Interview zur Missbrauchsstudie Delmenhorster Pfarrer erntet Lob für Offenheit

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Pfarrer Guido Wachtel wünschte sich mehr Offenheit von seiner Kirche. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpaPfarrer Guido Wachtel wünschte sich mehr Offenheit von seiner Kirche. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Delmenhorst. Der Delmenhorster Pfarrer Guido Wachtel hat für sein offenes Interview zur Missbrauchsstudie der katholischen Kirche, im dk am Donnerstag, 11. Oktober, Lob geerntet. Vertreter der Gemeinde und Pfarrer Norbert Lach äußerten sich anerkennend.

Pfarrer Guido Wachtel von der katholischen St.-Marien-Gemeinde wird für sein offenes Interview zur Missbrauchsstudie der katholischen Kirche im dk vom Donnerstag dieser Woche von verschiedener Seite gelobt. Er hatte darin Scham für die Geschehnisse und das jahrzehntelange Schweigen der Kirche eingestanden.

„Wir sind begeistert von der Offenheit“, sagte Pfarreiratsvorsitzender Michael Gellermann und ergänzte: „Solche Aussagen hätten wir uns früher gewünscht.“ Als die Missbrauchsfälle eines Delmenhorster Pfarrers 2011 ans Licht kamen, sei die Kirche nicht so offensiv damit umgegangen. Es sei Pfarrer Guido Wachtel hoch anzurechnen, dass er sich nicht scheue, sensible Themen wie Missbrauch, Sexualmoral, Homosexualität und Zölibat öffentlich anzusprechen.

Im Interview hatte Wachtel mit Blick auf den Missbrauchsskandal jahreslanges Systemversagen angeklagt. Von seiner Kirche wünschte sich Wachtel mehr Offenheit. „Er hat nicht auf andere gezeigt und war deswegen sehr glaubwürdig“, betonte Gellermann. Der Pfarreiratsvorsitzender ist froh, einen modernen Pfarrer in der Gemeinde zu haben: „Er tut der Kirche gut.“

Nele Schomakers, Pastorin bei der evangelischen Gemeinde St. Stephanus, zollte Wachtel ebenfalls Anerkennung: „Ich persönlich finde das mutig“, stellte sie klar. Er habe die Opfer in den Mittelpunkt gerückt und jede Verharmlosung verurteilt. „Er hat deutlich gemacht, dass es ein Weiter so nicht geben kann.“

Pfarrer Norbert Lach, katholischer Pfarrer in Ganderkesee, steht hinter Guido Wachtel. „Ich teile seine Scham“, sagte er. Er selbst habe ebenfalls Predigten zum Thema Missbrauch gehalten. „Wir können als katholische Kirche keine andere Linie fahren“, machte er deutlich.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN