Neue Methoden in Delmenhorst Elektrophysiologie startet frühzeitig im JHD

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Dr. Klaus Gutberlet, Patientin Anita Egbers und der Elektrophysiologie-Spezialist Dr. Götz Buchwalsky (v.l.) mit den Krankenschwestern Helga Artan und Anna-Lena Ahlers (hinten v.l.). Egbers hat seit etwa 24 Stunden einen Defibrillator in der Brust, der dem Gerät in ihrer Hand ähnelt. Egbers will 100 Jahre alt werden. Foto: Kai HasseDr. Klaus Gutberlet, Patientin Anita Egbers und der Elektrophysiologie-Spezialist Dr. Götz Buchwalsky (v.l.) mit den Krankenschwestern Helga Artan und Anna-Lena Ahlers (hinten v.l.). Egbers hat seit etwa 24 Stunden einen Defibrillator in der Brust, der dem Gerät in ihrer Hand ähnelt. Egbers will 100 Jahre alt werden. Foto: Kai Hasse

Delmenhorst. Das JHD hat einen neuen medizinischen Zweig. Mit zwei Operationen hat die Elektrophysiologie ihre Arbeit dort aufgenommen. Und das früher als geplant. Ab 2019 können auch Kinder operiert werden.

Die ersten Operationen am Herzen sind geschafft. Die Ärztegemeinschaft Elektrophysiologie Bremen hat ihren Betrieb im JHD aufgenommen. Am Mittwoch, 26. September, sind ein Mann und eine Frau erfolgreich operiert worden. Sie waren die ersten Patienten des neuen Klinik-Zweiges, der spezialisiert ist auf Herzrhythmusstörungen. Ab dem kommenden Jahr sollen auch Kinder mit Herzrhythmusstörungen behandelt werden.

Mit Abstand der normalste Neustart

Götz Buchwalsky, Arzt der Elektrophysiologie, beschreibt die beiden Eingriffe als „Probeläufe“ – also OP‘s, die Routine sind, und bei denen es nicht bedenklich ist, wenn einzelne Abläufe nicht auf den Punkt klappen. Denn die Spezialisten aus Bremen müssen sich an die Teams und das Umfeld der Kliniken, in denen sie arbeiten, einfinden. „Unter allen unseren Neustarts in Krankenhäusern war das hier mit Abstand der normalste“, stellt er fest. Die Arbeitsweise im Haus sei optimal. Die Elektrophysiologie arbeitet auch mit dem Krankenhaus Links der Weser in Bremen sowie den Kliniken in Lilienthal und Westerstede zusammen. Ein besonderes Herzstück in Delmenhorst wird aber die Behandlung von Kindern mit Herzproblemen sein, die ab dem kommenden Jahr möglich werden soll. Der Vertrag zwischen JHD und Elektrophysiologie Bremen läuft eigentlich erst ab Oktober. Klinikchef Florian Friedel: „Wir sind einfach schneller fertig geworden.“

„Sie haben Vertrauen geschaffen“

Deshalb hat bereits seit Mittwoch die 78-jährige Anita Egbers einen Defibrillator in der Brust. Sie schenkt dem JHD seit Jahrzehnten ihr Vertrauen und fühlte sich „gut aufgehoben“. Seit einigen Wochen sei sie sehr kurzatmig gewesen und schlapp – Symptome der Herrhythmusstörung. Im JHD wurde ihr die Möglichkeit eines Defibrillators in der Brust erklärt: ein Gerät, das den Takt des Herzens regelt und den Muskel stärkt. Im Vergleich zu früheren Versionen der damaligen Herzschrittmacher eine „Luxus-Version“ laut Buchwalsky. Egbers war zunächst eingeschüchtert. Aber das Gerät war kleiner als das, was sie vor der OP bei Eigenrecherchen im Internet sah. „Und sie haben Vertrauen geschaffen“, sagt sie zu Buchwalsky. Im Gespräch mit dem Elektrophysiologie-Spezialisten und Dr. Klaus Gutberlet, Chef der Inneren Medizin im JHD, wirkt sie nur einen Tag nach dem Eingriff fidel. Gutberlet macht klar: Früher wären Patientinnen wie Egbers mit Pillen und Blutverdünnern behandelt worden – mit all den Nebenwirkungen. Das falle nun zum Großteil weg.

Kinder-OP‘s ab 2019

Die neue Spezialisierung der Delmenhorster Klinik ist damit angelaufen – und wird weiter ausgebaut. Denn eine Kernkompetenz der Elektrophysiologie ist die Nutzung von Kathetern, um gezielt Herzregionen mit elektrischen Reizen zu behandeln und so etwa angeborene Herzfehler oder Vorhofflimmern zu beseitigen. Ab Januar sollen im JHD auch entsprechende OP‘s an Kindern möglich sein. Diese Katheter-OP‘s haben bei Erwachsenen eine Erfolgsquote von 80, bei Kindern von 95 bis 98 Prozent. In Delmenhorst können künftig etwa 600 OP‘s , davon etwa 280 an Kindern, möglich sein.


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