Keine Bewährung für dreifachen Vater Zweieinhalb Jahre Haft für Drogenhandel in Delmenhorst

Von Ole Rosenbohm

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Zu zweieinhalb Jahren Haft für Drogengeschäfte in Delmenhorst ist ein 32-Jähriger verurteilt worden. Symbolfoto: Volker Hartmann/ dpaZu zweieinhalb Jahren Haft für Drogengeschäfte in Delmenhorst ist ein 32-Jähriger verurteilt worden. Symbolfoto: Volker Hartmann/ dpa

Delmenhorst/Oldenburg. Wegen Drogenhandels zweieinhalb Jahre ins Gefängnis muss ein 32-Jähriger. Das entschied kürzlich die Berufungsinstanz des Landgerichts Oldenburg. Verurteilt wurde der in Delmenhorst arbeitende und kürzlich noch gemeldete Mann für fast fünf Jahre zurückliegende Taten.

Vorgeworfen wird ihm, sechsmal als eine Art Kurier für Zehn-Gramm-Päckchen mit Kokain tätig gewesen zu sein. Nach Bestellung per Codewörtern übers (von der Polizei abgehörte) Telefon soll er die Koks-Päckchen in den Briefkasten seines Auftraggebers geworfen haben. Dieser Auftraggeber – in einem anderen Verfahren ebenfalls zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt – soll den Stoff dann an Endkunden weitergegeben haben. Dem jetzigen Angeklagten wurde zudem in 17 Fällen der Verkauf von Marihuana nachgewiesen.

Vier Gerichte beteiligt

Das Verfahren beschäftigte inzwischen vier Gerichte: Das Amtsgericht Delmenhorst hatte den Mann zu dreieinhalb Jahren verurteilt, aus der ersten Berufung am Landgericht ging er mit zwei Jahren und vier Monaten heraus. Eine auch von der Staatsanwaltschaft beantragte Revision am Oberlandesgericht Oldenburg machte Fehler im Prozess geltend und gab das Verfahren wieder ans Landgericht zurück.

Gericht sieht keine Chance auf Bewährung

Der Angeklagte wollte mit der Berufung eine Bewährungsstrafe erreichen, auch um sich weiter um seine drei Kinder kümmern zu können. Für eine Bewährung sah das Gericht aber keinen Spielraum, trotz der Zeit, die seit der Verhaftung im Mai 2014 ins Land gegangen ist.

Offener Vollzug als Option

Verzichtet der Angeklagte auf eine weitere mögliche Revision, wird er sich um einen offenen Vollzug bemühen. Die Staatsanwaltschaft hatte am ersten Prozesstag gemutmaßt, dass der Angeklagte aus diesem Grund vor einigen Monaten formal von Delmenhorst nach Bremen verzog. Für die Haftangelegenheit wäre so das Land Bremen zuständig. Und dort, heißt es, sei es leichter, in den offenen Vollzug zu kommen als in Niedersachsen.


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