Landgericht entscheidet Vater erwürgt seinen Sohn beinahe – und muss in Psychiatrie

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Er erwürgte im Wahn fast seinen eigenen Sohn: Nach dem Vorfall im April 2018 in Delmenhorst muss ein 44-jähriger Mann nun in eine Psychiatrie. So lange, bis er keine Gefahr mehr ist. Symbolfoto: Christian Charisius/dpaEr erwürgte im Wahn fast seinen eigenen Sohn: Nach dem Vorfall im April 2018 in Delmenhorst muss ein 44-jähriger Mann nun in eine Psychiatrie. So lange, bis er keine Gefahr mehr ist. Symbolfoto: Christian Charisius/dpa

Delmenhorst. Er erwürgte im Wahn fast seinen eigenen Sohn: Nach dem Vorfall im April 2018 in Delmenhorst muss ein 44-jähriger Mann nun in eine Psychiatrie. So lange, bis er keine Gefahr mehr ist.

Im Fall des beinahe erwürgten neunjährigen Jungen in Delmenhorst hat das Landgericht Oldenburg am Donnerstag veranlasst, den angeklagten Vater in eine geschlossene Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses unterzubringen. Dieses Ende dieses Prozesses war bereits vorher zu erwarten gewesen.

Mutter, Geschwister und Nachbarn retten Jungen das Leben

Am Abschlusstag am Donnerstag wurde noch einmal deutlich, dass der angeklagte 44-Jährige nicht schuldfähig ist. Ein psychiatrischer Gutachter bestätigte die paranoide Schizophrenie des Mannes. Zur Tatzeit habe der Mann zudem einen heftigen Schub seiner Krankheit erlitten. Eine Rechtsmedizinerin stellte fest, dass der Junge bei dem Vorfall im April 2018 mehrere Minuten gewürgt worden sein muss. Hätten Mutter, Geschwister und Nachbar nicht eingegriffen, hätte der Mann seinen Sohn wohl erwürgt. Der Beschuldigte selbst gab an, er habe in seinem Wahn einen Hund gesehen, der seinen Sohn angefallen habe. Den Hund habe er erwürgen wollen. Nicht seinen Sohn.

Richter: Beschuldigten trifft keine Schuld

Wie der Vorsitzende Richter feststellte, traf den Beschuldigten zur Tatzeit keine Schuld. Er leide unter einer Krankheit, und diese müsse eingedämmt werden, „bis Sie nicht mehr gefährlich sind“, sprach er den Mann direkt an. Die Unterbringung des Vaters in der Psychiatrie wird nun jährlich vom Landgericht neu überprüft.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN