Entwürfe für Zukunft des Theaters Neue Chance für das Kleine Haus in Delmenhorst

Mag der Saal des Kleinen Hauses auch einen gewissen Retro-Charme versprühen: Zeitgemäß ist das Theater längst nicht mehr. Archivfoto: Andreas NistlerMag der Saal des Kleinen Hauses auch einen gewissen Retro-Charme versprühen: Zeitgemäß ist das Theater längst nicht mehr. Archivfoto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Das merklich in die Jahre gekommene Kleine Haus in Delmenhorst muss dringend saniert werden. Für die Arbeiten müsste das Theater allerdings vorübergehend geschlossen werden.

Was wird aus dem Kleinen Haus, dem Theater der Stadt, dessen baulicher Charme im Laufe der Jahre mehr und mehr verblichen ist? Seit vielen Jahren schon läuft die Diskussion um die dringend notwendige und immer wieder aufgeschobene Sanierung des städtischen Aushängeschildes. Jetzt hat das von der Stadt beauftragte Architekturbüro Droste, Droste & Urban aus Oldenburg, das auch schon für Umbauarbeiten im Oldenburger Staatstheater zuständig war, im nichtöffentlichen Teil des Kulturausschusses der Politik eine sogenannte Machbarkeitsstudie vorgelegt. Diese Studie ist mit vielen Bildern und Grafiken seit Kurzem öffentlich einsehbar über das Ratsinformationssystem auf der städtischen Homepage.

Der Theatersaal ist vor annähernd 40 Jahren zuletzt angefasst worden. Die Bestuhlung ist längst nicht mehr zeitgemäß, Ersatz für defekte Stühle gibt es nicht mehr. Die Belüftung ist seit Jahren als Problem erkannt.

Unterschied zwischen zwingend und dringend

Die Architekten – die ersten, die jetzt das Kleine Haus einmal „von außen“ unter die Lupe genommen haben – unterteilen in ihrer Studie jetzt „zwingende“ und „dringende“ Maßnahmen sowie „Verbesserungen“. Zu den zwingenden Maßnahmen gehört demnach der Einbau einer Zugluftanlage im Saal, die künftig dazu beitragen soll, dass es im Winter nicht zu kalt und im Sommer nicht zu heiß es. Unter den dringenden Maßnahmen sind unter anderem eine Aufzuganlage zu den oberen Reihen und die Verlegung der Garderobe in den barrierefreie Eingangsbereich aufgeführt. Zu den möglichen Verbesserungen zählen die Architekten die Vergrößerung des Saals hinter der Bühne mit Öffnung zum Pausenhof zur Nutzung als Außenbühne mit Graftblick.

Ohne Schließung keine Sanierung

Da Eingang und Foyer schon ansprechend seien, kann man sich laut Droste, Droste & Urban beim Umbau „vielleicht auf den Zuschauerraum und angrenzende Bereiche beschränken“. In der Studie heißt es aber auch: „Ohne Schließung wird eine Sanierung, ein Um- oder Neubau nicht möglich sein“. Die Bauzeit, davon gehen die Oldenburger aus, beträgt „mindestens ein, wenn nicht zwei Jahre“. Dies dürfte ebenso wenig auf Gegenliebe bei den Nutzern des Hauses stoßen wie die in der Studie angedachte Reduzierung der Sitzplätze, die sich durch eine neue Aufteilung und Bestuhlung ergibt. Aktuell gibt es gut 570 Plätze, um bis zu 25 Prozent weniger sollen es werden. Einnahmeverluste wären bei einem ausverkauften Haus eine direkte Folge.

Für das kommende Jahr sind in den städtischen Haushalt 150000 Euro für konkretere Planungen eingestellt. Ziel ist es laut Stadtsprecher Timo Frers, einen abgestimmten Entwurf samt Kostenschätzung zu erhalten. Man stehe derzeit noch am Anfang der Planungen.

SPD sieht Chance zur Diskussion

Die Studie könnte den Vorhang öffnen: Nutzer wie die Konzert- und Theaterdirektion, die Musikschule der Stadt Delmenhorst, das städtische Kulturbüro und das Niederdeutsche Theater, die Politik und Bürger der Stadt können jetzt über den Entwurf diskutieren. Das sagt Antje Beilmann für die SPD-Fraktion. „Wir sind froh, dass nach Jahren des Stillstands die dringend erforderliche Sanierung des Saales nun endlich Fahrt aufnehmen kann, auch wenn uns bewusst ist, dass dies nicht von heute auf morgen durchgeführt werden kann“, betont die Bürgermeisterin.


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