Infoabend in Delmenhorster Villa Eltern informieren sich über die Risiken des Smartphones

Von Florian Fabozzi

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Können mitunter eine Gefahr für Kinder und Jugendliche darstellen: Smartphones. 

            
Symbolfoto: Hans-Jürgen Wiedl/dpaKönnen mitunter eine Gefahr für Kinder und Jugendliche darstellen: Smartphones. Symbolfoto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa

Delmenhorst. Der Jugendschutzbeauftragte Mario Mohrmann ist ein Experte auf dem Gebiet der Medienpädagogik. Bei einem Elternabend informierte er über die Gefahren von Smartphones für Kinder und Jugendliche – und wie man ihnen entgegensteuert.

„Wann soll mein Kind ein Smartphone bekommen?“ Diese Frage umtreibt zahlreiche Eltern, wie Mario Mohrmann aus vielen Gesprächen weiß. Mohrmann ist einer von 190 sogenannten Eltern-Medien-Trainern der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen. Diese Trainer halten Vorträge an Schulen zum Thema Mediennutzung und organisieren obendrein Informationsabende für Eltern. Wie am Montag im Familienzentrum Villa.

Aufklärung über Cybermobbing und Kostenfallen

Mohrmann klärte die Eltern über die Risiken auf, die die Nutzung eines Smartphones birgt. Gefahren auf kommunikativer Ebene, wie etwa ungewollte Kontakte und Cybermobbing, seien weitverbreitete Probleme, für die bei Kindern ein Bewusstsein geschaffen werden müsse. Weitere Risiken beträfen potenzielle Kostenfallen. So ließen sich etwa in vielen Onlinespielen Fenster aufrufen, in denen man bestimmte Errungenschaften und höhere Level erkaufen könne. Gegen echtes, nicht virtuelles Geld.

„Wir sind gläserne Kunden“

Ein großes Thema – nicht nur für Kinder – sei der Datenschutz. „Wir sind gläserne Kunden“, erklärte Mohrmann und spielte damit auf die Speicherung persönlicher Daten durch Internetriesen wie Facebook an. Einige Apps motivierten geradezu zu einem leichtsinnigen Umgang mit der eigenen Privatsphäre. Als Beispiel führte Mohrmann die App „Tik Tok“ an: Hier tanzen die Nutzer – oft junge Mädchen – live zu ihren Lieblingsliedern und filmen sich dabei. „Auf der Jagd nach ,Likes‘ wird die eigene Privatsphäre bewusst vernachlässigt und die Beobachtung durch Unbekannte in Kauf genommen“, so Mohrmann

Regeln für Momente, in denen der Smartphone-Konsum aus dem Ruder läuft

Doch wie bereitet man Kinder auf die Gefahren vor? „Wichtig ist, dass man sie begleitet“, erklärte Mohrmann. „Potenzielle Gefahren müssen offen besprochen werden. Die gemeinsame Nutzung der Medien ist gelegentlich ebenfalls ratsam.“ So könnten die Eltern erfahren, mit was für Inhalten ihr Kind sich im Netz befasst. Von Verboten hält Mohrmann wenig: „Das Spielen am Smartphone ist für die Kinder Freizeit. Und wenn sie ihre Pflichten erfüllt haben, steht ihnen diese Zeit zu.“ Wenn der Handykonsum doch aus den Rudern läuft, sollten gemeinsam Regelungen zur Mediennutzung vereinbart werden.

Ein Handy ist eine Alternative zum Smartphone

Auf die Frage, wann ein Kind sein erstes Smartphone bekommen sollte, gebe es keine Pauschalantwort. Viele Eltern erlägen dem gesellschaftlichen Druck: „Sie kaufen ihrem Kind ein Smartphone, nur damit es nicht ausgegrenzt wird. Unabhängig davon, ob es reif genug ist.“ Wenn es den Eltern nur um die Erreichbarkeit des Kindes gehe, könne man auch herkömmliche Handys in Betracht ziehen. Diese sind nicht nur günstiger, sondern auch stabiler und verfügen über eine längere Akkulaufzeit. Es liege an den Eltern selbst, zu beurteilen, ob das Kind schon die nötige Kompetenz für ein Smartphone besitzt. „Schließlich schmeißt man ein Kind auch nicht ins Wasser, wenn es noch nicht schwimmen kann.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN