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Delmenhorster Einrichtung Flüchtlingsheim in Kaserne wird nach zwei Jahren geschlossen

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Die Flure der Flüchtlingseinrichtung in der Kaserne in Adelheide haben sich in den vergangenen zwei Jahren derart gelichtet, dass sie nun geschlossen wird. Archivfoto: Kai HasseDie Flure der Flüchtlingseinrichtung in der Kaserne in Adelheide haben sich in den vergangenen zwei Jahren derart gelichtet, dass sie nun geschlossen wird. Archivfoto: Kai Hasse

Delmenhorst. Nach zwei Jahren soll die Delmenhorster Flüchtlingsunterkunft auf dem Kasernengelände in Adelheide geschlossen werden. Der Betrieb sei nicht mehr wirtschaftlich – weil einfach zu wenige Flüchtlinge in der Unterkunft leben.

Die Flüchtlingsunterkunft in der Delmenhorster Kaserne in Adelheide soll schließen. Zum 31. März 2019 soll der Betreibervertrag mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) gekündigt werden. Das geht aus einer Vorlage zum nächsten Sozialausschuss am 28. November hervor.

Rund 60 Menschen leben dort, wo für 600 Platz wäre

Der Grund ist, dass die 600 Menschen fassenden Gebäude davon entfernt sind, ausgelastet zu sein. Wie die Stadt in der Vorlage berichtet, sind dort aktuell 60 bis 70 Personen untergebracht. Am 1. März 2017 war die Unterkunft im Zuge der Flüchtlingszuwanderung der Jahre 2015 und 2016 eröffnet worden. Damals nahm die Stadt an, dass die Zuwanderung für Delmenhorst auch weiterhin stark sein werde. Das sei aber nicht der Fall. Der Vertrag mit der Awo erstreckte sich über vier Jahre. Damit schließt die Einrichtung zwei Jahre vor Ende der Vertragslaufzeit.

Geringe Auslastung verursacht Kosten

Wegen der geringen Auslastung könne „der Betrieb der Gemeinschaftsunterkunft nicht mehr als wirtschaftlich angesehen werden“, heißt es in der Vorlage weiter. Der Fachbereichsleiter für Soziales, Rudolf Mattern, schätzt die Kostenersparnis auf dk-Nachfrage auf „mehrere Hunderttausend Euro“, werden die Geflüchteten, wie geplant, in der ehemaligen Kita Rappelkiste betreut, und nicht mehr in der Kaserne.

Zudem hebt die Stadt hervor, dass der Mietvertrag zwischen der Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) für das Kasernengebäude auf dem Bundeswehrgelände nur die „Unterbringung von Asylbegehrenden und Geflüchteten gestattet“. Dieser Umstand „erschwert zusätzlich die Unterbringung von Menschen“. Konkret sind damit laut Mattern Obdachlose oder Bürger nach Notlagen, wie nach Bränden, gemeint.

Räume der früheren Fröbelschule dienen als Puffer

Neben der ehemaligen Kita Rappelkiste sollen als Puffer, sollte mehr Platz gebraucht werden, drei Klassenräume der ehemaligen Fröbelschule dienen. Auch das Kasernengebäude beibt laut Mattern weiter von der Stadt angemietet – aber eben außer Betrieb.


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