Grüne Straße/Anton-Günther-Straße Wegen Wucherpreisen: Delmenhorst verschiebt Kreuzungsbau

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Unübersichtliche Verkehrssituation an der Kreuzung Grüne Straße/ Anton-Günther-Straße. Foto: Melanie HohmannUnübersichtliche Verkehrssituation an der Kreuzung Grüne Straße/ Anton-Günther-Straße. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst verschiebt den für diesen Herbst angekündigten Ausbau des Unfall-Brennpunkts Grüne Straße/Anton-Günther-Straße. Grund sind ausgelastet Tiefbaufirmen und deren überzogenen Preisvorstellungen.

Wucherpreise und volle Auftragsbücher bei den Tiefbaufirmen sind schuld daran, dass eines der wichtigsten Straßenbauvorhaben in Delmenhorst verschoben werden muss. Das zumindest geht aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine dk-Anfrage hervor. In diesem Herbst sollte eigentlich mit dem Umbau des Unfall-Brennpunkts Grüne Straße/Anton-Günther-Straße/Stickgraser Damm begonnen werden – doch daraus wird nichts, die Arbeiten sollen jetzt den Stadtangaben zufolge erst im kommenden Frühjahr starten.

„Weit überteuerte Preise“

„Verwaltungsintern wurde entschieden, die Ausschreibung zum Bauvorhaben Anton-Günther-Straße/Grüne Straße erst zum Jahresende zu veröffentlichen und zu beauftragen. Hintergrund ist die derzeitige und diesjährige Vollauslastung der Tiefbaufirmen – mit der Folge von weit überteuerten Angebotspreisen mit vielfach rund 50-prozentigen Mehrkosten“, heißt es wörtlich aus dem Rathaus. Kalkuliert wurde bislang rund 220.000 Euro Ausgaben für die neue Kreuzung. Die Aufschläge der Unternehmen würden demnach eine Verteuerung auf 330.000 Euro bedeuten — zu Lasten der Steuerzahler. Die Stadt Delmenhorst verschiebt nunmehr den Durchführungszeitraum der Arbeiten auf das erste Halbjahr 2019: „Hierdurch wird versucht, die Kostenerhöhungen zu minimieren, die Finanzierung trotzdem sicherzustellen und eine Winterbaustelle zu vermeiden“, heißt es.

Umbaukosten von 220.000 Euro

Den Umbaubeschluss hatte die Stadt Ende 2017 gefasst. Danach sollen eine Ampel, eine durchgehende Vorfahrtsregelung zum Stickgraser Damm sowie verkehrssichere Querungsmöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger die Unfallzahlen senken. Der Umbau der Kreuzung kostet rund 220.000 Euro. Seit Längerem sind die Unfallzahlen in dem Abschnitt auffällig. Von 2013 bis 2015 waren sieben Verkehrsunfälle mit Verletzten polizeilich bekannt geworden, 2016 wurden sechs Verkehrsunfälle mit Verletzten registriert, davon drei trotz Umsetzung von Sofortmaßnahmen (Erneuerung und Ergänzung der Beschilderungen sowie Markierungen). 2017 und 2018 gab es ebenfalls mehrere Unfälle aufgrund der für manche Verkehrsteilnehmer unübersichtlichen Vorfahrt.

Chaos in Stoßzeiten

Eine Ortsbesichtigung ergab den Angaben zufolge, dass „insbesondere zu den Stoßzeiten extrem ungeordnete Verhältnisse existieren“: Zum Teil stehen Radfahrer- und Fußgängergruppen an der Ecke gegenüber der Heidestraße. Wenn insbesondere Radfahrer aufgrund des starken Verkehrs nicht queren können, kreuzen sie unkoordiniert den Knoten oder fahren auf der falschen Seite weiter. Weiterhin werden von Radfahrern, die der abknickenden Vorfahrtsstraße folgen, oftmals keine Handzeichen gegeben. Kraftfahrer schneiden teilweise die Kurve im Zuge der abknickenden Vorfahrt und vernachlässigen das vorgeschriebene Einschalten des Blinkers.


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