Bremer Straße in Delmenhorst Muslimischer Verein will Rossmann weiterhin als Mieter gewinnen

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Der muslimische Verein DIBV plant den Auszug aus der Bremer Straße 95 (linkes Gebäude). An die Stelle soll eine Rossmann-Drogerie treten. Eine entsprechende Bauvoranfrage hat der Verein gestellt. Foto: Frederik GrabbeDer muslimische Verein DIBV plant den Auszug aus der Bremer Straße 95 (linkes Gebäude). An die Stelle soll eine Rossmann-Drogerie treten. Eine entsprechende Bauvoranfrage hat der Verein gestellt. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Der muslimische Verein DIBV will den Drogerie-Riesen Rossmann noch immer im Stadtosten als Mieter gewinnen. Hierfür er neuen Anlauf genommen. Unterdessen befindet sich die Ausbildungsstätte für Imame im Bau.

Der Delmenhorster Integrations- und Bildungsverein (DIBV) nimmt neuen Anlauf, um seine Bauplanungen im Stadtosten zu verwirklichen. An der Ecke Bremer Straße/ Syker Straße will die muslimische Gemeinde künftig einen Rossmann-Markt einquartieren und zugleich 13 Wohnungen errichten. Die Gemeinde selbst will dafür in das Gebäude der früheren Neuen Arbeit gegenüber an der Stadthofstraße ziehen. Dort entsteht derzeit ein Ausbildungszentrum für Imame.

„Rossmann macht uns Druck“

Wie Yusuf Alic, Sprecher der Gemeinde, auf Nachfrage mitteilt, habe man für diese Planungen kürzlich eine Bauvoranfrage an die Stadt Delmenhorst gestellt. Es ist der zweite Versuch des DIBV, auch das Drogerie-Unternehmen Rossmann im Stadtosten anzusiedeln. Der erste scheiterte im April dieses Jahres am städtischen Einzelhandelskonzept. Bloß anders als im ersten Anlauf soll der Drogeriemarkt nun nicht in den Räumen der früheren Neuen Arbeit zwischen Nordenhammer und Stadthofstraße entstehen, sondern an der Bremer Straße. „Die Gemeinde würde dann rüber an die Stadthofstraße ziehen. Die Räume an der Bremer Straße wollen wir an Rossmann vermieten“, beschreibt Alic. Durch die Mieteinnahmen sollen Umbauten an der Stadthofstraße zum Teil finanziert werden, sagt er. Die Stadt bestätigt auf Nachfrage die Bauvoranfrage für einen Neubau eines Drogeriemarktes sowie 13 Wohnungen für die Grundstücke Bremer Straße 95 und Syker Straße 3 und 5. Rossmann selbst wollte sich selbst nicht äußern, Alic zufolge hat es der Drogerie-Riese aber eilig: „Rossmann macht uns Druck.“

Pläne zuvor abgelehnt

Im April wurden die Pläne wegen der Rossmann-Ansiedelung mit dem Hinweis auf das städtische Einzelhandels-Konzept im Planungsausschuss abgelehnt. Die Grenzen des Nahversorgungszentrums an der Bremer Straße zwischen Astern- und Nordenhammer Straße sind darin genau abgesteckt. Würde sich Rossmann allerdings wie jetzt vorgesehen an der Bremer Straße ansiedeln, läge dies innerhalb dieser Grenze. An der Stadthofstraße war das zuvor nicht der Fall. Die Stadt, die seinerzeit auch mit dem Schutz der City-Geschäfte argumentiert hatte, will auf Nachfrage noch keine Aussage zur Vereinbarkeit mit dem Einzelhandelskonzept treffen.

Ausbildungszentrum befindet sich im Bau

Der DIBV-Gemeinde will von der Bremer Straße an die Stadthofstraße umziehen. In den alten Räumen an der Bremer Straße und an der Syker Straße sollen eine Rossmann-Drogerie sowie Wohnungen entstehen. Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Google/Grafik: Jan Eric Fiedler

Unterdessen wird an der Stadthofstraße bereits in anderer Sache gearbeitet: Das Gebäude der früheren Neuen Arbeit baut der DIBV derzeit in ein Ausbildungszentrum für Imame um. Im September 2019 sollen die Arbeiten fertig sein, sagt Alic. Ab dann sollen für den Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), der Dachverband des DIBV, muslimische Theologen ausgebildet werden. „Es herrscht ein großer Bedarf“, bekräftigt Alic. Der VIKZ hatte 2015 das Gebäude ersteigert und dem DIBV überlassen. Auf der Internetseite des VIKZ heißt es zur Imamausbildung, dass Wert auf eine Ausbildung in Deutschland gelegt werde, weil dies unter anderem die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und an der Integration erleichtere.


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