Musical in Delmenhorst Die Gäste in der Divarena retten die Hochzeit mit

Von Florian Fabozzi

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Maike (Valerie Wilhelm) und Lars (Niklas Lundßien) schaffen es zum Schluss doch noch vor den Traualtar. Foto: Florian FabozziMaike (Valerie Wilhelm) und Lars (Niklas Lundßien) schaffen es zum Schluss doch noch vor den Traualtar. Foto: Florian Fabozzi

Delmenhorst. Im Pop-Musical „Nur noch schnell die Hochzeit retten“ treffen deutsche Popsongs der Gegenwart auf eine irrwitzige Hochzeitsgeschichte. Das Stück lief nun in der Divarena.

Brautkleid, Eheringe und der Schwur der ewigen Treue – die Hochzeit gilt als der romantische Höhepunkt für ein liebendes Paar. Wenn da nur nicht die Vorbereitung mit all ihren Tücken wäre. Genau davon handelt das Popmusical „Nur noch schnell die Hochzeit retten“, das am Freitagabend vor 80 Zuschauern in der Divarena aufgeführt wurde.

Misstrauen erweckender Brief

Lars und Maike (Valerie Wilhelm und Niklas Lundßien) stehen kurz vor ihrem großen Tag, der gemeinsamen Hochzeit. Während die aufgeregte Maike detailversessen der Hochzeitsplanung nachgeht, ist Lars zunehmend von Zweifeln geplagt und fürchtet um seine persönliche Freiheit.

Am Junggesellenabend werden die Zweifel von seinem Freund Matze (Mario Zuber) genährt, der ihm aufgrund eigener Erfahrungen von der Hochzeit abbringen möchte. Gleichzeitig entdecken Maike und ihre Freundinnen Lisa und Laura einen Brief, der sie an der Treue von Lars zweifeln lässt. Durch Missverständnisse und Pannen wird aus der romantischen Zweisamkeit schließlich eine Belastungsprobe für das Brautpaar.

Matze will nur „maximal besoffen sein“

Dem Ensemble von „Nur noch schnell die Hochzeit retten“ gelang es mit Situationskomik, gängige Hochzeitsklischees wie etwa den durchzechten Junggesellenabschied, auf die Spitze zu treiben. Erzählt wurde die Geschichte mit Popsongs von bekannten deutschen Künstlern wie Tim Bendzko, Revolverheld und Silbermond.

Neben dem Brautpaar waren es vor allem die Nebencharaktere, die dem zweistündigen Stück ihren Stempel aufdrückten. Da war zum einen Laura (Nina Henrich), die keine derbe Zote ausließ und sich auch während der Trauung nicht zu schade war, eine Sektflasche zu zücken. Oder der draufgängerische Matze, für den es bei einem Junggesellenabschied darum geht, „maximal besoffen zu sein.“ Die meisten Lacher erntete der kauzige Pfarrer, der im Papstkostüm und Rollator auftrat und das Hochzeitspaar mit peinlichen Fragen behelligte.

Songs humorvoll umgedeutet

Die Auswahl der Lieder erwies sich als stimmig. So besang das Paar ihre Liebesgeschichte mit der Textzeile „Wenn wir uns begegnen, dann leuchten wir auf wie Kometen“ aus Max Giesingers „80 Millionen“ und versprühte damit Romantik im Rund der Divarena. Andere Songs werden humorvoll umgedeutet. So ging es in dem Lied „Stimme“ von Eff plötzlich um die herrische Stimme der Brautmutter. Gesanglich überzeugte Niklas Lundßien, der Darsteller des Bräutigams, der damit seine stimmlich eher blassen männlichen Kollegen in den Schatten stellte. Bei den weiblichen Darstellerinnen tat sich vor allem Hannah Rühl, Darstellerin von Lisa, hervor. Angesichts der ansteckend fröhlichen Einlagen ließ sich darüber hinwegsehen, dass die eingespielte Musik den Gesang stellenweise übertönte. Die dezente Klavierbegleitung von Maximilian Reinhard hätte dagegen mehr in den Vordergrund treten dürfen.

80 Hochzeitsgäste machen mit

Zum Abschluss des Stückes wurde auch das Publikum mit eingebunden. Nachdem alle Missverständnisse ausgeräumt und der große Tag angebrochen ist, scheint der Hochzeit zwischen Lars und Maike nichts mehr im Wege zu stehen – wenn nur nicht sämtliche Gäste im Stau stehen würden. Kurzerhand wurden die 80 Zuschauer in der Divarena zu Hochzeitsgästen ernannt und zum gemeinsamen Tanzen animiert, während im Hintergrund Andreas Bouranis „Ein Hoch auf uns“ ertönte und das Bündnis zwischen Lars und Maike besiegelte.


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