Hauptspielgerät fällt plötzlich weg Delmenhorster Kita sucht nach Schiffbruch Hilfe

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Delmenhorst. Das große Spielschiff, Hingucker auf dem Außengelände des Kindergartens Zu den Zwölf Aposteln, muss überraschend abgerissen werden. Damit die Kinder nicht zu lange auf ihr Hauptspielgerät verzichten müssen, werden Kita und Eltern aktiv.

Erst vor neun Jahren ist das dreistöckige, hölzerne Riesen-Spielschiff des Kindergartens Zu den Zwölf Aposteln vom Stapel gelaufen, jetzt ist es so marode, dass nur der baldige Abriss bleibt. Ein großer Schiffbruch, finden Kinder, Eltern und die Leitung des Kindergartens, der zur gleichnamigen evangelischen Kirchengemeinde gehört. Denn für die 120 Drei- bis Sechsjährigen ist es das Hauptspielgerät. „Ohne dieses Schiff stehen den Kindern nur noch zwei Schaukeln, eine Netzschaukel und ein kleines Holzhaus zur Verfügung“, klagt Elternvertreterin Kerstin Sander. Damit es möglichst bis zum Frühjahr Ersatz gibt, wollen sich Kita-Team und Eltern ins Zeug legen und starten einen Hilfeaufruf.

Galeere kostete vor neun Jahren 40.000 Euro

40.000 Euro hatte die Spiel-Galeere mit Mast und Ausguck, Kletter- und Liegenetzen 2009 gekostet. Rund 13.000 Euro zahlte die Kirchengemeinde, 18.000 Euro gewährte die Stadt auf Antrag als Zuschuss, der Rest war spendenfinanziert. Auf ähnlichem Weg sollen nun die 20.000 bis 30.000 Euro für die Ersatz-Spielgeräte zusammenkommen. Zumindest 2018 ist allerdings mit Mitteln der Kirche nicht zu rechnen, berichtet Kindergarten-Leiterin Daniela Schmidt, aufgrund des gerade erst eingeweihten zweiten Krippenneubaus an der Breslauer Straße.

Dennoch: Der Gemeindekirchenrat ist mit im Boot, der Zuschussantrag an die Stadt in Arbeit – und bei den Spenden ist ein Anfang gemacht. „Im Sommer beim Gemeindefest haben wir bei einem Sponsorenlauf schon etwas gesammelt“, erklärt Sander. Damals hofften aber alle noch, eine Reparatur reiche. Aus ökologischen Gründen habe man sich 2009 für das Material Holz entschieden, berichtet Daniela Schmidt. „Es hieß wohl damals auch, man müsse das nicht lasieren oder weiter behandeln“, ergänzt die Kindergarten-Leiterin. Aber im Unterschied zum Vorgänger-Schiff, das sehr lange hielt, entwickelte die Galeere schnell Gefahrenstellen.

Recycelter Kunststoff soll länger halten

Der nachträglich angebaute Mastkorb kann noch genutzt werden und soll erhalten bleiben. Foto: Melanie Hohmann

Beim neuen Gerät will der Kindergarten daher auf recycelten Kunststoff in Holzoptik setzen, auf den es 20 Jahre Garantie gibt. „Der vergammelt nicht und ist mit dem Hochdruckreiniger gut zu säubern“, erklärt Schmidt. „Und wir wollen nicht mehr ein großes Gerät, sondern verschiedene Stationen, damit die jetzige Situation sich nicht wiederholt“, führt Elternvertreterin Kerstin Sander aus. Neben einem größeren Gerüst zum Klettern, Hangeln und Schaukeln wären laut Schmidt ein eingelassenes Trampolin, ein Karussell oder auch eine Wippe wünschenswert, je nachdem wie viel Geld zusammenkommt. „Wir wollen die Möglichkeit nutzen, jetzt einen abwechslungsreichen Spielplatz zu gestalten, der lange hält“, ergänzt die Leiterin.


Privatleute oder Firmen, die den Kindergarten Zu den Zwölf Aposteln mit Spenden oder praktischer Hilfe, zum Beispiel beim Abriss der Galeere, unterstützen wollen, erhalten nähere Infos unter Telefon (04221)61848, per E-Mail unter daniela.schmidt@kirche-oldenburg.de oder im Internet unter www.12-apostel-del.de.

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