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Thomas Jakob findet Marktlücke Delmenhorster fährt als Chauffeur zum Mieten für Ältere

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Thomas Jakob ist Inhaber des neu gegründeten Fahrerverleihs in Delmenhorst. Er fährt seine Kunden in ihren Autos durch die Gegend. Foto: Sascha Sebastian RühlThomas Jakob ist Inhaber des neu gegründeten Fahrerverleihs in Delmenhorst. Er fährt seine Kunden in ihren Autos durch die Gegend. Foto: Sascha Sebastian Rühl

Delmenhorst. Thomas Jakob will eine Marktlücke gefunden haben. Kunden können ihn als Fahrer mieten. Er fährt sie dann in ihren Autos wohin sie wollen. Seine Zielgruppe sind vor allem Ältere und Menschen mit Handicap.

Man stelle sich folgende Situation vor: Ein älteres Ehepaar möchte gern auf den Kramermarkt nach Oldenburg. Zwei Taxifahrten passen nicht ins Budget, der Bahnhof ist für das Paar schlecht erreichbar und den Oldenburger Stadtverkehr und die Fahrt auf der Autobahn traut sich keiner der beiden noch zu. Für solche Situationen bietet seit kurzem der Delmenhorster Thomas Jakob einen Ausweg. Sein Angebot: „Wir holen Sie zuhause ab und bringen Sie mit Ihrem eigenen Wagen dorthin wohin Sie wollen“.

Selbstständig gemacht

Der 65-Jährige hat sich in der Rente selbstständig gemacht. „Vorher habe ich drei Jahre in Delmenhorst als Taxifahrer gearbeitet.“ Dort habe er oft ältere Fahrer beim Ein- und Aussteigen gesehen, die sich dabei schwertaten. „Da hatte ich die Idee. Ich fahre zu den Leuten, steige in ihr Auto und bringe sie zum Zielort.“ Dann warte er entweder bis zur Rückfahrt oder bringe das Auto zurück in seine Garage. „Zum Beispiel, wenn ich ich ein Paar zum Kreuzfahrtterminal gebracht habe.“

Spezialisiert auf längere Fahrten

Generell seien vor allem länge Fahrten sein Thema. „Ich bin schon nach Emden, Wilhelmshaven oder Kassel gefahren.“ Während eine Fahrt von Delmenhorst nach Oldenburg mit dem Taxi bis zu 90 Euro koste, bekomme man seine Dienste für wesentlich weniger. Für 85 Euro habe man zwei halbstündige Fahrten und dazwischen zwei Stunden Aufenthalt bezahlt – Betriebskosten und Benzin des eigenen Autos kommen drauf. „Das bietet sich zum Beispiel für den Besuch von Weihnachtsmärkten an“, findet der Unternehmer. Für viele seien die öffentlichen Verkehrsmittel keine Alternative.

Ein-Mann-Betrieb

Momentan sei seine Firma ein Ein-Mann-Betrieb. „Aber mal sehen, wie sich das entwickelt.“ Erst mal müsse sich das neue Angebot rumsprechen. „Dieses Gewerbe ist etwas, das Zukunft hat“, glaubt Jakob. Um Feiernde nach Partys in ihren Autos nach Hause zu fahren, sei sein Geschäft übrigens nicht gedacht. „Das ist nicht mein Hauptthema.“

Lebensqualität zurückgeben

Viele ältere Leute oder Leute mit Handicap verfügten über ein Auto, trauten sich lange Strecken nicht mehr zu. „Durch das Angebot wächst die Lebensqualität enorm.“ Schwierigkeiten, einen anderen ans Steuer des eigenen Autos zu lassen, hätte bisher keiner seiner Kunden gehabt. „Ich war auch überrascht“, gibt der Unternehmer zu. Doch viele entspannten sich sofort, wenn sie sehen, dass er vorsichtig fahre.

Keine Konkurenz zu Taxen

Die Stadtverwaltung habe seine Gewerbeanmeldung mehrere Tage geprüft. Da er nur die Autos anderer bewege, werde kein Personen-Beförderungsschein benötigt, auch wenn er als ehemaliger Taxifahrer über ihn verfüge. „Als Fahrerverleih bin ich keine Konkurrenz zu Mietwagenfirmen oder Taxen“, findet Jakob.

Keine besonderen Kenntnisse notwendig

Stadtsprecher Timo Frers bestätigt die Legalität des neuen Geschäfts: „Ein Fahrer muss dann Inhaber eines Personenbeförderungsscheines sein, wenn er Fahrgäste in einem Taxi, Mietwagen, Krankenkraftwagen oder einem sonstigen Kraftfahrzeug im Linienverkehr oder bei gewerbsmäßigen Ausflugsfahrten befördert.“ Wird lediglich eine Fahrertätigkeit angeboten, fehle ein wesentliches Merkmal für die Genehmigungspflicht – die Verfügungsgewalt über das Kraftfahrzeug. Damit finden die Vorschriften nach dem Personenbeförderungsgesetz für solche Fälle keine Anwendung. „Dementsprechend wird auch kein Personenbeförderungsschein benötigt.“ Somit kann im Prinzip jeder ein Taxifahrer im Auto des Fahrgastes sein.


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