Koks und Gras verkauft Verfahren gegen Delmenhorster Dealer erlebt vierte Instanz

Von Ole Rosenbohm

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Ein Delmenhorster soll mit Kokain und Gras gedealt haben.  Symbolfoto: Patrick Pleul/DPAEin Delmenhorster soll mit Kokain und Gras gedealt haben. Symbolfoto: Patrick Pleul/DPA

ohm Oldenburg/Delmenhorst. Amtsgericht, Landgericht, Oberlandesgericht, jetzt wieder Landgericht: Ein Strafverfahren gegen einen mutmaßlichen Drogendealer aus Delmenhorst ist in Oldenburg in die bereits vierte Runde gegangen.

Vorgeworfen wird dem heute 32-Jährigen, vor knapp fünf Jahren in sechs Fällen als eine Art Kurier für Zehn-Gramm-Päckchen mit Kokain tätig gewesen zu sein. Außerdem wird dem Mann zur Last gelegt, Marihuana verkauft zu haben.

Das jetzige vierte Verfahren muss nicht das letzte sein. Beide, Staatsanwaltschaft (fordert vier Jahre Haft) und Verteidigung (zwei Jahre auf Bewährung), könnten erneut in Revision gehen, wenn sie Verfahrensfehler geltend machen.

Das jetzige Urteil, deutete die Richterin zum Prozessauftakt an, könnte bei zweieinhalb Jahren Haft liegen und damit etwa den Durchschnitt aller bisher gefällten Urteile und Anträge bilden. Denn vor dem Amtsgericht Delmenhorst war der Mann zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, in zweiter Instanz vor dem Landgericht wurde das Strafmaß auf zwei Jahre und vier Monate reduziert. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung waren danach in Revision gegangen. Dort vor dem OLG bekamen beide Recht – wenn auch in unterschiedlichen Punkten.

Bestellt wurde per Telefon

Mit zweieinhalb Jahren würde der Mann so hart bestraft werden wie sein mutmaßlicher Auftraggeber oder Kompagnon im Kokaingeschäft. Dieser soll die Kokainpäckchen an Endkunden weitergegeben haben, nachdem der Angeklagte sie im Briefkasten des Auftraggebers abgelegt hatte. Bestellt wurde per Telefon, kommuniziert wurde mit Codewörtern. Offenbar ahnten beide, dass die Polizei sie abhören würde. Und so war es auch.

Vermutlich wird ab dem nächsten Prozesstag nicht mehr über die Sache, sondern nur noch über das Strafmaß verhandelt. Der Verteidiger wird argumentieren, dass bei einer Haft die Betreuung seiner drei Kinder nicht gewährleistet wäre. Auch spricht die ins Land gegangene Zeit seit dem Zugriff der Polizei im Mai 2014 für den Angeklagten. Der Staatsanwalt betonte zum Auftakt am Mittwoch, dass sich der Angeklagte ja nicht nur für Besitz und Weitergabe des Kokain verantworten müsse, sondern – anders als beim Kompagnon – auch noch für den Verkauf des Marihuana. Erwischt wurde er mit 90 Gramm Gras, zuvor hatte er laut Anklage im Wochenrhythmus 17 Mal jeweils knapp zehn Gramm an eine Person verkauft.


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