Für Delmenhorster Kinder Schullandheim Große Höhe kämpft für seine Zukunft

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Delmenhorst. Das idyllisch auf der Großen Höhe gelegene Schullandheim setzt auf die Unterstützung der Stadt. Die finanzielle Lage ist angespannt.

Das Schullandheim Große Höhe, für viele Delmenhorster mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden, ist in diesem Jahr in eine finanzielle Schieflage geraten. Und dabei sind die fast 70 Plätze, wie Hans Jürgen Zeller, seit über 25 Jahren Leiter des Schullandheimes, betont, von Mitte Februar bis Mitte Dezember nahezu durchgehend ausgebucht – und das auch schon für 2019. Der finanzielle Engpass erkläre sich vor allem über die gestiegenen Personalkosten. Vier feste Mitarbeiter und zwei Bufdis bewirtschaften das Schullandheim, das der Stadt Delmenhorst gehört und vom Verein für das Schullandheim Große Höhe betrieben wird. „2012 haben die Personalkosten 152000 Euro pro Jahr betragen, 2018 mussten wir 182000 Euro aufwenden“, sagt Zeller. Die Personalstärke sei dabei exakt die selbe.

Bedarf der Verwaltung übermittelt

„Die Tariferhöhung ist in diesem Jahr höher ausgefallen als gedacht“, sagt auch Peter Lünenborg, seit rund 20 Jahren Vorsitzender des Trägervereins.

Den erhöhten Bedarf habe man frühzeitig der Stadtverwaltung übermittelt. In den laufenden Haushaltsberatungen hat der Fachausschuss eine Erhöhung des Zuschusses von geplant 92400 Euro auf dann 107000 Euro auf den Weg gebracht. „Mit diesem Geld steht der Zukunft des Schullandheimes nichts mehr im Wege“, sagt Lünenborg. Er macht aber klar, dass mit diesem Geld keineswegs der Wohlstand ausgebrochen wäre auf der Großen Höhe. „Das ist schlicht und einfach das Minimum, das wir hier brauchen. Wir haben zuvor fast 20 Jahre keine Erhöhung bekommen.“

Kein Einsparpotenzial

An der Preisschraube könne man nicht drehen, um die Einnahmen zu erhöhen, sagt Zeller. „Wir wollen allen Kindern, unabhängig von der sozialen Herkunft, einen bezahlbaren Aufenthalt bei uns ermöglichen. Delmenhorst ist nicht so aufgestellt, dass wir die Preise ständig erhöhen können“, betont der Heimleiter. Auch an den Ausgaben, etwa für Verpflegung, könne man nicht sparen. Kürzungen beim Personal seien aufgrund des Arbeitsaufkommens ebenfalls nicht möglich.

Die Mitarbeiter verzichten in diesem Jahr auf das ihnen tariflich zustehende Weihnachtsgeld, damit der Betrieb weiterlaufen kann. Das sei eine absolute Notlösung und zeige das außergewöhnliche Engagement im Haus, sagt Lünenborg. Heimleiter Zeller übernimmt laut dem Vorsitzenden schon immer alle notwendigen Reparaturen selbst, damit keine Ausgaben für Firmen anfallen. „Das Haus ist in einem sehr guten Zustand. Es darf auch nicht schäbig aussehen, das wäre fatal“, betont Zeller. Auch dank der tatkräftigen Unterstützung des Lions Clubs Delmenhorst-Burggraf werde das Heim Jahr für Jahr verschönert.

2023 besteht das Heim 75 Jahre

Idyllisch gelegen: Das Schullandheim Große Höhe. Foto: Marco Julius

In fünf Jahren bestünde das Schullandheim im Wald 75 Jahre. „Das Jubiläum wollen wir natürlich feiern“, sagt Lünenborg. „Das Schullandheim ist ein Juwel für die Stadt, wie es nicht jede Kommune vorweisen kann“, betont er. Es ermögliche allen Kinder der Delmenhorster Grundschulen „unvergessliche Aufenthalte“. Zielgruppe des Schullandheims seien vor allem Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. „60 Prozent der Gäste kommen aus Delmenhorst. Zudem ist auch das nahe Umland stark vertreten“, erläutert Zeller. Aber auch Gäste aus Nordrhein-Westfalen kommen regelmäßig. „Wer einmal bei uns war, kommt gern wieder“, sagt Lünenborg. Das sei Bestätigung für die Arbeit. Eine Arbeit, die nicht nur kurzfristig fortgeführt werden soll.


nWeitere Informationen unter www.schullandheim-grosse-hoehe.de

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