138 Soldaten Gelöbnis in Delmenhorst: „Üben Sie Kritik“

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138 Soldaten legten ihr Gelöbnis ab. Foto: Melanie Hohmann138 Soldaten legten ihr Gelöbnis ab. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. 138 Rekruten haben am Donnerstag in der Feldwebel-Liliental-Kaserne ihr feierliches Gelöbnis geleistet. Oberstleutnant Torsten Andreas Ickert, Kommandeur des hiesigen Bataillons, riet ihnen: Üben Sie Kritik.

Das Musikkorps stimmt einen Festmarsch an. Herren und Damen in Zivil erheben sich, nehmen ihre Kopfbedeckung ab. Sechs Rekruten treten aus den Reihen vor, schreiten zur Mitte des Festplatzes der Kaserne und legen stellvertretend für alle 138 Rekruten des Logistikbataillons 161 und der Marineoperationsschule in Bremerhaven ihren Eid auf die gesenkte Deutschlandfahne ab. Sie geloben am Donnerstag lautstark Deutschland „treu zu dienen und das Recht und die Freiheit zu verteidigen“. Beim freiwilligen Zusatz „So wahr mir Gott helfe“ ist es merklich leiser. Umso deutlicher singen die Soldaten aber auch Angehörigen, die sie begleiten, bei der anschließenden Nationalhymne mit.

Soldaten bekennen sich zu Deutschland

Die Soldaten bekennen sich mit ihrem Eid zu Deutschland und die Stadt Delmenhorst bekennt sich zu den Soldaten. Oberbürgermeister Axel Jahnz: „Ihre Aufgabe ist von der Gesellschaft gewollt und akzeptiert.“ Er sei froh, dass die Bundeswehr in der Stadt ist. Die Soldaten schützten in ihren Einsätzen die Demokratie und Menschenrechte.

Wie schwer ihre Aufgabe sein kann, verdeutlicht Oberstleutnant Torsten Andreas Ickert, Kommandeur des Logistikbataillons 161, in seiner Ansprache: „Soldat zu sein bedeutet auch den bewussten Verzicht auf persönliche Wünsche.“ Stationierungen in Kriegsgebieten und Einsätze in Katastrophengebieten – der Dienst an der Waffe ist reich an Entbehrungen.

Grundgesetz ist Basis für den Dienst

„Aber das Grundgesetz ist die Antwort auf die Frage, wofür wir dienen“, stellt Ickert klar und führt aus: „Als erste freie Armee können wir zur Sicherheit unseres Landes beitragen.“ Der Oberstleutnant ruft aber ebenso auf, den Dienst an der Waffe zu hinterfragen: „Sie sind aufgefordert ihren Dienst und die Anweisungen zu hinterfragen, üben Sie auch Kritik.“

Mögliche Auslandseinsätze

Für einige der Rekruten könnte es bald ernst werden: 45 Soldaten auf Zeit leisten ihren Eid und kommen damit auch für einen Auslandseinsatz in Frage. Die übrigen 93 freiwillig Wehrdienstleistenden bleiben in deutschen Kasernen.


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