Fazit aus Studie Delmenhorst muss an seinem Image arbeiten

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Delmenhorst sollte in seinem Wohnungsangebot einen Zielgruppenmix bedienen und nicht ausschließlich die Neubausegmente bedienen. Das ist eine Feststellung, die die Geografin Carolin Wandzik des Instituts Gewos getroffen hat. Foto: Ingo Wagner/dpaDelmenhorst sollte in seinem Wohnungsangebot einen Zielgruppenmix bedienen und nicht ausschließlich die Neubausegmente bedienen. Das ist eine Feststellung, die die Geografin Carolin Wandzik des Instituts Gewos getroffen hat. Foto: Ingo Wagner/dpa

Delmenhorst. Eine Mehrfachstragie beim Wohnen ist am Donnerstag im Wirtschafts- und Planungsausschuss eingefordert worden. Hintergrund war die jüngste Befragung von Neu- und Ex-Delmenhorstern.

Delmenhorst sollte in seinem Wohnungsangebot einen Zielgruppenmix bedienen und nicht ausschließlich die Neubausegmente bedienen. Das ist eine Feststellung, die die Geografin Carolin Wandzik des Instituts Gewos am Donnerstag im zusammengelegten Wirtschafts- und Planungsausschuss getroffen hat. Thema war die jüngste Wanderungsmotivbefragung, bei der Zu- und Fortgezogene Delmenhorster unter anderem Gründe für ihre Umzüge angegeben haben. Wandzik bekräftigte, die Stadt sollte eine Mehrfachstrategie beim Wohnen fahren. Einfamilienhaus-Quartiere auf arrondierten Flächen am Stadtrand seien ebenso wichtig wie das Füllen von Baulücken im Innenbereich. Dies betonte auch Stadtstatistiker Christoph Jankowsky.

„Eine echte Chance für die Stadt“

Gleichzeitig wies die Geografin auf vergleichsweise günstige Mieten und Häuserpreise hin. Beides hatten Befragte gelobt. „Diese Punkte zeichnen Delmenhorst in der Region aus. An dem starken Zuzug aus Bremen sehen wir, nicht nur Transferleistungsempfänger oder Geringverdiener zuziehen, sondern besonders die Arbeitnehmer. Das ist eine echte Chance für die Stadt.“ Sie betonte weiterhin, die Stadt müsse weiterhin Wohnraum schaffen, um die Nachfrage in einer wachsenden Stadt zu befriedigen. Andernfalls würden Fortzüge, wie die der Gutverdiener in den Landkreis Oldenburg forciert.

Eine weitere Schlussfolgerung Wandziks war, das Image und die Wohnumfeldqualitäten der Stadt zu verbessern. Hintergrund war, dass viele Fortgezogene diese Punkte bemängelt hatten. Wie genau das erfolgen kann, blieb offen.

Zweifel an der Aussagekraft der Studie

Die Ausschussmitglieder lobten die Erkenntnisse der Befragung. Pedro Benjamin Becerra (UAD) allerdings zog allerdings angesichts des Umstands, dass 30 Prozent der Teilnehmer angaben, einen Universitätsabschluss zu haben, die breite Aussagekraft in Zweifel. Zu der auffälligen Abwanderung von Senioren – vermutlich in Seniorenheime – bemerkte Angelika van Ohlen aus dem Seniorenbeirat der Stadt, dass es gerade diese Gruppe schwer habe, sich mit Wohnraum zu versorgen, wenn das Eigenheim aufgegeben wird. Wandzik zufolge sind es gerade alleinstehende Senioren und Alleinerziehende, die es besonders schwer hätten, bezahlbare Wohnungen zu erlangen. Ivonne Ingenbleek vom Nabu erneuerte ihre Kritik an der Befragung, wonach große Einfamilienhauswohngebiete am Stadtrand unnötig sind.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN