Befreiungsschlag mit Kohlestift „Einsame Jäger“ in der Delmenhorster Innenstadt

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Klaus Eberhardt stellt bis zum 10. November in der Delmenhorster Innenstadt aus. Foto: Bettina Dogs-PrößlerKlaus Eberhardt stellt bis zum 10. November in der Delmenhorster Innenstadt aus. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Delmenhorst. Von Freitag, 12. Oktober, an bis zum 10. November zeigt der Delmenhorster Maler Klaus Eberhardt Bilder aus vier Jahrzehnten Schaffenszeit. Dabei bedient er sich immer wieder unterschiedlicher Stilmittel.

Ab dem kommenden Wochenende gibt es eine Ausstellung in der Galerie van Staden. Mit den „jungen Wilden“ konnte Klaus Eberhardt nie etwas anfangen. Er hat sich anders befreit von der vorherrschenden Mode des Fotorealismus´, die sein Kunststudium in den 70ern beherrschte, als sich viele der Szene auf die exakte Abbildung der Wirklichkeit konzentrierten und auf die Anfang der 80er ein vollkommen entgegengesetztes Farbspektakel folgte. „Ich konnte nicht viel mit dem wilden Farbe-herumklatschen anfangen“, sagt Eberhardt. Er griff stattdessen zum Kohlestift. Und befreite sich auf diese Weise.

57 Werke aus 40 Jahren

In den vergangenen 40 Jahren hat sich der Delmenhorster Künstler immer wieder neu erfunden. Und mit jeder Erneuerung seine Technik verändert. Er wechselte von Kohle auf Aquarell, von Aquarell auf Gouache. Was dabei herausgekommen ist, ist ab Freitag, 12. Oktober, in der Delmenhorster Galerie van Staden in der Fußgängerzone zu sehen. Bis zum 10. November stellt Klaus Eberhardt hier unter dem Titel „Einsame Jäger“ 57 Werke aus den vergangenen 40 Jahren seiner Schaffenszeit aus.

Der Großteil der Ausstellung im ersten Stock der Galerie befasst sich dabei mit jüngeren Werken des 62-Jährigen – zum Teil großflächige Gouache-Bilder mit vereinfachten Formen, in denen zum Teil alptraumartige Szenen lebendig gehalten werden. Aber auch fotorealistische Werke aus der Zeit seines Kunststudiums an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, wo er von 1974 bis 1980 Meisterschüler von Malte Sartorius war, finden sich in dieser Ausstellung wieder. Unter anderem realistische Zeichnungen von Filmszenen aus Dracula oder mit dem jungen Burt Lancaster.

Mensch in seiner Empfindsamkeit

Weiterer Schwerpunkt von „Einsame Jäger“ sind die Kohlezeichnungen, mit denen sich Klaus Eberhardt einst von den klaren Strukturen des Fotorealismus befreite. Hier konzentrierte sich der Delmenhorster Maler nun nicht mehr auf die Details, sondern stellt das Wesentliche in den Blickpunkt, hat dabei aber immer den Menschen in seiner vielschichtigen Empfindsamkeit im Fokus.

Die Farbe kommt bei Klaus Eberhardt erst 2010 ins Spiel, als er von Kohle auf Aquarell und dann auf Gouache umstellt. Mit dieser nächsten Befreiung wird er auch wieder detailreicher, hält die Formen jedoch bewusst einfach, konzentriert sich aber weiterhin auf den Menschen, zumeist als eine Person, die im Mittelpunkt all seiner Werke steht.

Malen aus sich heraus

Unterscheiden sich auch die Techniken, eines hat sich bei Klaus Eberhardt nie geändert: „Ich weiß im Vorfeld nie, was am Ende auf dem Bild zu sehen sein wird“, sagt er. „Es malt einfach aus mir heraus.“

Die Ausstellung „Einsame Jäger“ ist vom 12. Oktober bis zum 10. November in der Galerie von Staden in der Langen Straße 3 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr beziehungsweise 14 bis 18 Uhr sowie Samstag 9.30 bis 13.30 Uhr. Am Sonntag, 14. Oktober, findet ab 15 Uhr ein Künstlergespräch statt.


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