwei Beratungslehrer, die insgesamt acht Stunden in der Woche darauf verwenden, werden dem Bedarf der 1300 Schüler zählenden Schule nicht gerecht, so Pregler.

Drogen, Diebstähle, Schule schwänzen

In dem Antrag bezeichnet Schulleiterin Katja Mönnig die Sozialarbeit als „unverzichtbar“. Schulabstinenz, also Schwänzen, oder Schulmüdigkeit aber auch Drogenkonsum- und Verkauf oder Diebstahl seien weitere Probleme. Die Zahl der Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmenkonferenzen habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Mönnig beklagt einen anhaltenden Werteverlust der Schüler, der sich durch alle Bildungs- und Einkommensschichten ziehe. Sie spricht von einer Verrohung. Um wichtige sozialpädagogische Aufgaben wahrzunehmen, wie etwa die Vermittlung von Kompetenzen beim Lösen von Problemen, reiche aktuell das Personal nicht aus. Derzeit seien nur „ akute Konflikte“ zu bearbeiten.

Die Förderschule an der Karlstraße hatte ebenfalls komplexere soziale Aufgaben als Begründung angeführt.

Debatte um die Kosten in der Schulsozialarbeit

Laut Stadtverwaltung kosten zwei Teilzeitstellen mit 30 Stunden die Woche jährlich 70.000 Euro, schreibt sie in der Vorlage. Der Erste Stadtrat Markus Pragal bekräftigte, dass die Rolle der Schulsozialarbeit im System Schule immer wichtiger werde. Er verwies auf Fördertöpfe des Landes zugunsten der Schulsozialarbeit und sprach sich aus Kostengründen dafür aus, die Zusage des Landes hierzu abzuwarten, ehe solche Stellen über die Stadt bei der Jugendhilfestiftung geschaffen - und bezahlt - werden.

„Eine tödliche Debatte“, wie Andrea Lotsios (SPD & Partner) sagte. Die Hauptsache sei es doch, überhaupt eine Art der Finanzierung zu sichern. Ihr Fraktionskollege Harald Groth regte darum an, die Stellen zu beschließen, die Verwaltung aber nach Möglichkeiten der Refinanzierung suchen solle. Der Ausschuss leitete dies mehrheitlich an den Verwaltungsausschuss weiter.


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