Messe an der IGS Delmenhorst Männerberufe in Delmenhorst auch bei Mädchen populär

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Ab ans Holz zum Hämmern: Am Stand der Bremer Dachdeckerei Friedrich Schmidt haben die Achtklässler der IGS ihr handwerkliches Geschick getestet. Foto: Bettina Dogs-PrößlerAb ans Holz zum Hämmern: Am Stand der Bremer Dachdeckerei Friedrich Schmidt haben die Achtklässler der IGS ihr handwerkliches Geschick getestet. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Delmenhorst. Bei der Berufsorientierungsmesse an der IGS Delmenhorst haben Berufe bei Mädchen überzeugt, die sonst eher Männer anziehen. Es zeigt sich, dass sich typische Männer- oder Frauenberufe im Wandel befinden.

Dachdecker ist erst einmal kein typischer Frauenberuf. Schwer beladen über Holzbalken balancieren, bei Wind und Wetter in luftiger Höhe arbeiten und auch mal richtig anpacken können: Die meisten Mädchen haben bei ihrer Berufswahl etwas anderes im Blick. Doch zunehmend wird Dachdeckerei auch für Frauen interessant. Dabei steigen viele männliche Lehrlinge schon im ersten Ausbildungsjahr aus. „Es gibt tatsächlich etliche, die das heute nicht mehr können und wollen. Ihnen ist die körperliche Arbeit zu anstrengend“, sagt Lars Behnken von der Dachdeckerei Friedrich Schmidt. Dass das Bremer Unternehmen an diesem Morgen vor allem bei den Mädchen der Renner ist, überrascht ihn nicht. „Wir haben aktuell drei Dachdeckerinnen in Ausbildung.“ Und die kommen mit der körperlichen Belastung offenbar wunderbar zurecht.

Mit Firmen in Kontakt kommen

Bei der zweiten Berufsorientierungsmesse an der Integrierten Gesamtschule Delmenhorst präsentieren sich bis heute Mittag noch acht verschiedene Unternehmen, um Achtklässlern einen Einblick in die Berufswelt zu geben. Ob Berufsfeuerwehr, Aluminiumbau, Daten- und Telekommunikationstechnik, Einzelhandel oder Versicherung - „für die Schüler ist das genau der richtige Zeitpunkt, unterschiedliche Berufe aus der Nähe zu erleben“, meinte die didaktische Leiterin der Schule, Jennifer Schönmann. Auch wenn sie altersbedingt nicht unmittelbar vor der Berufswahl stünden, erhielten die 13- bis 15-Jährigen durch die Messe einen wichtigen Impuls. „Einige müssen jetzt Bewerbungen für ein Praktikum schreiben und können so schon mal Firmen kennenlernen. Andere sehen, welche Voraussetzungen sie für bestimmte Berufe mitbringen müssen und strengen sich dann in der Schule mehr an, um vielleicht doch noch bessere Noten oder einen höheren Schulabschluss zu erreichen.“

Schwierige Prüfungen

Und so geraten die insgesamt 110 Schüler, die an den zwei Messetagen durch acht verschiedene Stationen laufen, bei einigen Firmen zum Teil ganz schön ins Schwitzen. Etwa bei Jörn Mönnich von „Aljo Aluminiumbau“ aus Berne. Bei dem Ausbildungsleiter müssen sie einen Draht in eine vorgegebene Form biegen, Rechenaufgaben lösen und ihr räumliches Sehvermögen unter Beweis stellen. Bei der Berufsfeuerwehr wiederum spüren die Jungen und Mädchen, wie schwer die Einsatzkleidung ist und dass Knotenbinden unter Zeitdruck zu einer echten Herausforderung werden kann.

Berufsbilder kommen plötzlich in Frage

„Mit solchen Veranstaltungen dreht sich bei den Schüler oft auch der Blickwinkel“, schildert Jennifer Schönmann. Berufsbilder, die vorher uninteressant gewesen seien, bekämen durch den direkten Kontakt mit den Firmen eine ganz andere Wertigkeit. Aber auch typische geschlechterspezifische Rollenbilder in der Berufswahl werden aufgebrochen. „Durch die Messe bekommen die Jungen einen besseren Einblick in die sozialen und Mädchen in die handwerklichen Berufe und entdecken, dass das etwas für sie sein könnte.“

Berufe überraschen

Für die 14-jährige Philippine und die 13-jährige Ella jedenfalls war die Berufsorientierungsmesse sehr hilfreich. „Wenn man die Berufe erklärt bekommt, ist das schon sehr interessant“, sagt die 13-jährige Ella. „Ich habe mir vorher noch nie Gedanken über Versicherungen gemacht.“ Am besten fanden die Schülerinnen aber schließlich keinen Beruf im Büro, sondern an der frischen Luft. „Den Dachdecker fanden wir am spannendsten. Nicht nur wegen dem Kran mit der Aussichtungsgondel sondern weil die noch so viel anderes zu bieten hatten.“


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