Sieben Blitzer im Stadtgebiet Delmenhorster Starenkästen blitzen 300 Autofahrer im Jahr

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Alle sieben Rotlichtblitzer in Delmenhorst sind scharf geschaltet. Symbolfoto: Bodo Marks/dpaAlle sieben Rotlichtblitzer in Delmenhorst sind scharf geschaltet. Symbolfoto: Bodo Marks/dpa

Delmenhorst. Nirgendwo in Niedersachsen stehen gemessen an der Einwohnerzahl so viele stationäre Blitzer wie in Delmenhorst: Sieben Anlagen haben die Autofahrer im Visier.

Fast täglich schnappt die Falle zu: In Delmenhorst blitzt es jährlich rund 300 Mal, wenn Autofahrer bei „Rot“ über die Ampel fahren. Das teilte die Stadt auf dk-Anfrage mit. Erstaunlich: Delmenhorst hat unter den kreisfreien Städten in Niedersachsen die weitaus meisten stationären Starenkästen im Straßennetz installiert.

Sieben Blitzfallen

Während andernorts – wie zum Beispiel in Osnabrück, wo die inzwischen veraltete und nicht mehr gewartete Kameratechnik gegen laserbasierte Messsysteme ausgetauscht werden soll – auf Modernisierung gesetzt wird, hält die Stadt Delmenhorst an den graugrünen Kästen fest. Sie haben an folgenden sieben Standorten die Autofahrer im Visier:

  • Friedrich-Ebert-Allee/Koppelstraße
  • Hasporter Damm/Berliner Straße
  • Hasporter Damm/Querstraße
  • Nutzhorner Straße/Dwostraße
  • Oldenburger Straße/Brauenkamper Straße
  • Schönemoorer Straße/Dwostraße
  • Stedinger Straße/Weberstraße
  • Zum Vergleich: Oldenburg unterhält vier stationäre Blitzer, Osnabrück einen, Wilhelmshaven fünf, Braunschweig zwei, Salzgitter und Emden gar keine und die Landeshauptstadt Hannover (mit sechsmal soviel Einwohnern!) 15. Nach Rathausangaben sind alle sieben hiesigen Blitzer voll funktionsfähig und im Einsatz. Sie würden auch weiterhin regelmäßig geeicht und gewartet. Und das Rathaus betont auf die Frage nach einem etwaigen Austauschbedarf: „Die Anlagen entsprechen dem Stand der Technik, ein Ersatz ist derzeit nicht geplant.“

Mitarbeiter holt Daten

Ein Mitarbeiter des Baubetriebshofes ist pro Woche etwa eine halbe Stunde damit beschäftigt, die Daten aus den Geräten zu holen. Die Auswertung nimmt pro Woche rund eine Stunde in Anspruch. Die darauf folgende Sachbearbeitung kann die Stadt zeitlich nicht genauer bestimmen, da jeder Fall sehr unterschiedlich sei. Zusätzlich zu den Starenkästen unterhält die Stadt drei mobile Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen. Eine dieser Anlagen wird 2020 ersetzt.

Keine Dauerblitzer

Dauerblitzer gegen Raserei wird es hingegen auch weiter in Delmenhorst nicht geben. Das hatte der Stadtrat am vergangenen Dienstag beschlossen. Vorausgegangen war eine Debatte um die Lärmbelastung an mehreren Straßen. Gegenargumente waren, dass die vielen stationären Geräte zu teuer wären – und die mobilen Geräte bewährt.

Besser Laserautomaten

Osnabrück beispielsweise hält eine Modernisierung für sinnvoll: Die stationären Laserautomaten brauchen keine Sensorschleifen im Straßenbelag mehr, was die Kosten für Wartung und Reparatur senkt. Sie können den Verkehr in beiden Fahrtrichtungen überwachen und, der wichtigste Vorteil, sie sind ferngesteuert. Mitarbeiter der Verwaltung können von ihrem Schreibtisch aus die Anlage steuern und die Daten auslesen. Die Lasertechnik macht auch die mobile Überwachung flexibler und effizienter. Die Kontrolleure können die Geräte schneller auf- und abbauen, öfter ihren Standort wechseln und auch in Kurven messen.


Bei „Rot“ über die Ampel zu fahren kann teuer werden - das kostet es: Einfacher Rotlichtverstoß: Bei Rot über die Ampel gefahren: 90 Euro Bußgeld, 1 Punkt in Flensburg. Bei Rot über die Ampel gefahren mit Gefährdung: 200 Euro, 2 Punkte in Flensburg, 1 Monat Fahrverbot. Bei Rot über die Ampel gefahren mit Sachbeschädigung: 240 Euro, 2 Punkte in Flensburg, 1 Monat Fahrverbot.

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